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Dax-Ausblick: Rein in deutsche Standardwerte?

Der Dax hat in der vergangenen Woche einen Rückschlag erlitten. Analysten sehen das aktuelle Niveau als Einstiegschance. Andere hingegen schwören auf US-Aktien. Bei den Bilanzen und Konjunkturdaten bleibt es spannend.

Händler an der Frankfurter Börse. Die neue Woche könnte Einstiegschancen bieten. Quelle: Reuters
Händler an der Frankfurter Börse. Die neue Woche könnte Einstiegschancen bieten. Quelle: Reuters

In der neuen Woche dürfte sich der Aktienmarkt vom Kursrutsch erholen dürfen. Analysten glauben langfristig an eine Fortsetzung der Rally. Sie rechnen damit, dass viele Anleger die niedrigeren Kurse nutzen, um ihre Einkaufstour wiederaufzunehmen.

Neue Unsicherheiten rund um die Euro-Schuldenkrise hatten den Dax in der alten Woche um rund drei Prozent gedrückt. Korruptionsvorwürfe gegen Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy und die Furcht vor einem Comeback des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bei den Wahlen Ende Februar lasteten auf der Stimmung.

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„Auch wenn die näher rückenden Wahlen in Italien für Unsicherheit sorgen könnten, sollte die aktuelle Korrektur als Kaufgelegenheit dienen“, zeigten sich indes die Analysten der Landesbank Berlin optimistisch. Aktienstratege Markus Wallner von der Commerzbank riet dazu, vor allem diejenigen konjunkturabhängigen Werte zu bevorzugen, deren Gewinnwachstum überproportional gegenüber zum Gesamtmarkt steigen könnte.

Wallner: „Dies gilt vor allem für Unternehmen, deren Hauptabsatzmärkte sich außerhalb Europas insbesondere in den USA und den asiatischen Schwellenländern befinden, da das Wirtschaftswachstum in Europa weiter hinter dem globalen Wachstum hinterherhinken wird.

Die Dividenden-Aristokraten in Deutschland

  • Fuchs Petrolub

    Branche: Chemie
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 22,6 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 2,4 Prozent

  • Fresenius SE

    Branche: Gesundheit
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 11 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 1 Prozent

  • Fresenius Medical

    Branche: Gesundheit
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 9,3 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 1,3 Prozent

  • Fielmann

    Branche: Einzelhandel
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 16,7 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent

  • Baywa

    Branche: Agrar
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 10,6 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent

  • SAP

    Branche: IT
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 22,5 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent

  • Münchener Rück

    Branche: Versicherung
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 18,1 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 6,5 Prozent

  • Linde

    Branche: Chemie
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 8,8 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 1,8 Prozent

  • Henkel

    Branche: Basiskonsum
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 8,2 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 1,2 Prozent

  • Gerry Weber

    Branche: Mode
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 7
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 15,6 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 1,9 Prozent

  • BASF

    Branche: Chemie
    Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 7
    Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 14,4 Prozent
    Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent

    Quelle: DZ Bank

Als Beispiele führte Wallner Adidas, BMW, HeidelbergCement und Hochtief an. Die europäischen Sektoren Banken, Telekom und Versorger sollten aus diesem Grund untergewichtet bleiben.

Auf fallenden Dax setzen?

Cyrille Urfer, der bei der Schweizer Bank Gonet über die Portfolio-Struktur wacht, traute den europäischen Börsen angesichts der ermutigenden chinesischen Konjunkturdaten weitere Kursgewinne zu. Aktienhändler Joe Neighbour von Central Markets riet dagegen, auf einen fallenden Dax und einen Anstieg des US-Index S&P 500 zu setzen. „Die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung der USA sind unübersehbar, während die grundlegenden Probleme der Euro-Zone noch nicht gelöst sind.“

