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Finanzmärkte in Angst: Die griechische Krankheit greift um sich

Die Börsen in Portugal, Griechenland und Spanien sacken ab. Der Euro verliert immer weiter an Wert. In New York kracht der Dow Jones unter die Marke von 10 000 Zählern. Groß sind auch die Verluste in Tokio. Die Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten wächst. Experten fürchten den nächsten Crash.

Ratlosigkeit an der Börse in Madrid. Wie schlimm steht es um den Finanzhaushalt? Quelle: dpa
Ratlosigkeit an der Börse in Madrid. Wie schlimm steht es um den Finanzhaushalt? Quelle: dpa

cü/HB FRANKFURT. Die riesigen Haushaltslöcher in Portugal, Griechenland und Spanien verunsichern nicht nur die Anleger in Europa, sondern in aller Welt. In New York, in Tokio, in Frankfurt - überall rutschen die Börsenindizes kräftig ab. Schlägt die Finanzkrise noch einmal kräftig zu?

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In Portugal sackte der Leitindex PSI um rund sechs Prozent ab, kaum weniger verloren die Börsenbarometer in Madrid und Athen. Auch heute geht es weiter bergab mit den Kursen. Die Finanzprobleme einiger Euro-Länder setzen auch der Gemeinschaftswährung zu. Der Euro fiel zeitweise auf 1,3667 Dollar und war damit so billig wie seit knapp neun Monaten nicht mehr.

„Ähnlich wie kürzlich die Finanzmarktkrise könnte sich auch diese Krise zu einem Flächenbrand entwickeln - mit Auswirkungen auf andere Länder, auf Bankensysteme und letztendlich erneut auf die Konjunktur“, warnten die Devisenmarktanalysten der Commerzbank. „Doch im Gegensatz zur Bankenrettung letztes Mal gibt es jetzt unter Umständen keine Institution, die stark genug wäre, einzuspringen.“

Nach dem Kollaps von Lehman Brothers hatten die Notenbanken in beispiellosen Aktionen die Märkte mit Liquidität geflutet, um einen noch größeren Konjunktureinbruch zu verhindern. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatte am Vortag angekündigt, im März Einzelheiten über den Ausstieg aus dieser Krisenpolitik bekanntzugeben.

Die simultanen Kursverluste von Aktien, Rohstoffen und Euro und der gleichzeitige Anstieg der Risikoprämien für Staats- und Unternehmensanleihen an den Derivatmärkten in den vergangenen Tagen haben für Rolf Schäffer, „Züge von Panik“. Diese erinnern den Leiter der Kreditstrategie bei der Landesbank Baden-Württemberg ihn an „die Hochzeiten der Finanzmarktkrise“. Er sieht die Gefahr einer gefährlichen Eigendynamik, also eines Ausverkaufs an allen Märkten. Der Treiber sind für Schäffer dabei die Credit Default Swaps (CDS) für Staatsanleihen der schwächeren Euro-Länder – ähnlich wie in der Subprime-Krise als die CDS für Unternehmensanleihen als Krisenbarometer den Takt vorgaben.

Wie groß das Misstrauen ist, lässt sich auch diesmal wieder an den Kreditmärkten ablesen. Investoren sichern sich verstärkt über Kreditderivate vor dem Ausfall von Griechenland, Portugal, Spanien und Irland ab. So stieg der Index Markit SovX, der das Ausfallrisiko von 15 europäischen Staaten misst, auf ein Rekordhoch von über 100 Basispunkten. Das bedeutet, dass Investoren, die sich fünf Jahre lang vor einem Zahlungsausfall der entsprechenden Staaten schützen wollen, dafür jedes Jahr ein Prozent der zu versichernden Summe zahlen.

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