
FrankfurtNach dem herben Einbruch an den weltweiten Börsen werden Aktienanleger wohl noch einige Tage für die Erholung brauchen. „Der Schock sitzt tief und muss erst einmal verarbeitet werden“, sagt Marktstratege Tobias Basse von der NordLB. „Ich erwarte keinen neuerlichen Absturz der Märkte, aber neue Höchststände werden wohl nicht mehr so zackig aufeinanderfolgen.“ Die Geldflut der Notenbanken werde die Börsen aber weiter stützen.
Am Donnerstag war der japanische Aktienmarkt um mehr als 1000 Punkte und damit so stark wie zuletzt nach der Atomkatastrophe von Fukushima abgerutscht. Auslöser waren pessimistisch stimmende Industriedaten aus China, der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Die Börsen rund um den Globus wurden von der Talfahrt in Tokio mitgerissen. Der hiesige Leitindex fiel um mehr als 200 Punkte, nachdem er in den Tagen zuvor auf immer neue Rekorde gestiegen war.
Auf Wochensicht hat der Dax damit rund einen Prozent verloren. Zuvor hatte er vier Wochen in Folge gewonnen und war in der Spitze bis auf ein Rekordhoch von 8557,86 Punkten gestiegen. Auch dem EuroStoxx50 und dem US-amerikanischen Dow-Jones-Index hat der Rutsch am Donnerstag die Wochenbilanz verhagelt. Beide Indizes waren bis dahin ebenfalls vier Wochen in Folge auf Rekordjagd. Der Dow-Jones hatte am Mittwoch ein Allzeithoch von 15.542,4 Punkten markiert.
Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung“ fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.
Dem Dax gehören die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse an.
Der Dax wird als Performance-Index berechnet und unterscheidet sich so wesentlich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.
Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.
Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse eine Rangliste für Börsenumsatz und Marktkapitalisierung. Diese dient auch dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.
Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.
Zur Dax-Familie zählen für die Nebenwerte der MDax und für die Kleinwerte der SDax, denen je 50 Werte angehören. Zudem gibt es den TecDax mit 30 Technologieaktien.
Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt vier Mal im Jahr: im März, Juni, September, Dezember. Dabei überprüft er vor allem die Zusammensetzung der übrigen Indizes.
Der Dax wird auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr sekündlich berechnet. Danach gibt es einen L-Dax, der die Kursentwicklung an der bis 20.00 Uhr offenen Parkettbörse abbildet.
Marktstrategen bleiben für die kommenden Wochen optimistisch. „Investoren sind nach dem Zwischenfall jetzt sehr nervös, aber letzten Endes war der Einbruch ein Warnschuss vor den Bug zur richtigen Zeit“, sagt Basse. „Er hat gezeigt, dass der Aktienmarkt keine Einbahnstraße ist.“ So lang die globalen Notenbanken die Märkte weiter mit Geld fluten, sei allerdings kein allzu starkes Verlustrisiko auszumachen. Alternativen zu Aktien seien schwer zu finden.
Schwierig wird es nach Einschätzung von Marktstratege Carsten Klude von MM Warburg für die Börsen erst, wenn die Notenbanken den Fuß vom Gaspedal nehmen. „Ich fürchte, dass die negativen Konsequenzen für die Konjunktur sehr dramatisch zu spüren sein werden“, sagt der Experte und verweist auf die heftige Marktreaktion, nachdem Fed-Chef Ben Bernanke eine straffere US-Geldpolitik für die kommenden Monate angedeutet hatte. „Wir sind auf Gedeih und Verderb auf das niedrige Zinsniveau angewiesen. Die Probleme sind mit viel Geld zugedeckt“, so Klude. Die Notenbanken müssten aufpassen, dass es ihnen nicht ähnlich ergehe, wie seinerzeit Goethes Zauberlehrling: „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“

Der Unterschied zwischen Gold und Rohöl ist doch, dass Rohöl tatsächlich verbraucht wird. Gold bleibt hoffentlich erhalten.
Das Argument von mir hat aber mit der Kraufkraft nicht so viel zu tun, sondern eher damit, dass Gold erst seit kurzem an Beliebtheit gewonnen hat. Es ist auf jeden Fall nicht so, dass die Inflation und Kaufkraftverlust in den letzten 50 Jahren einen Wertsteigerung um das rund 20-fache rechtfertigen könnte. Nimmt man eine Inflationsrate von 2% so bräuchte man dafür gut 150 Jahre. Sehr viel höher sind die Inflationsraten nicht.
Abgesehen davon spielt es keine Rolle, ob die Währung gedeckt ist oder nicht. Das gleiche Problem hat man nämlich mit Gold auch. Mit Gold kann man nichts anfangen, außer, dass es glänzt. In kleinen Mengen wird es für technische Anwendungen gebraucht. Es hat nur diesen Wert, weil die Menschen Gold einfach haben wollen. Es ist sinnvoller in Kupfer zu investieren als in Gold. Gold ist eigentlich genauso sinnlos, wie seltenes Papier.
Abgesehen davon ist von der Geldschwämme (leider) nicht so viel im Kreislauf, wie erhofft. Das Zentralbankgeld bleibt zwischen Privatbanken und EZB. Nur die Privatbanken sind für die Geldschöpfung verantwortlich und diese vergeben im Moment leider viel zu wenig Kredite. Die Angst vor Inflation oder Geldmengenexplosion ist im Moment überhaupt nicht real.

Wenn schon dann muss man bei einem historischen Vergleich nicht den absoluten Dollarwert, sondern die Kaufkraft eines Dollars zu dieser Zeit vergleichen. Rohöl hat bis zur Jahrtausendwende auch unter 20$ gekostet. Es glaubt jawohl niemand, dass der Preis wieder dorthin fällt!
Wie lange das nur mit Schuldversprechen von bereits insolventen Staaten aufrecht erhaltene Vertrauen in die Kaufkraft dieser ungedeckten Fiatwährungen ist äußerst fraglich. Während die ungedeckten Fiatwährungen, wie das draghische Eurogeld, in nie dagewesenen Summen die Welt überfluten, ist Gold eine begrenzte Währung und damit bestens geeignet zum Werterhalt ohne große Risiko aus Sicht des Kaufkrafterhalts.

Auf Edelmetalle zu setzen ist mir im Moment viel zu riskant. Ich meine damit beide Richtungen (Short/Long).
Wenn man sich mit Gold beschäftigt, wundert man sich dann irgendwann doch, dass hier Preise von über 1000 Dollar bezahlt werden.
1861 war der Goldpreis für die Feinunze bei rund 20 Dollar. Über hundert Jahre später, ich glaube 1969, lag der Goldpreis bei ca 39 Dollar. Erst in den letzten Jahren ist der Preis so in höhe geschossen. Ich persönlich würde für die Feinunze höchstens 400 Dollar bezahlen. Das ist ungefähr das Niveau um das Jahr 2001.
Im Moment ist Silber auch nicht so beliebt, wie es sein müsste, wenn die Aktienpessimisten recht hätten. Eine Blase ist das auf dem Aktienmarkt sicherlich nicht. Ich erinnere da mal an die Stimmung und Bewertungen um die Jahrtausendwende. Das ist überhaupt kein Vergleich.






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