Welche Aktien die Analysten verschmähen - Deutschland

  • Hannover Rück

    Branche: Versicherung

    Analystenurteile: 31

    davon positiv: 7

    positiv in Prozent: 23%

  • Vossloh

    Branche: Maschinenbau

    Analystenurteile: 18

    davon positiv: 4

    positiv in Prozent: 22%

  • Beiersdorf

    Branche: Konsum

    Analystenurteile: 36

    davon positiv: 8

    positiv in Prozent: 22%

  • Aixtron

    Branche: Elektronik

    Analystenurteile: 32

    davon positiv: 7

    positiv in Prozent: 22%

  • Rational AG

    Branche: Großküchen

    Analystenurteile: 11

    davon positiv: 2

    positiv in Prozent: 18%

  • Bang & Olufsen

    Branche: Unterhaltungselektronik

    Analystenurteile: 6

    davon positiv: 1

    positiv in Prozent: 17%

  • Puma

    Branche: Bekleidung

    Analystenurteile: 26

    davon positiv: 4

    positiv in Prozent: 15%

  • Merck KGaA

    Branche: Pharma

    Analystenurteile: 29

    davon positiv: 4

    positiv in Prozent: 14%

  • Fuchs Petrolub

    Branche: Öl

    Analystenurteile: 17

    davon positiv: 2

    positiv in Prozent: 12%

  • Fielmann

    Branche: Handel

    Analystenurteile: 18

    davon positiv: 2

    positiv in Prozent: 11%

  • Deutz AG

    Branche: Motoren

    Analystenurteile: 10

    davon positiv: 1

    positiv in Prozent: 10%

  • Douglas Holding

    Branche: Handel

    Analystenurteile: 13

    davon positiv: 0

    positiv in Prozent: 0%

  • SGL Carbon

    Branche: Chemie

    Analystenurteile: 16

    davon positiv: 0

    positiv in Prozent: 0%

    Quelle: Factset, DZ Bank

Diskussion um den Euro-Wechselkurs

Wie es in der Euro-Schuldenkrise weitergeht, dürfte am Montag und Dienstag Thema an den Finanzmärkten sein, wenn sich die Finanzminister der Euro-Länder in Brüssel treffen. Auf der Tagesordnung dürfte auch die Diskussion um den Wechselkurs des Euro stehen, die zuletzt insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland geführt wurde.

„Eine Konsolidierung ist durchaus gesund“

Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) geht davon aus, dass Aktien nach dem überdurchschnittlich guten Jahresstart zunächst etwas die Puste ausgehen könnte. Der Dax hatte im Januar in der Spitze um mehr als drei Prozent angezogen und Ende des Monats bei 7871,79 Punkten den höchsten Stand des laufenden Jahres erreicht. Bis zum Rekordhoch aus dem Jahr 2007 bei 8151,57 Punkten fehlten nur noch gut drei Prozent.

Charts der Woche Diese Aktien schockieren die Anleger

Mehrfach gab es diese Woche zweistellige Kurssprünge und -abstürze.

Charts der Woche: Diese Aktien schockieren die Anleger

Nach seiner jüngsten Rally aber zeige der Dax auf kurze Sicht Überhitzungserscheinungen, so der Helaba-Experte weiter. Insgesamt bleibe er positiv gestimmt: „Eine Konsolidierung ist nun durchaus gesund und der geldpolitische Rückenwind spricht mittelfristig für weiter steigende Kurse.“

Hintergrund ist die Aussage des Chefs der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, alles Notwendige tun zu wollen, um den Euro zu erhalten. Seit dieser Ankündigung Ende Juli hat der deutsche Leitindex sechs Monate in Folge zugelegt.

Dax-Bilanz 2012: So stark wie lange nicht mehr

  • Die drei Schlusslichter

    Platz 30: Eon
    Auch in einem guten Börsenjahr können Anleger verlieren – zum Beispiel mit der Aktie von Eon. Der Kurs des Stromkonzerns fiel um 15,5 Prozent: Schon im Jahr davor gehörten die Eon-Aktien zu den schwächsten.
    Platz 29: Deutsche Telekom
    Unter dem Strich stand ein Minus von drei Prozent. Die Dividende sinkt.
    Platz 28: Fresenius Medical Care
    Der Dialysekonzern fällt mit einem kleinen Minus (-0,4 Prozent) im Dax deutlich zurück. In den USA droht bei Dialyselösungen eine Sammelklage.

  • So gerade im Plus

    Platz 27: Thyssen-Krupp
    Auf Jahressicht lagen die Aktien von Thyssen-Krupp nur hauchdünn im Plus (+ 0,2 Prozent). In den vergangenen drei Jahren verloren die Papiere knapp 30 Prozent an Wert. Der Konzern steckt tief in der Krise.
    Platz 26: K+S
    K+S leidet unter niedrigen Preisen für seine Kali-Düngemittel. Die Aktie machte eine wahre Achterbahnfahrt durch.
    Platz 25: Infineon
    Wegen der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten ist der Gewinn von Infineon eingebrochen. Der Konzern reagierte und setzte Kurzarbeit ein.

