
DüsseldorfFür einen Moment kam die Angst zurück: Der Kursrutsch begann in Tokio. Als der Nikkei in der vergangenen Woche um mehr als sieben Prozent einbrach, hätte das das Ende der monatelangen Börsenrally sein können. Auslöser war die Sorge, die Notenbanken könnten künftig weniger Geld drucken.
In Frankfurt hatte der Dax erst am Vortag ein neues Allzeithoch von 8.500 Punkten erreicht. Nun sackte er gleich nach Handelsstart um fast drei Prozent ab. Die Anleger beschlich ein mulmiges Gefühl: War das der Auftakt zum weltweiten Ausverkauf?
Er war es nicht. Nach nur einem Tag war der Spuk wieder vorbei. Die Kurse an den Börsen legten wieder zu. Zwar sind die Verluste bis heute noch nicht ganz ausgeglichen, aber der Dax notiert schon wieder über der 8.500-Punkte-Marke.
Kursveränderung 12 Monate: -19,81 Prozent
Börsenwert: 1,05 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 0,0 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 2,16
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): negativ
Kursveränderung 12 Monate: -37,67 Prozent
Börsenwert: 7,01 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 0,0 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 0,31
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 9,47
Kursveränderung 12 Monate: -15,37 Prozent
Börsenwert: 30,48 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 2,28 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 0,53
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 7,55
Kursveränderung 12 Monate: -33,56 Prozent
Börsenwert: 0,81 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 0,0 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 1,78
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 11,47
Kursveränderung 12 Monate: -25,25 Prozent
Börsenwert: 27,93 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 7,89 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 0,68
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 10,27
Kursveränderung 12 Monate: -32,24 Prozent
Börsenwert: 1,29 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 3,66 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 1,80
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 16,49
Kursveränderung 12 Monate: -25,17 Prozent
Börsenwert: 7,44 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 4,39 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 1,33
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 15,45
Kursveränderung 12 Monate: -15,21 Prozent
Börsenwert: 1,48 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 4,82 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 0,88
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 8,17
Kursveränderung 12 Monate: -18,68 Prozent
Börsenwert: 18,30 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 6,71 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 1,12
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 7,88
Kursveränderung 12 Monate: -20,31 Prozent
Börsenwert: 1,98 Milliarden Euro
Dividendenrendite: 0,76 Prozent
Kurs-Buchwert-Verhältnis (2013): 0,47
Kurs-Gewinn-Verhältnis (2013): 21,29
Was bleibt, sind zwei Erkenntnisse: Erstens kann an den Börsen jederzeit eine Korrektur drohen, zweitens erschüttert das die Zuversicht der Anleger nur für einen kurzen Moment.
„Das Grundvertrauen wächst, trotz der Korrektur an den Aktienmärkten“, stellt Manfred Hübner, Geschäftsführer von Sentix, fest. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 4.000 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. Der Kursrutsch habe nicht zum Ausverkauf geführt, sondern sei – nachdem der Schock erst einmal verdaut war – genutzt worden, um nachzukaufen.
Die Anleger verhalten sich erstaunlich abgeklärt. „Bislang konnten wir keinerlei Euphorie nach den Allzeithochs messen, allenfalls Staunen“, sagt Hübner. Die Krise der vergangenen Jahre sei in den Köpfen noch immer sehr präsent.
Sowohl institutionelle als auch private Investoren seien nach wie vor nicht übermäßig stark in Aktien investiert. „Blinde, sorglose Käufe können wir nicht feststellen, auch keine wesentlich zu hohen Bestände“, sagt Hübner.
Der Dämpfer kam möglicherweise zur rechten Zeit. Noch bevor allzu große Sorglosigkeit aufkommen konnte, erinnerte die kleine Korrektur daran, dass es nicht schnurstracks nach oben gehen kann - ohne dass gleich Panik ausbrach.
Der Marktforscher glaubt an eine Fortsetzung der Rally, solange die Anleger weiterhin so vernünftig bleiben. „Wenn die kurzfristige Stimmung schlecht ist, die langfristige Überzeugung aber positiv, dann ist das die beste Ausgangslage für steigende Kurse“, sagt Hübner. Er geht davon aus, dass der Dax bis Jahresmitte in Richtung 9.000 Punkte klettern wird.
Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.
Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.
Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.
Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.
Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.
Dass die Anleger langfristig weiterhin von Aktien überzeugt sind, deckt sich mit einer aktuellen Umfrage der Fondsgesellschaft Schroders. Für den Schroders Global Investment Trends Report 2013 wurden 15.000 aktive Investoren aus 20 Ländern – davon 1.000 aus Deutschland – mit einem Anlagevolumen von mindestens 10.000 Euro befragt.
Demnach gaben drei Viertel (76 Prozent) der deutschen Investoren an, im laufenden Jahr in Aktien investieren zu wollen, wobei die Märkte Europas (23 Prozent) und der BRIC-Staaten (23 Prozent) – also Brasilien, Russland, Indien und China – zu ihren Favoriten zählen. Ein Viertel (25 Prozent) will in den Rentenmarkt investieren, wozu Unternehmensanleihen, Staatsanleihen und Schwellenländer-Anleihen gehören.
„Viele Anleger dürften festgestellt haben, dass gerade im vergangenen Jahr mit Aktien hohe Renditen möglich waren. Daher ist es naheliegend, dass diese Anlageklasse im Fokus der Investoren steht“, sagt Achim Küssner, Geschäftsführer von Schroder Investment Management.
Klar ist aber auch: Der Markt bleibt anfällig für Schocks. Und mit jedem Punkt, den Dax, Dow und Nikkei zulegen, wird die Fallhöhe größer.
Die Sentix GmbH ist der führende Anbieter von Stimmungsindikatoren und Sentimentanalysen in Europa. Mehr als 4.000 Investoren beteiligen sich wöchentlich an den Umfragen, die einen Einblick in die Stimmungslage der Anleger gewähren. Erfahren Sie mehr unter: www.sentix.de

