„Ein Austritt oder ähnliches aus der Eurozone wäre völlig unrealistisch für Griechenland und auch nicht leistbar“, sagte der Gouverneur des Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
Die Mitgliedschaft in der Eurozone könne auch verfehlte Strukturpolitik nicht ausgleichen. Es sei nicht die Aufgabe der Europäischen Zentralbank (EZB), einzuspringen und spezielle Hilfe zu geben, sagte er. Nowotny sagte, die EZB sei der Preisstabilität verpflichtet. Im gegenwärtigen Umfeld eines nur schwachen Aufschwungs bestehe das Risiko, dass die Konjunkturmaßnahmen zu früh beendet würden. Die Rücknahme der Maßnahmen in der Geld- und Fiskalpolitik müssten daher sorgfältig diskutiert werden.
Bei den zehnjährigen spanischen Staatsanleihen hat sich der Renditeaufschlag zur Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit am Donnerstag jedoch ausgeweitet. Der Spread stieg zeitweise auf 74 Basispunkte, der höchste Stand seit Juli. Standard & Poor's hatte den Ausblick für das Rating Spaniens gesenkt.
Die Auktion spanischer Staatsanleihen am Vormittag hatte allerdings kaum Auswirkungen auf den Renditeaufschlag. Spanien verkaufte Papiere in einem Volumen von 2,09 Mrd. Euro. Erwartet hatte das Land, Bonds in Höhe von zwei bis drei Mrd. Euro loszuschlagen. Das Verhältnis des Angebots zur Nachfrage betrug 2,12. „Die Auktion spiegelt die Ängste des Marktes wider“, sagte Analyst Peter Chatwell von Calyon. Obwohl die Nachfrage in Ordnung gewesen sei, liege das Volumen der Auktion am unteren Ende der Erwartungen. Am Mittwoch hatte Standard & Poor's den Ausblick für das Rating Spaniens gesenkt.
Auch der Renditeaufschlag der irischen zehnjährigen Anleihen zur Bundesanleihe kletterte am Donnerstag mit 198 Basispunkten auf den höchsten Stand seit Juli. Am Mittwoch hatte sich die irische Regierung auf Einsparungen von über vier Mrd. Euro geeinigt. Händler warnten allerdings davor, die Bewegungen bei den Renditeaufschlägen überzuwerten. Die Liquidität sei wegen des nahenden Jahresendes dünn und könne zu übertriebenen Reaktionen führen.