  • Drei Schwergewichte schwächeln

    Platz 24: Deutsche Börse
    Für die Deutsche Börse wirkte die gescheiterte Super-Fusion mit der Nyse im Jahr 2012 immer noch nach. Die Aktie der Deutschen Börse hat 2012 sieben Prozent zugelegt.
    Platz 23: Commerzbank
    Die Aktien konnten 2012 gerade mal um zehn Prozent steigen. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 kostete die Aktie des zweitgrößten deutschen Bankhauses noch rund 30 Euro, heute gerade mal 1,44 Euro.
    Platz 22: Siemens
    Siemens verdient gut und spart. Auf Jahressicht reicht es aber nur zu einem Plus von 11,2 Prozent.

  • Unteres Mittelfeld

    Platz 21: Deutsche Bank
    11,9 Prozent im Plus. Bei der Jahresendrally wurde die Aktie ausgelassen.
    Platz 20: Linde
    Mit einem Plus von 14,8 Prozent schneidet Linde deutlich schwächer ab als der Dax. In den kommenden Jahren wird vor allem gespart.
    Platz 19: RWE
    Die Energiewende trifft RWE hart. Die Aktie legte dennoch seit Jahresbeginn 2012 um 15,1 Prozent zu - deutlich besser als Konkurrent Eon.

  • Mittelfeld

    atz 18: Daimler
    Im Oktober enttäuschte Daimler und schickte die Aktie damit auf Talfahrt. Auf Jahressicht hat die Aktie um 21,8 Prozent zugelegt.
    Platz 17: Fresenius
    Die Aktie des Gesundheitskonzerns Fresenius ist 2012 um 21,9 Prozent gestiegen. Im Jahr seines 100-jährigen Bestehens feierte das Unternehmen Rekorde.
    Platz 16: Merck
    Merck blickt auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Die Aktionäre vertrauten dem Unternehmen trotzdem. In 2012 stieg der Aktienkurs um 29,6 Prozent.

  • Oberes Mittelfeld

    Platz 15: BASF
    2012 war das Jahr des Umbaus bei BASF. Die Aktie des Chemiekonzerns hat 32 Prozent zugelegt. Auf Drei-Jahres-Sicht steht sogar ein Plus von mehr als 60 Prozent zu Buche. BASF gehört zu den Konzernen, die Anlegern konstant satte Dividenden auszahlen.
    Platz 14: Adidas
    Die Aktie des Sportartikelherstellers kann ein stolzes Jahresplus von 34 Prozent vorweisen. Seit 2009 hat sie fast 150 Prozent zugelegt.
    Platz 13: Henkel
    Die Aktionäre dürfen mit einem Plus von 39,5 Prozent zufrieden sein. Die Aktie kostet mit mehr als 60 Euro so viel wie nie. Im Jahr 2009 gab es die Anteilsscheine noch für unter 20 Euro.

  • Deutsche Post

    Der Logistikkonzern ist nach Ansicht von Analysten hervorragend aufgestellt, besonders im Expressgeschäft. Die Entwicklung der Aktie spiegelt das wider: Anleger freuen sich über ein Plus von 39,7 Prozent im Jahr 2012. Der Durchschnitt der Analysten prognostiziert bis 2015 ein jährliches Gewinnwachstum von rund zehn Prozent.

  • Heidelberg-Cement

    Dass in Europa wegen der Euro-Krise weniger gebaut wurde, hat den Baustoffkonzern belastet. Dank seines Sparkurses sowie Preiserhöhungen in absatzstarken Märkten wie Nordamerika steigerte das Unternehmen trotzdem seinen Gewinn. Auch die Aktie schnitt mit einem Plus von 39,8 Prozent über dem Dax-Durchschnitt ab.

  • BMW

    Die Aktie des Autobauers hat 2012 um 40,9 Prozent zugelegt. Wer die Aktie länger hält, darf sich besonders freuen. In den vergangen drei Jahren hat sich der Wert der Aktie um mehr als 120 Prozent gesteigert.

  • Beiersdorf

    Der Nivea-Hersteller entwickelt sich erstaunlich: Ohne große Rücksetzer ist das Papier durch 2012 gerauscht und kann ein Jahresplus von rund 41,2 Prozent vorweisen.