Zitat:
Sowohl institutionelle als auch private Investoren seien nach wie vor nicht übermäßig stark in Aktien investiert.
Das heisst also de facto das auch hier die Notenbankn wohl wieder ihre Finger im Spiel haben. So langsam frage ich mnich echt wie das alles noch enden soll.

Logisch dass bei durch Geldmengen aufgeblaehten Boersen, ein Psychologe Erklaerungen abgeben muss. Klar ist der kommende Crash. Er wird bereinigende Funktionen haben. Die Juppis, frisch oder weniger frisch von der Uni, arrongant, selbstverliebt -- die sich Daytrader schimpfend--, werden doch arg dezimiert werden. Wie das Hochwasser viele Ratten vernichtet, ist es doch nicht in der Lage, diese sich rapide vermehrende Spezies auszurotten. Es wird wieder Leasingruecklaeufer en masse geben. Manchmal gibt es auch gerechte Boersen. Wir stehen direkt davor.

@ Ockhams-Rasiermesser
welche Regeln kann man als Kommentator verletzen, wenn die Funktion von vorneherein gesperrt ist?
Natürlich ist die HB-Redaktion hier "Hausherr" und kann auch eigene Regeln brechen oder kreativ auslegen. Wenn sie keine Kommentare oder nur Mitläufer-Kommentare haben wollen, dann bitte schön! Das sollte dann aber auch allen Lesern klar sein. Was nicht geht ist, offizielle auf Toleranz und auf Meinungsfreiheit und -vielfalt zu machen und diese dann mehr oder weniger subtil (in letzter Zeit eher weniger subtil) zu sabotieren und zu unterdrücken - in der Hoffnung, daß es niemand so recht merkt. Es ist wohl auch klar, daß hier nicht wirklich die HB-Redakteure dahinterstecken. Der Vorwurf an sie ist eher, daß sie keine Widerstand leisten - und vielleicht dann später lieber ihren Kindern und Enkeln erklären, warum das so war.
Im übrigen ist das nicht nur die Vorgehensweise des HB. Im Moment sind viele Mainstream-Medien deutlich restriktiver.
Im Hinblick auf die Bundestagswahl werden insbesondere die EUdSSR- und die "grünen" Reizthemen-Komplexe (die letztlich alle Blockparteien mehr oder weniger vertreten) "gesperrt". Vermutlich liegen auch wegen der AfD bei verschiedenen Entscheidungsträgern die Nerven blank. Meiner Meinung haben sie allen Grund dazu - da helfen auch keine Umfragenfakes.






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