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Börsenchaos: Bankaktien reißen Dax in die Tiefe

Der Dax fiel am Nachmittag innerhalb kurzer Zeit tief ins Minus. Gerüchte um die Herabstufung Frankreichs machten die Runde. Bankaktien stürzten ab. Die Deutsche Bank erwischte es heftig.

Die Freude über ein Ende der Dax-Talfahrt war heute nur von kurzer Dauer. Quelle: dpa
Die Freude über ein Ende der Dax-Talfahrt war heute nur von kurzer Dauer. Quelle: dpa

FrankfurtEin Kurssturz französischer Bankaktien hat am Mittwoch an den internationalen Aktienbörsen eine neue Verkaufslawine ausgelöst. Der Dax verlor bis zu 6,2 Prozent auf 5549 Zähler, der französische CAC40 bis zu 5,5 Prozent auf 3001 Punkte. Zum Schluss lag der Dax 5,1 Prozent im Minus bei 5607 Zählern.

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„Societe Generale zieht alles herunter, da kann sich niemand entziehen“, sagte ein Händler. Die Aktien der französischen Bank rauschten angesichts von Gerüchten über Finanzprobleme zeitweise um 22,5 Prozent in die Tiefe. Das Institut dementierte kategorisch alle Marktgerüchte. Zuvor hatte selbst das Bekenntnis der US-Notenbank zu einer langfristigen Nullzinspolitik kaum Nervosität aus dem Markt genommen. Die extreme Verunsicherung der Anleger sorge dafür, dass sogar „verrückte Gerüchte“ einen Crash verursachen könnten, warnten Börsianer.

In Paris gerieten neben Societe Generale auch BNP Paribas unter die Räder und verloren bis zu 14 Prozent. Die Verkaufslawine machte vor den deutschen Banken nicht Halt: die Aktien der Deutschen Bank fielen zeitweise um elf Prozent, am Ende schlossen sie mehr als 7 Prozent im Minus. Commerzbank-Titel sackten um bis zu 9,5 Prozent auf ein Rekordtief von 1,93 Euro ab. Auch in den USA gerieten besonders die Banken unter Druck: Bank of America fielen um bis zu zehn Prozent. Bankenchef Brian Moynihan muss sich nach den Kursverlusten der vergangenen Tage am Abend vor Aktionären und Analysten verantworten. Doch auch die Titel von Goldman Sachs, Citibank, JP Morgan und Morgan Stanley büßten bis zu zehn Prozent ein.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Unter Verkaufsdruck standen auch die Aktien der italienischen Großbank Unicredit - in Deutschland durch die HypoVereinsbank in München vertreten. Unicredit büßten in Mailand zeitweise über 20 Prozent ein. Händlern zufolge hatten am Morgen Anleger in Italien ihre Gelder aus Bankenwerten in italienische Staatsanleihen umgeschichtet. Seit Wochenbeginn wird am Rentenmarkt davon ausgegangen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Markt Papiere Spaniens und Italiens kauft.

  • 10.08.2011, 20:19 UhrAnonymer Benutzer: Nichtsgelernt

    Die dümmsten und gleichzeitig arrogantesten Maniger
    sind die Banker! Die haben einfach nichts gelernt.
    Die Politiker/innen sind aus derselben Klasse.

    China sollte jetzt seine ganzen 1,3 Billionen auf den Markt werfen und dann schnell wieder Zugreifen
    Diese doofe Gilde, voran die FDP "Der Markt regelt das"
    sollte bei der nächsten Wahl wirklich nur 1 % bekommen

  • 10.08.2011, 18:29 UhrAnonymer Benutzer: WFriedrich

    Blanker Irrationalismus! Unsere Unternehmen sind wettbewerbsfähig, unsere Produkte sind innovativ und weltweit gefragt, unsere Sozialpartnerschaft trägt stabil. Die hektische Bewertung der Aktien ändert daran nichts. Bewertet wird spekulatives, bunt bedrucktes Papier, dessen Wertentwicklung (in Guten wie im Schlechten) wenig oder nichts mit der Realwirtschaft zu tun hat. So können wir davon ausgehen, dass Forscher und Entwickler, Ingenieure und Facharbeiter und die Leitungsgremien auch künftig exzellente Offerten am Markt anbieten werden. Auch die Nachfrage aus Rußland, China und weiteren aufstrebenden Staaten wird angesichts deren ehrgeiziger Aufholungsziele für relativ stabile Handelspartnerschaften weiterhin sorgen. Unsere Regierung muss kühlen Kopf bewahren und darf nicht Denkweisen unkritisch übernehmen, die in anderen Staaten infolge der Überbewertung der Finanzindustrie (zu Lasten der Realwirtschaft) entstanden sind. Der dt. Mittelstand hatte sich unlängst dazu geäußert und einen vernüftigen Leitfaden für rationales politisches Handeln vorgelegt. Der Mittelstand sind wir übrigens alle: alle die dort arbeitsteilig den Erfolg sichern.

  • 10.08.2011, 18:18 Uhrk.h.a.

    Warten wir noch ein paar Monate - dann könnten wir wissen, was "Tiefe" ist.

    Die paar popeligen Korrekturen unzulänglichen Formates, die gegenwärtig zu besichtigen sind, stellen längst keine vernünftig-reale Bewertung der Unternehmungen dar, die durchweg in den letzten zwei Jahren in laienhaft-thumbem Überschwang ins Firmament gepäppelt wurde - völlig losglöst von jeder Realität.

    Es war absehbar, daß dies korrigieren mußte angesichts des vorübergehenden Charakters aller Subventions-Strohfeuer von China über EU bis USA. Eigenständige Entwicklungen konnte dadurch nie entstehen: Keynes hat noch nie funktioniert, was ein alter Hut ist - eigentlich.
    Zu viele wollten das nicht wahrhaben, weil sie naiv oder dumm oder beides waren.

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