  • Allianz

    Europas größter Versicherungskonzern hatte in diesem Jahr, wie fast alle Vermögensverwalter, mit sinkenden Zinsen zu kämpfen. Die Allianz-Aktie hat sich von ihrem Einbruch in den Jahren 2007/2008 noch nicht erholt, konnte aber deutlich aufholen. 2012 steht ein Plus von 41,8 Prozent zu Buche. Auf Fünf-Jahres-Sicht weist sie allerdings ein Minus von fast 30 Prozent auf.

  • Münchener Rück

    Trotz des Hurrikans Sandy rechnet das Unternehmen 2012 mit einen Gewinn von rund drei Milliarden Euro. Das wären 500 Millionen mehr als Anfang des Jahres geplant. Aktionäre freuen sich über ein Plus von 43,5 Prozent. Die Dividende für 2012 soll oberhalb des Vorjahresniveaus von 6,25 Euro je Anteilsschein liegen.

  • Bayer

    Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern gab seine Pläne zur Übernahme des US-Vitaminherstellers Schiff Nutrition auf – Aktionäre waren davon nicht enttäuscht. Die Bayer-Aktie hat 45,5 Prozent an Wert gewonnen.

  • SAP

    Für den Walldorfer Softwarekonzern geht ein Rekordjahr zu Ende. Auch wenn es nicht unter die Top Drei der Dax-Werte reicht, ist der Wertzuwachs der Aktie mit knapp 46 Prozent beachtlich. In den vergangenen drei Jahren machten Aktionäre einen Schnitt von 83 Prozent.

  • Blech

    Volkswagen: Die Vorzugsaktien legten 48,7 Prozent zu. Die Papiere pendelten zwischen 114 und 174 Euro. Besondere Kurspflege gab es von einem Gericht in den USA. Ein New Yorker Berufungsgericht wies die Klage von 26 Hedge-Fonds gegen Porsche zurück. Ein wichtiger Teilerfolg, denn die Kläger werfen dem Unternehmen Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung im Zusammenhang mit den Transaktionen mit Volkswagen-Aktien im Jahr 2008 vor. Die Hedge-Fonds sprechen insgesamt von einem Schaden in Höhe von mehr als 1,4 Milliarden Dollar. VW-Aktien stürmten daraufhin an die Spitze des Dax.

  • Bronze

    Lufthansa: Während Air Berlin über den unfertigen Hauptstadtflughafen klagt, kann Lufthansa im Dax glänzen. Die Aktie der größten deutschen Fluglinie kann ein stolzes Kursplus von 55 Prozent vorweisen. Eines der größten Probleme ist die hohe Tankrechnung der Gruppe. Das Sparprogramm soll helfen diese auszugleichen.

  • Silber

    Lanxess: Stolze 65,7 Prozent hat die Aktie des Dax-Neulings 2012 zugelegt. Lanxess wird wegen der Autokrise etwas vorsichtiger. Die Autohersteller sind wichtige Kunden, deswegen schlägt sich die Krise der Branche auf die Zahlen des Chemiekonzern nieder.

  • Gold

    Continental: Die Aktie schaffte nicht nur das zweite Comeback in den Dax (was bisher keinem Unternehmen gelang), sondern setzte sich auch noch an seine Spitze. Mit einem Kursplus von 82 Prozent ist die Continental-Aktie der beste Dax-Wert auf Jahressicht. Dabei hatte die Aktie, bevor sie in den Dax kam, bereits eine Rally von 180 Prozent hinter sich. Das traditionelle Reifengeschäft läuft beim Autozulieferer Continental weiter auf vollen Touren.

Ob zumindest die Wirtschaft des Währungsraumes wieder Tritt fasst, könnten die Daten zur Industrieproduktion am Mittwoch zeigen. Aus den USA stehen in der kommenden Woche nur wenige Konjunkturdaten an. Lediglich am Freitag könnte mehr Bewegung in den Markt kommen, wenn Zahlen zur Industrieproduktion in der weltgrößten Volkswirtschaft sowie der Empire-State-Index und das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen präsentiert werden.

Das große Bild in den USA bleibt ebenfalls spannend. Zumal die Diskussionen um den US-Haushalt wieder zunehmen dürften. „Das politische Grundrauschen dürfte wieder zunehmen“, schrieb Robert Halver von der Baader Bank in seinem Wochenkommentar.

