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Marktbericht: Börsen beschleunigen Talfahrt – Anleger fürchten um Konjunktur

Dax und EuroStoxx schließen mit Verlusten zwischen drei und vier Prozent, auch die Wall Street notiert voll im roten Bereich. Es ist die Konjunkturentwicklung in China, die heute die Investoren verschreckt. Außerdem wächst die Furcht vor einer Staatspleite in Europa. Ein riskantes Gemisch für die Börse. Verstärkt wird es durch eine Enttäuschung beim US-Verbrauchervertrauen.

Händler in Frankfurt: Vor den wichtigen US-Daten zum Wochenschluss wächst die Nervosität. Quelle: Reuters
Händler in Frankfurt: Vor den wichtigen US-Daten zum Wochenschluss wächst die Nervosität. Quelle: Reuters

HB FRANKFURT. Die Angst vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft hat die Finanzmärkte fest im Griff. Anzeichen für ein langsameres Wachstum in China lösten am Dienstag Kursstürze an den Börsen aus und setzten den Euro unter Druck. An den Rohstoffmärkten fielen die Notierungen für Öl und Industriemetalle. Händler sagten, bei schlechten Nachrichten zur Konjunkturentwicklung setze automatisch eine Flucht aus riskanteren Anlagen ein.

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Das Augenmerk der Anleger richtet sich immer mehr auf China. "Die Sorgenfalten sind größer geworden. Der Dampf bei den Wachstumslokomotiven Asiens scheint zu entweichen", sagte Kapitalmarktanalyst Dennis Nacken von Allianz Global Investors. "Die Schwellenländer haben sich nach der Finanzkrise als Stabilitätsanker für die Industriestaaten etabliert. Die Weltkonjunktur ist inzwischen in eine viel größere Abhängigkeit von der Wachstumskraft der Schwellenländer geraten."

Auf Neuigkeiten aus China reagieren die Investoren mittlerweile äußerst sensibel. "Bei der hohen Nervosität derzeit reicht auch ein weitgehend unbeachteter Index, um die Märkte ins Wanken zu bringen", sagte Andreas Schubert vom Vermögensverwalter Marcard Stein & Co. So erlangte der China-Frühindikator des US-Forschungsinstituts Conference Board ungeahnte Aufmerksamkeit. Die Experten korrigierten das Index-Plus für April deutlich herab auf 0,3 (März: 1,2) Prozent von bisher 1,7 Prozent. Auch Daten aus Japan schreckten die Marktteilnehmer auf. Die Industrieproduktion war im Mai zurückläufig.

Vor allem für die exportlastigen deutschen Firmen wäre es ein Problem, wenn die chinesische Konjunkturlokomotive an Schwung verliert, sagte ein Händler.

An den Leitbörsen in Fernost gingen die Kurse auf Talfahrt. In Tokio fiel der Nikkei-Index um 1,3 Prozent. Der Index der Börse in Schanghai gab sogar 4,3 Prozent nach. In dem Sog rutschten auch in Europa die Aktienkurse ab. Nach anfänglichen Abgaben rutschte der Dax im Sog der schwachen Wall Street weiter ab und unterschritt die 6 000-Punkte-Marke. Der deutsche Leitindex fiel schließlich um 3,33 Prozent auf 5 952 Punkte. Der MDax büßte sogar 3,75 Prozent auf 8 009 Punkte ein. Für den TecDax ging es um 3,15 Prozent nach unten auf 733 Punkte.

Die US-Börsen sind am Dienstag mit einem dicken Minus aus dem Handel gegangen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 2,6 Prozent auf 9870 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 3,1 Prozent nach auf 1041 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq brach um 3,9 Prozent auf 2135 Punkte ein.Der Stoxx50 der wichtigsten europäischen Aktien verlor sogar mehr als vier Prozent. "Ich halte die Reaktion für übertrieben", sagte Portfoliomanager Schubert. "Für uns ist das eher eine Gelegenheit zum Einsteigen, denn die Unternehmen verdienen richtig Geld, und eigentlich spricht alles für ein höheres Niveau als das aktuelle."

Verbrauchervertrauen bricht ein

Anleger, die auf gute Nachrichten aus den USA gehofft hatten, wurden allerdings enttäuscht: Das Konsumklima in den USA hat sich im Juni überraschend stark eingetrübt. Der Index für das Verbrauchervertrauen brach auf 52,9 von 62,7 Punkten im Mai ein. Grund für den unerwarteten Rückgang sei die Sorge, dass sich der Arbeitsmarkt nicht wie erhofft erhole, hieß es.

Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Die Regierung musste vergangene Woche ihre Berechnung des Bruttoinlandsproduktes für das erste Quartal nach unten korrigieren, weil der Konsum weniger stark angezogen hatte als zunächst angenommen.

  • 29.06.2010, 22:11 UhrAnonymer Benutzer: dregflow

    Hätten wir Griechenland doch aus der Euro-Zone schmeißen sollen. Spanien und Portugal gleich hinterher. Die sind doch niemeals in der Lage,ihre Schulden zu bezahlen. Hätten wir den Euro abgeschafft und uns die D-Mark wieder gegeben. Alle waren dagegen. Und was isr jetzt? Verlieren wir jetzt alles? Siemens hat den Ernst der Lage erkannt und eine bankenlizens beantragt. Auch dieser Konzern will überleben und mißtraut den Geldhaien sprich banken im herkömmlichen Sinn.

  • 29.06.2010, 19:36 UhrAnonymer Benutzer: Joerg

    Das System wird immer mehr durch obskure indices und nicht nachprüfbare Gerüchte und behauptungen erschüttert. Diese Ausschläge werden in den nächsten Monaten immer extremer und irgendwann wird das System zusammenstürzen. Jeder kann mit einer übers internet anonym verbreiteten Nachricht den Kurs einer beliebigen Aktie oder Anleihe zumindest temporär zum Absturz bringen. Das gibt destruktiven Kräften sehr viel Geld ein. Der Anleger bleibt in diesem Lügengestrüpp zunehmend auf der Strecke.

  • 29.06.2010, 19:03 UhrAnonymer Benutzer: Jürgen

    Das spiel an der börse ist sowas von korrupt und gefälscht. Hat mit seinem ursprünglichen Gedanken nichts mehr zu tun.
    Die ganze Schei.... kann nur durch ein falsches Gerücht jederzeit den bach runtergehen.
    Wer heutzutage dort noch sein Geld hat ist selber schuld....

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