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Marktbericht Börse Frankfurt: Dax schließt schwach

Der Dax beendet den Handel in den roten Zahlen. Insgesamt blieb die erhoffte Erholung in diesem Monat aus. Das ist ein schlechtes Omen: Denn statistisch gesehen gibt die Tendenz des Januar die Richtung für das Gesamtjahr vor.

Bären wieder auf dem Vormarsch: Nach den Kursgewinnen zu Wochenbeginn tendiert der deutsche Aktienmarkt am Freitag schwächer. Foto: dpa Quelle: dpa
Bären wieder auf dem Vormarsch: Nach den Kursgewinnen zu Wochenbeginn tendiert der deutsche Aktienmarkt am Freitag schwächer. Foto: dpa Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Die Angst vor einer ausgeprägten Rezession hat am Freitag die Kurse an den europäischen Aktienmärkten ins Minus gedrückt. Der Dax fiel um zwei Prozent auf 4 338 Punkte. Zwar schrumpfte die US-Wirtschaft im vierten Quartal 2008 weniger stark als von Experten befürchtet. Doch fiel das Minus mit 3,8 Prozent immer noch so stark wie seit rund 27 Jahren nicht mehr aus. Dies ließ auch an der Wall Street die Kurse rutschen. Bis zum Handelsschluss in Europa verlor der Dow-Jones-Index 1,6 Prozent, der Nasdaq-Composite lag 1,7 Prozent im Minus.

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Das Handelsvolumen im Dax stieg leicht auf 145 (Vortag 142) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich wie am Vortag auf rund 2,9 Mrd. Euro.

Glaubt man der Statistik, sieht es für Aktienanleger in diesem Jahr schlecht aus: Im Januar verbuchte der Dax ein Minus von mehr als acht Prozent. Das ist ein schlechtes Omen: Denn statistisch gesehen gibt die Tendenz des Januar die Richtung für das Gesamtjahr vor. In den vergangenen 13 Jahren lag dieser Indikator nur drei Mal daneben. Dass der Dax auch die erste Handelswoche im Minus beendete, deutet statistisch noch stärker auf ein verlustreiches Jahr hin. Seit 1996 beendete der Index in allen Jahren, in denen die Tendenz der Auftaktwoche und die des Januar übereinstimmten, das Börsenjahr mit dem selben Vorzeichen.

Banktitel legten überwiegend zu. Händler sprachen von Hoffnungen, dass die US-Regierung bereits nächste Woche weiter in Stammaktien von Unternehmen und insbesondere von Banken investieren könnte. Positiv für die Commerzbank wirke zudem, dass sie eine nicht-staatsgesicherte Anleihe auf den Markt bringen will. Die Aktien der Commerzbank stiegen um 0,85 Prozent auf 3,555 Euro. Favorit waren indes die Titel der Postbank mit einem Aufschlag von 3,52 Prozent auf 9,42 Euro. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank drehten vor Handelsschluss ins Minus und sanken leicht um 0,19 Prozent auf 20,70 Euro. Im MDax stiegen die Papiere der Aareal Bank um 2,88 Prozent auf 3,93 Euro.

Die Titel der Hypo Real Estate(HRE) dagegen weiteten ihre Verluste ein weiteres Mal aus und stürzten am Indexende um 12,93 Prozent auf 1,28 Euro. Der Staat muss nach Einschätzung von Experten bis Ende März mindestens 95 Prozent der Anteile an der HRE übernehmen, um die Zukunft des angeschlagenen Immobilienfinanzierers zu sichern. Die Frist ergebe sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen, verlautete am Freitag aus Finanzkreisen am Rande der Beratungen von Bundesregierung und Koalitionsfraktionen.

Die Aktien von Porsche und Volkswagen gaben ihre kräftigen Gewinne am Morgen nach Aussagen auf der Hauptversammlung des Sportwagenbauers zum Teil wieder ab. Die VW-Titel drehten gar in die Verlustzone und sanken um 2,18 Prozent auf 249,45 Euro. Die Porsche-Aktien stiegen nur noch um 2,38 Prozent auf 46,00 Euro, nachdem sie im frühen Handel bei 47,90 Euro ihr Tageshoch erreicht hatten. Der Grund ist Händlern zufolge, dass die Rekordfahrt des erfolgsverwöhnten Sportwagenbauers vorerst zu Ende ist. Absatzeinbruch, Sparprogramm und Produktionsstopp bestimmten die Hauptversammlung in Stuttgart. Dass der Einbruch des Geschäfts im ersten Halbjahr 2008/09 ganz unmittelbare Folgen auf die Strategie beim weiteren Kauf von VW-Anteilen hat, sprach Konzernchef Wendelin Wiedeking ebenfalls offen an: "Angesichts der hochkritischen gesamtwirtschaftlichen Umstände werden wir jedenfalls sehr genau prüfen, wann wir welche weiteren Schritte unternehmen".

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