Die Lieblingsaktien von Max Otte

  • Platz 10

    Delta Lloyd

    Otte: sehr günstige holländische Versicherung mit wenig Exposure in Südeuropa.

     

  • Platz 9

    Alcatel-Lucent

    Otte: spottbillig; allerdings muss sich das Unternehmen fangen. 100 - 200 Prozent Potential.

  • Platz 8

    Fuchs Petrolub

    Otte: Fair bewertet mit Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15; aber sehr gutes Unternehmen. Langfristige Renditeerwartung: + 10%

  • Platz 7

    Salzgitter

    Otte: Zykliker und damit sehr anfällig bei Konjunkturschwankungen. Dank der Cash-Reserven aber extrem günstig.

  • Platz 6

    Novartis

    Otte: Sichere Aktie, moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis (11), großzügige Dividendenrendite (4%).

  • Platz 5

    Energias des Portugal

    Otte: Kurs bei knapp zwei Euro. Im Bieterverfahren Ende letzten Jahres hat das chinesische Unternehmen Three Gorges 3,45 Euro je Aktie bezahlt. Insgesamt haben die Chinesen sich 21 Prozent der Anteile gesichert.

  • Platz 4

    Berkshire Hathaway

    Otte: Dank eines Rückkaufangebots Buffetts lediglich knapp über Buchwertgehandelt. Potential 30 Prozent. Festgeldersatz

  • Platz 3

    Enel

    Otte: breit aufgestellter Versorger, spottbillig wie der Italienische Markt.

  • Platz 2

    OMV

    Otte: Unter Buchwert gehandelt, KGV bei sechs, Dividendenrendite 4,5 Prozent.

  • Platz 1

    Nestlé

    Otte: sicherste Aktie der Welt, derzeit fair bewertet.

Auf Unternehmensseite stehen in der neuen Woche nur wenige Bilanzen aus der ersten Börsenliga an. Im Fokus der Anleger dürfte unter anderem die Bilanzpressekonferenz der Commerzbank am Freitag stehen. Das Geldhaus hatte zuletzt seine Aktie mit der Verkündung eines 700 Millionen Euro schweren Verlusts im vierten Quartal auf Talfahrt geschickt. Mit einem Minus von acht Prozent hat die Commerzbank in der alten Woche so viel verloren wie kein anderer Dax-Wert.

Zudem legen noch andere Großbanken aus dem Ausland ihre Zahlen vor: Barclays präsentiert sein Ergebnis am Dienstag, Societe Generale am Mittwoch und BNP Paribas am Donnerstag.

Die größten Börsenunternehmen der Welt (Stand März 2013)

  • Platz 10

    Chevron

    Marktkapitalisierung: 231 Milliarden Dollar

    Branche: Ölkonzern

  • Platz 9

    Nestle

    Marktkapitalisierung: 134 Milliarden Dollar

    Branche: Konsumgüter

  • Platz 8

    IBM

    Marktkapitalisierung: 138 Milliarden Dollar

    Branche: Technologie

  • Platz 7

    Microsoft

    Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

    Branche: Technologie

  • Platz 6

    General Electric

    Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

    Branche: Mischkonzern

  • Platz 5

    Wal-Mart

    Marktkapitalisierung: 247 Milliarden Dollar

    Branche: Handel

  • Platz 4

    PetroChina

    Marktkapitalisierung: 255 Milliarden Dollar

    Branche: Ölkonzern

  • Platz 3

    Berkshire Hathaway

    Marktkapitalisierung: 257 Milliarden Dollar

    Branche: Investment

  • Platz 2

    Exxon Mobil

    Marktkapitalisierung: 403 Milliarden Dollar

    Branche: Ölkonzern

  • Platz 1

    Apple

    Marktkapitalisierung: 415 Milliarden Dollar

    Branche: Technologie

  • Berechnung

    Der Börsenwert eines Unternehmens (Marktkapitalisierung) wird ermittelt indem man die Gesamtzahl der börsennotierten Aktien mit dem aktuellen Kurs der Aktie multipliziert. Aktien, die sich nicht im Streubesitz befinden werden dabei nicht berücksichtigt.

    Am Beispiel von Apple heißt dies: 938.649.000 Aktien sind im Umlauf, der Kurs der Aktie betrug zum Stichtag der Analyse 425 Dollar. Ergebnis: Ein Börsenwert von rund 398,9 Milliarden Dollar.

