Marktberichte

Der Dax setzt zum Sprung an

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Liquidität ist nur ein Baustein der Hausse

Das könnte jene Investoren enttäuschen, die hoffen, dass die Hüter des Euro sich dem von der US-Notenbank angeführten geldpolitischen Geleitzug anschließen und die Märkte in den kommenden Monaten mit noch mehr billigem Geld fluten. Die Allianz etwa rechnet in diesem Jahr noch mit einer Zinssenkung Draghis, allerdings nicht bei der Ratssitzung im März. Sollten sich die Italiener wie von der Mehrheit der Ökonomen erwartet von ihrer Sparpolitik verabschieden oder die EZB nicht noch mehr billiges Geld in Aussicht stellen, könnte die seit Tagen andauernde Rally an den Börsen zu Ende gehen. Ließe Draghi aber die Tür für weitere Zinssenkungen offen, würde er den Aktienmärkten noch mehr Rückenwind geben.

Die zehn stärksten Dax-Werte seit dem Rekordhoch 2007

  • Platz 10

    BMW:

    Veränderung seit dem 13. Juli 2007: + 47,4 Prozent

  • Platz 9

    BASF:

    Veränderung seit dem 13. Juli 2007: + 49,8 Prozent

  • Platz 8

    Adidas:

    Veränderung seit dem 13. Juli 2007: + 54,6 Prozent

  • Platz 7

    Linde:

    Veränderung seit dem 13. Juli 2007: + 54,7 Prozent

  • Platz 6

    Fresenius Medical Care:

    Veränderung seit dem 13. Juli 2007: + 57,7 Prozent

  • Platz 5

    Lanxess:

    Veränderung seit dem 13. Juli 2007: + 60,8 Prozent

    Lanxess ist seit dem 24. September 2012 im Dax notiert

  • Platz 4

    Fresenius:

    Veränderung seit dem 13. Juli 2007: + 61,2 Prozent

  • Platz 3

    SAP:

    Veränderung seit dem 13. Juli 2007: + 67,8 Prozent

  • Platz 2

    Henkel:

    Veränderung seit dem 13. Juli 2007: + 71,6 Prozent

  • Platz 1

    Volkswagen:

    Veränderung seit dem 13. Juli 2007: + 111,3 Prozent

Die Politik der Notenbanken ist nicht unumstritten. Die privaten deutschen Banken beispielsweise fürchten eine neue Finanzkrise, sollte die laxe Geldpolitik der EZB zu lange anhalten. Zwar gebe es wegen der schwachen Konjunktur in vielen Euro-Ländern und der geringen Teuerung aktuell noch keinen Anlass für eine Zinswende der Währungshüter, erklärte Joachim Massenberg von der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes BdB. Sollte aber die EZB den Fuß nicht rechtzeitig vom geldpolitischen Gaspedal nehmen, drohten massive Probleme. „Die Grundlagen für eine neue Krise sind gelegt“, so Massenberg.  Deshalb müsse die EZB wachsam bleiben und das Ende ihrer Geldschwemme schon heute vorbereiten.

Dem BdB-Experten bereiten unter anderem die von der Geldschwemme der Notenbanken getriebene Rally an den Aktienmärkten und die Anzeichen für Überhitzungen der Immobilienmärkte in deutschen Ballungsräumen Sorgen: „Viele Indikatoren, die auf eine künftige Krise hindeuten können, sind vorhanden.“

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

  • Umfrage

    Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

    Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

  • Der Träumer

    Nomura: 8.890 Punkte

  • Die Super-Optimisten

    8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

  • Die Optimisten

    Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
    BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

  • Die Zuversichtlichen

    Santander Bank: 8250 Punkte
    Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

  • Die Durchschnittlichen

    VP Bank: 8100 Punkte
    BNP Paribas: 8084 Punkte

  • Der Durchschnitt

    Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

  • Die 8.000er

    8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

  • Die Vorsichtigen

    7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
    JP Morgan: 7785 Punkte
    Postbank: 7750 Punkte

  • Die Negativen

    Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
    Bank Sarasin: 7500 Punkte

  • Die Pessimisten

    National Bank: 7300 Punkte
    Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

  • Der Super-Pessimist

    Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Doch nicht nur das billige Notenbankgeld lässt die Börsen steigen. „Liquidität ist aber nur ein Baustein der Hausse“, betont Volkswirt Hellmeyer. „Der Erfolgspfad der Weltwirtschaft setzt sich fort.“ Außerdem seien die Bilanzen der deutschen Unternehmen deutlich besser als zur Zeit des bisherigen Dax-Rekordhochs von 2007.

Seit Monaten betonen Börsianer, dass deutsche Aktien unterbewertet sind. Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der 30 Dax-Unternehmen liegt derzeit bei etwa zehn. Das bedeutet, dass der Aktienkurs den Gewinn je Aktie um das Zehnfache übersteigt. Im langjährigen Durchschnitt erreichen die Dax-Firmen aber ein KGV von 15.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

  • Eigene Strategie festlegen

    Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

  • Widerstandskraft zeigen

    Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

  • Richtig mischen

    Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

  • Barrieren einbauen

    Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

  • Herdentrieb beobachten

    Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

  • Risiko rausnehmen

    Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

  • Insidern folgen

    Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

  • Geopolitische Ereignisse beachten

    Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

  • Auf reale Werte setzen

    Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

  • Moden misstrauen

    Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Marcard-Stratege Rahn weist noch auf einen weiteren Aspekt hin: Der Ausgang der Italien-Wahl habe vielen Marktteilnehmern einen Schrecken eingejagt und spekulativ orientierte Investoren verscheucht. Damit könnten die verbliebenen Anleger endlich "Butter bei die Fische" geben und sich auf die Fortsetzung der Rally konzentrieren.

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  • 07.03.2013, 11:07 UhrAnleihenspezialist

    Die Aktienrallye entbehrt jedem wirtschaftlichen Sachverstand bzw. Wertentwicklung. Mehr ist dazu nicht mehr zu sagen.

  • 07.03.2013, 11:13 UhrMrX

    Die künstliche Niedrigzinsphase, die uns noch über viele Jahre beschäftigen wird, sorgt für Kurse in ein paar Jahren von 10.000 oder 12.000. Da geht es nicht um Euphorie oder positive Stimmung, sondern um unser Lieblingswort Alternativlosigkeit. Bei sicheren Banken bekommt man dezeit 0,2-0,6 % bei Tagesgeld und co. Der Leitzins wird weiter sinken und das Zinsniveau ist bereits am Boden...
    Die Finanzrepression wird uns noch lange beschäüftigen.

    So unterbewertet wie die Dax Kurse sind bei üppigen Dividenden, steigen die nächsten Jahre noch einige Versicherungen und Großanleger ein.

    Einbrüche und Korrekturen außen vor, wird der Dax genauso explodieren

  • 07.03.2013, 11:18 Uhrkarstenberwanger

    Diese gesamte Papierflut wird voll und ganz in Rauch aufgehen, das ist zu 100% sicher.

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