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Marktbericht: Börse New York: Wall Street schließt klar im Minus

Schlechte Nachrichten vom US-Einzelhandel haben am Dienstag für Verluste an der Wall Street gesorgt. Händler werteten das unerwartete Umsatzminus im März als Beleg, dass die US-Wirtschaft die Krise noch lange nicht überwunden hat.

Negative Konjunkturdaten belasten die Wall Street. Quelle: ap
Negative Konjunkturdaten belasten die Wall Street. Quelle: ap

HB NEW YORK. Die Einzelhandelszahlen überschatteten positive Unternehmensnachrichten. Der Pharmakonzern Johnson & Johnson bekräftigte nach einem guten Start ins Jahr seine Prognosen, Goldman Sachs nährte mit überraschend starken Quartalszahlen Hoffnungen auf eine Erholung der Finanzbranche. Eine geplante Kapitalerhöhung von Goldman wurde am Markt jedoch negativ aufgenommen und belastete Bankentitel.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,7 Prozent auf 7920 Punkte. Dabei pendelte er zwischen 7902 und 8057 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 lag zwei Prozent niedriger bei 841 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,7 Prozent nach auf 1625 Punkte. Am deutschen Aktienmarkt sorgte der überraschend hohe Gewinn von Goldman Sachs für gute Stimmung. Der Dax gewann in Frankfurt 1,5 Prozent auf 4557 Zähler.

In New York drückten dagegen die unverhofft schlechten Konjunkturdaten auf die Stimmung. Die Einzelhändler verkauften im März gut ein Prozent weniger als im Vormonat - ein vollkommen unerwarteter Rückschlag. Händler waren schockiert, da der Einzelhandelsumsatz als wichtiger Indikator für die US-Konjunkturerwartung gilt, die zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt. „Mit der Wirtschaft geht es einfach nicht richtig voran“, sagte Händler Paul Nolte. „Die Zahlen führen dazu, dass die Händler wieder etwas defensiver agieren.“

Der Optimismus und die deutlichen Kursgewinne der vergangenen Wochen erschienen einigen Börsianern angesichts der aktuellen Daten übertrieben. „Die wirtschaftlichen Daten sind nach wie vor nicht positiv“, sagte Analyst Dan Faretta. „Sie sind vielleicht nicht mehr so schlecht wie vor drei oder vier Monaten. Aber eine fundamentale Erholung gibt es bisher nicht.“

Die Einzelhandelszahlen lasteten unter anderem auf den Titeln von Branchenprimus Wal-Mart, die 0,8 Prozent einbüßten. Die Papiere der US-Kaufhauskette Macy's brachen um 7,3 Prozent ein. Auch Energiewerte gerieten infolge der Daten unter Druck. Die Aktien von Exxon Mobil verloren 0,5 Prozent, die von Rivale Chevron gut zwei Prozent.

Positive Nachrichten gab es dagegen aus dem Finanzsektor. Goldman Sachs verdiente dank kräftiger Zuwächse im Anleihe- und Devisengeschäft mitten in der Rezession 1,66 Mrd. Dollar und damit doppelt so viel wie erwartet. Die Aktien des Instituts stürzten jedoch um 11,6 Prozent ab, weil sich die Bank per Kapitalerhöhung fünf Mrd. Dollar beschaffen will. Das zog auch andere Bankentitel ins Minus: Die Aktien von JPMorgan büßten 8,9 Prozent ein, die von Bank of America 8,4 Prozent und die von Wells Fargo 7,1 Prozent. Citigroup-Aktien legten dagegen 5,5 Prozent zu.

Die solide Bilanz von Johnson & Johnson bescherte den Aktien des Unternehmens ein Kursplus von 0,4 Prozent. Nach dem Kurseinbruch vom Vortag angesichts der Furcht vor einer Insolvenz notierten die Aktien von Autobauer General Motors 4,1 Prozent höher bei 1,78 Dollar.

Intel-Aktien gewannen im Vorfeld der Bilanzvorlage nach Börsenschluss 0,2 Prozent. Andere Technologietitel notierten dagegen schwächer. Die Papiere des Softwaregiganten Microsoft verloren 1,2 Prozent, die von Apple 1,6 Prozent. Die Aktien des iPhone-Herstellers gerieten unter Druck, weil der zweitgrößte PC-Hersteller Dell Analysten zufolge mit einem eigenen Smartphone auf den umkämpften Handymarkt drängt und Apple so verstärkt Konkurrenz machen will. Dell-Papiere schlossen 0,2 Prozent im Plus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,75 Mrd. Aktien den Besitzer. 932 Werte legten zu, 2111 gaben nach und 103 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,23 Mrd. Aktien 867 im Plus, 1850 im Minus und 128 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 20/32 auf 99-21/32. Sie rentierten mit 2,790 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 34/32 auf 97-05/32 und hatten eine Rendite von 3,657 Prozent.

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