Daneben dürften die Zahlen von ThyssenKrupp am Dienstag die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der zuletzt von Skandalen und Verlusten erschütterte Stahlkonzern kündigte am Freitag an, Tausende Stellen zu streichen.

Aus der zweiten deutschen Börsenliga veröffentlichen unter anderem Bilfinger (Montag), Tui (Mittwoch) sowie Aurubis, Gerresheimer und Puma (jeweils am Donnerstag) ihre Bilanzen.

Die 30 Dax-Werte im Überblick

Die Wirtschaftswoche hat die 30 Dax-Werte im vergangenen Oktober gecheckt. Die Ergebnisse im Überblick.

Dax-Aktien im Check A-D

  • Adidas

    Mit Abstand europäischer Marktführer, seitdem Konkurrent Puma ins Straucheln gekommen ist. Stabile Geschäftsentwicklung, weiteres Wachstum in Sicht. Analytisch nicht billig, aber stabile Halteposition.

    Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

  • Allianz

    Operative Fortschritte im klassischen Versicherungsgeschäft, allerdings bleibende Unsicherheiten durch aktuelle Schuldenkrise. Kurstechnisch zuletzt vielversprechende Entwicklung – große Aufwärtswende bis nächstes Jahr möglich.

  • BASF

    Durch breites Produktspektrum immer weniger anfällig vom reinen Chemiezyklus; strategisch vielversprechender Ausbau der Agrarchemie. Bewertung akzeptabel, Dividende gut, bei Schwäche kaufen.

  • Bayer

    Starke Kursentwicklung trotz gemischter Nachrichtenlage. Gleicht Schwäche im Pharma-Kerngeschäft zunehmend besser aus; strategischer Ausbau in Richtung Pflanzenschutz aussichtsreich. Kurzfristig Rücksetzer möglich, dann interessant als Basisinvestment.

  • Beiersdorf

    Sehr trendstarke Aktie, oft gegenläufige Entwicklung zum Dax, analytisch nicht billig, aber durch neues Management und Strategie wieder interessant, Dauerinvestment.

  • BMW

    Zuletzt wieder merklich stabilisiert, auch durch gute Absatzzahlen. Bewertung günstig, Dividende gut, Kaufsignal bei Kursanstieg über 63 Euro.

  • Commerzbank

    Nach heftigem Absturz hohes, aber sehr spekulatives Erholungspotenzial. Analytische Zahlen je Aktie durch Rettungsaktionen verwässert, deshalb fundamental keineswegs billig. Kurstechnisch riskant, aber Wende nach oben durchaus möglich; heißeste Aktie im Dax.

  • Continental

    Nach jüngstem Kursanstieg erst Beruhigung abwarten. Aktie keineswegs günstig, starke Konkurrenz durch neue Offensive von Bridgestone. Wenig Dividende, kein Kauf.

  • Daimler

    Derzeit schwächster Autowert, kurstechnisch angeschlagen. Modellpolitik schwierig, wird immer stärker von Konkurrenten bedrängt. Hat mit zyklischem Lastwagengeschäft dazu eine offene Flanke. Kein Kauf.

  • Deutsche Bank

    Chance auf Turn-around besteht, doch große Unsicherheit durch die Umwälzungen der Branche. Bewertung nicht überzogen, substanziell und operativ deutlich stärker als Commerzbank.

Dax-Aktien im Check D-I

  • Deutsche Börse

    Nach Fehlschlag der Fusion mit Nyse Euronext Wachstum aus eigener Kraft. Langfristig stabiles Geschäftsmodell mit nachhaltigen Gewinnen; kurzfristige Entwicklung eher unsicher. Indifferentes Kursbild.

    Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

  • Deutsche Lufthansa

    Anfällig für Schwankungen der Treibstoffpreise und konjunkturbedingter  Auslastungen. Kurstechnisch in der Bodenbildung, fundamental noch keine Zeichen einer Erholung erkennbar.

  • Deutsche Post

    Geschäftliche Entwicklung zuletzt erstaunlich stabil, gute Dividende, Bewertung nicht überzogen. Daueranlage mit eher begrenzten Kurschancen.

  • Deutsche Telekom

    Zuletzt sogar auf dem schwierigen US-Geschäft Fortschritte, in Deutschland läuft die Offensive gegen Dauerrivalen Vodafone. Kurstechnisch in großer Bodenbildung, Dividende sollte auch nach Auslaufen der bisherigen Garantie überdurchschnittlich hoch bleiben. Für langfristige Anleger.

