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Marktbericht: Börse Frankfurt: Dax beendet Handelswoche tiefrot

Um bis zu elf Prozent ist der Dax eingebrochen, erholte sich dann aber nach Eröffung der US-Börsen deutlich von seinem Tagestief. Unterm Strich aber steht zum Handelsschluss erneut ein dickes Minus. Anleger flüchten aus Aktien aus Sorge um die Weltwirtschaft. Marktteilnehmer fragen sich, wie tief die Kurse noch sinken können.

An der Börse in Frankfurt regieren die Bären. Foto: dpa Quelle: Handelsblatt
An der Börse in Frankfurt regieren die Bären. Foto: dpa Quelle: Handelsblatt

HB FRANKFURT. Der Dax hat am Freitag auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2005 geschlossen Er beendete den letzten Handelstag der Woche 4,96 Prozent schwächer bei 4.295,67 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich mit zweistelligen prozentualen Verlusten der 4 000-Punkte-Marke gefährlich nahe gekommen war. Diese war im Verlauf zuletzt im November 2004 unterschritten worden. Auf Wochenbasis betrug das Dax-Minus satte 10,16 Prozent. Der MDax verlor 3,85 Prozent auf 5.061,82 Punkte, und der Tecdax fieiel um 5,30 Prozent auf 478,76 Zähler.

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„Der Markt hat sich am Nachmittag etwas stabilisiert, nachdem die US-Börsen sich doch nicht ganz so schlecht wie erwartet entwickelt haben“, sagte Ascan Iredi, Leiter des Aktienhandels bei der Postbank. Nachdem der DAX aber die charttechnisch wichtige Marke bei 4.450 Punkten verletzt und das bisherige Jahresschlusstief unterboten habe, könnte der Leitindex charttechnisch nun weiter in Richtung 3.800 Punkte fallen.

Fast ausnahmslos erlitten die deutschen Aktien kräftige Verluste. Zu den größten Verlierern zählten Finanztitel, die laut Händlern unter der Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession litten. Für Postbank Titel ging es um 8,75 Prozent auf 18,76 Euro nach unten, Commerzbank verloren 8,22 Prozent auf 9,15 Euro. Deutsche Bank gaben um 8,07 Prozent auf 30,26 Euro nach.

MAN-Papiere rutschten nach zwischenzeitlich deutlicheren Verlusten um 4,05 Prozent auf 34,10 Euro ab. Der Gewinneinbruch und die gekappte Prognose des schwedischen Lastwagenherstellers Volvo für den europäischen Lkw-Markt belasteten hier zusätzlich. Ein Händler sagte: „Das muss man sich mal vorstellen - im dritten Quartal hat Volvo gerade einmal 115 Neubestellungen erhalten - im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum 41 970.“

Auch die Aktien von Autobauern bekamen negative Nachrichten der Wettbewerber zu spüren. Der französische Hersteller Renault blickt skeptisch in die nahe Zukunft und senkte die Ziele für die operative Marge 2008. PSA Peugeot Citroen senkte ebenfalls seine Jahresprognose und plant massive Produktionskürzungen im vierten Quartal. Fiat hatte bereits am Vortag für 2009 einen Gewinneinbruch vorhergesagt. Aktien von Daimler, die am Vortag zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Gewinnwarnung herausgegeben hatten, sackten um 5,92 Prozent auf 22,41 Euro ab.

BMW-Titel fielen um 5,41 Prozent auf 18,255 Euro und Volkswagen um 7,93 Prozent auf 210,85 Euro. Papiere des VW-Großaktionärs Porsche stürzten um 13,56 Prozent auf 46,03 Euro ab. Hier nannten Händler als zusätzlichen Belastungsfaktor eine Pressemitteilung, in der der Sportwagenbauer die Einigung der Familien Porsche und Piech in offenen Fragen vermeldete, die es in der Verbindung zwischen VW und Porsche gebe.

Anteilsscheine von Continental büßten am Dax-Ende 9,44 Prozent auf 35,32 Euro ein. Laut einem Händler belastete hier ein Pressebericht, wonach die Familie Schaeffler für die Übernahme des Autozulieferers möglicherweise Investoren an ihrer Firma beteiligen will. Diese sollten bis zu 25 Prozent der Schaeffler-Anteile erhalten und so die Last aus der Übernahme reduzieren helfen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ/Freitagausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise. Schaeffler habe diese Informationen jedoch dementiert. „Der Bericht spricht für Finanzierungsprobleme bei Schaeffler und zudem werden Conti von den negativen Nachrichten aus dem Autosektor belastet“, sagte der Händler.

Schwache Zahlen des südkoreanischen Chipherstellers Samsung Electronics schickten die Titel von Infineon mit minus 7,00 Prozent auf 2,39 Euro nach unten. Samsung äußerte sich vorsichtig zur Preisentwicklung für DRAM-Speicherchips und rechnet mit einem Preisrückgang um rund 30 Prozent im kommenden Jahr.

Gegen den massiven Abwärtsdruck konnten sich nur wenige Aktien im HDAX stemmen. Dazu zählten die im Tecdax notierten Anteilsscheine der Software AG . Sie schlossen nach der Vorlage ihres Geschäftsberichts 2,87 Prozent höher bei 31,89 Euro. Deutschlands zweitgrößter Softwarehersteller steigerte im dritten Quartal Umsatz und Gewinn stärker als erwartet und erhöhte das Margenziel für das laufende Jahr.

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