Marktberichte

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Dax-Ausblick: Investoren erwartet Zahlenrausch

In den USA beginnt die Bilanzsaison für das erste Quartal. Dabei könnten einige Überraschungen für Anleger dabei sein. Investoren sollten sich allerdings auch auf Störfeuer durch die Schuldenkrise einstellen.

Die Dax-Tafel in Frankfurt. In den USA beginnt die Bilanzsaison. Quelle: Reuters
Die Dax-Tafel in Frankfurt. In den USA beginnt die Bilanzsaison. Quelle: Reuters

FrankfurtIn der neuen Wochen gilt die Aufmerksamkeit der Anleger den USA. Denn dort beginnt am Montag mit dem Quartalsbericht des Aluminiumriesen Alcoa die Bilanzsaison. „Dabei wird man sehen, ob die Unternehmen bestätigen, was die konjunkturellen Frühindikatoren versprochen haben“, fasst Matthias Thiel, Akienanalyst bei MM Warburg, die Erwartungen zusammen. Helaba-Experte Markus Reinwand sieht wenig Raum für positive Überraschungen. „Gut möglich, dass die Märkte inzwischen der Konjunkturentwicklung zu weit vorausgeeilt sind.“

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Seit Gründonnerstag, als der Dax mit 7.795 Punkten in die Osterpause ging, ist mit den wachsenden Spannungen um Nordkorea ein neuer Krisenherd dazugekommen. Der Leitindex büßte in der Osterwoche mehr als drei Prozent beziehungsweise mehr als 250 Punkte ein.

Die Prognosen der Finanzprofis

  • George Soros, Investor

    „Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

  • Marc Faber, Investor

    „Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

  • Bill Gross, Fondsmanager

    „Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

  • Felix Zulauf, Vermögensverwalter

    „Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

  • Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

    „Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

  • Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

    „Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

  • Warren Buffett, Investor

    Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

  • Nouriel Roubini, Ökonom

    „Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

  • Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

    „Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

  • Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

    „Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

  • Barry Knapp, Barclays

    „Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

  • Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

    „Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

  • Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

    „Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Analyst Thiel ist für die neue Woche denn auch vorsichtig: Allein schon vor dem Hintergrund der schwelenden Schuldenkrise hält er Ausschläge in beiden Richtungen für möglich. „Die Störfaktoren haben zugenommen. Jetzt muss man abwarten, ob das temporär oder längerfristig ist“, erklärt Thiel. Zwar sei die Zypern-Krise an den Märkten weitgehend „verdaut“. Aber dafür rücke Frankreich immer stärker in den Vordergrund. „Zuletzt hat die Regierung in Paris einfach keinen guten Eindruck hinterlassen“, erklärt er. Auch die französischen Konjunkturdaten hatten viele Investoren enttäuscht.

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Postbank-Analyst Heinz-Gerd Sonnenschein sieht auch Italien wieder stärker ins Rampenlicht rücken. Schließlich hat die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone mehr als einen Monat nach den Parlamentswahlen noch immer keine neue Regierung. Immerhin will Italien am Mittwoch und Donnerstag wieder einmal den Kapitalmarkt anzapfen.

  • 07.04.2013, 10:51 UhrNachrechner

    @Nordmann: Ja, wir haben eine Staatschuldenkrise, die nun schon seit Jahrzehnten läuft, und verbunden mit der Niedrigzinspolitik der Notenbanken (von Greenspan eingeleitet) zu solchen Übertreibungen führen muss. Nicht die Banken sind das Problem, sondern alle Anleger stehen vor kaum lösbaren Problemen, ob Privatanleger oder Versicherungen, Pensionsfonds (bei denen regulatorisch immer noch ein Großteil der Anlagen in Staatsanleihen gehalten werden müssen). Ein über der Inflationsrate liegender Zinssatz ist kaum zu erzielen, wenn man nicht zusätzliche Risiken akzeptiert. Dies sieht man auf den Anleihemärkten (negative Zinsen für Deutsche Staatsanleihen, historisch niedrige Zinsen für Firmenanleihen), Immobilienmärkten (Preisexplosionen in München, Berlin, Frankfurt), Aktien und Rohstoffen. Jeder Anleger, der sein Vermögen erhalten will und darüber hinaus eine reale Verzinsung erzielen will, muss sich doch heute damit beschäftigen. Wenn wir das Schneeballsystem der Staatsschulden nicht in den Griff bekommen, wird es tatsächlich bald richtig bitter. Schauen Sie sich die Geldflut der japanische Notenbank an, auch das verspricht nichts Gutes.

  • 07.04.2013, 09:58 UhrDrKaffeesatz

    Nicht vergessen möchte ich den Sinn von sozialen Bindungen (Verwandte, Freunde).

    Grundsätzlich halte ich es für sehr ratsam, sich in jeglicher Hinsicht zu diversifizieren.

  • 07.04.2013, 09:55 UhrDrKaffeesatz

    @Nordmann: Großteils Zustimmung zur Vorgeschichte.

    Zitat:"Irgendwann in nicht mehr allzu größer Ferne wird ein Großer "Will sehen!" rufen. Dann fällt das Kartenhaus weltweit in sich zusammen."

    Zu dieser Schlussfolgerung kann man geteilter Meinung sein.

    Zum einen stellt sich die Frage, wer dieser "Große" sein soll. Ist er wirklich groß im Sinne eine Staates oder eher eine große Firma? Könnte man das möglicherweise entstehende Loch nicht mit den aktuell vorhandenen Mitteln stopfen?

    Dann sollte man sich über die Anreize des "Großen" klar werden. Wäre er nicht selbst Leidtragender durch einen Zerfall des Geldsystems? Möglicherweise würde er gar nicht "sehen" wollen.

    Ich gehe eher davon aus, dass weiterhin "Kleinere" "sehen" (Eigennutzen erzielen) wollen, z.B. Spekulanten, Hedgefonds etc. . Deren Einflüsse werden jedoch teilweise gegenläufig sein und sich dadurch aufheben. Der Einfluss Einzelner wird erst dann merklich und evtl. bedrohlich, wenn er konzertiert ist.

    Grundsätzlich denke ich, dass sich die Verschuldungskrise dadurch sehr lange am Leben halten könnte, weil sämtliche großen Wirtschaftsnationen gleichmäßig überschuldet sind. Es gibt nicht stark und schwach, man kann nicht einfach aus einem maroden Währungsraum in einen gesunden wechseln, wie man es früher tat (z.B. von Deutschland nach USA Ende der 1920er).

    Witzigerweise gibt es ja sogar einen Wettkampf seine eigene Währung im Vergleich zu den anderen zu schwächen. Da ist noch Spielraum für Verschuldung... siehe Japan.

    Dass die Währungen marode sind, ist klar. Wie lange es bis zum endgültigen Crash (wenn er denn kommt) dauert, ist unklar. Wie dieser Zusammenbruch aussehen könnte, ist absolut unklar und auch großteils politisch geprägt.

    Welches Kapital man dann am ehestens benötigt, ist wahrscheinlich Leistungsfähigkeit (körperlich, geistig), Nahrung (Essen, Trinken, Anziehen, Wohnen) und Gold (bietet am ehesten die Chance, "gefrorenes" Kapital nicht zu verlieren).

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