  • Eon

    Gewinner der abermaligen Energiewende. Umstrukturierung durch neues Management kommt voran, Schuldenabbau muss noch weiter gehen. Bleibt großer Spieler auf dem Energiemarkt, operative Erfolge sollten weiterhin ansprechende Dividende ermöglichen. Kurstechnisch vielversprechende Aufwärtswende.

  • Fresenius SE

    Tritt schrittweise aus dem Schatten der dominierenden Tochter FMC. Durch breiteres Geschäft weniger risikoanfällig, dennoch Profiteur des weltweiten Wachstumsmarkts Gesundheit. Bewertung noch angemessen, Daueranlage.

  • Fresenius Medical Care

    Weltweiter Marktführer bei Dialyse, stabile Wachstumsraten. Expansion in Asien sollte weiteres Potenzial erschließen. Als Daueranlage eignet sich mittlerweile die Muttergesellschaft eher.

  • HeidelbergCement

    Aktie und Unternehmen mit hoher Volatilität – also hohem Risiko. Analytisch keineswegs billig, geringe Dividende.

  • Henkel

    Konnte sich in den vergangenen Jahren durch strategische Weiterentwicklung schrittweise von der Anfälligkeit eines zyklischen Chemiekonzerns lösen. Gutes, margenstarkes Produktportfolio. Aktie technisch und fundamental in fortgeschrittener Entwicklung, bei Schwäche aber weiterhin interessant.

  • Infineon

    Schwierige, hochzyklische Branche, deren Aussichten derzeit eher verhalten sind. Kurstechnisch schwer angeschlagen, meiden.

Dax-Aktien im Check K-V

  • K+S

    Langfristig interessante Geschäftsaussichten durch Erschließung neuer, großer Kali-Vorkommen. Mittelfristig durch Impulse vom Agrarmarkt interessant. Starkes Kaufsignal bei Kursanstieg über 40 Euro.

    Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

  • Lanxess

    Kursberuhigung nach Aufstieg in den Dax abwarten, dann dank analytisch günstiger Bewertung ein Kauf. Strategisch erfolgreiche Geschäftsentwicklung durch Schwerpunktverlagerung von Basischemie zu Spezialchemie.

  • Linde

    Langfristig eine der stärksten Aktien im Dax, Basisinvestment. Gewinner bei der Renaissance der Industriegase  und der Verflüssigung von Erdgas. Fundamental nicht billig – aber das sind Linde-Aktie nie.

  • Merck

    Pharmaspezialist mit spekulativem Potenzial. Entwicklung in den vergangenen Monaten besser als erwartet. Durch Flüssigkristalle auch stark im zyklischen Geschäft  - eine Chance, wenn sich die Wirtschaft 2013 deutlicher als erwartet erholt.

  • Münchener Rück

    Wegen geringer Schadenquote gutes Ergebnis 2012 in Aussicht, dazu hohe und sichere Dividende (derzeit der Hauptgrund für die Aktie). Erstversicherungstochter Ergo dämpft die Entwicklung allerdings; weitere Zukäufe durch Großaktionär Buffett eher unwahrscheinlich.

  • RWE

    Wie Eon mitten im Comeback. Umbau des Energiemix hin zu mehr alternativen Quellen läuft. Hohe Dividende aber kurstechnisch kurzfristig angeschlagen.

  • SAP

    Stabile Geschäftsentwicklung, langfristig der Dax-Wert mit der besten Performance. Kurzfristig nach Anstieg auf bis zu 57 Euro zunächst noch laufende Korrekturbewegung abwarten.

  • Siemens

    Wieder einmal vor grundlegendem Konzernumbau. Aktie nimmt positive Ergebnisse vorweg, hat aber erst bei Anstieg über 80 Euro die große Wende geschafft.

  • Thyssen-Krupp

    Spekulativer Turn-around. Die Lösung vom amerikanischen Stahldebakel sollte möglich sein, kurstechnisch in einer vielversprechenden Startposition.

  • Volkswagen

    Langfristig der beste deutsche Autowert. Erweiterung ins Billigsegment bringt weitere strategische Option. Bisher ist VW der Spagat zwischen den vielen, unterschiedlichen Marken erstaunlich gut gelungen. Aktie nicht überteuert, bei Schwäche ein Kauf.