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Marktbericht: Dax im Minus – Deutsche Bank schwach

Der Dax kann den Höhenflug der vergangenen Tage heute nicht fortsetzen. Die Quartalssaison lässt die Anleger kalt, Gewinnmitnahmen machten die Runde. Vor allem ThyssenKrupp und die Deutschen Bank müssen Gewinne abgeben. Ebenfalls im Fokus: Die Aktie von Pharmakonzern Merck.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Atempause in Frankfurt: Der Start der heißen Phase der deutschen Berichtssaison hat die Anleger am Aktienmarkt am Dienstag kalt gelassen. Die neuesten Firmenbilanzen aus dem Inland und dem europäischen Ausland konnten an den Börsen nicht vollends überzeugen. "Überflieger waren da nicht dabei", sagte ein Händler. Ein kleiner Lichtblick war das stärker als erwartet gestiegene US-Verbrauchervertrauen im Oktober, was aber weiter auf niedrigem Niveau bleibt. Der Dax verlor 0,4 Prozent auf 6613 Punkte. Auch an den meisten anderen Börsen Europas ging es abwärts. Der EuroStoxx50 verlor 0,4 Prozent auf 2858 Zähler.

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"Es könnte eine kurze Verschnaufpause anstehen", warnte ein Händler. Seit Monatsbeginn hat der Dax immerhin knapp sieben Prozent zugelegt. "Übergeordnet bleibt es aber bei der aufwärtsgerichteten Tendenz", erklärte der Händler. Die Pause werde von kurzer Dauer sein. Viele Börsianer rechnen noch für dieses Jahr mit einem Anstieg des Leitindex bis auf 7000 Punkte. "Es ist für die nächsten Tage aber ein wenig Vorsicht geboten, denn viele Einzeltitel stoßen mittlerweile an ihre obere Grenze", sagte ein anderer Händler.

Wenig Anklang fand der Zwischenbericht von Merck. Der Pharmakonzern hat im Quartal zwar seinen Gewinn gesteigert, aber das Umsatzziel für das Gesamtjahr auf plus 19 von bislang plus 21 Prozent gesenkt. Die leicht reduzierte Prognose spiegele die nachlassende Nachfrage im Geschäft mit Flüssigkristallen wider, schrieben die Analysten der DZ-Bank. Dies komme zwar nicht ganz überraschend. Einige Anleger wurden aber wohl doch auf dem falschen Fuß erwischt. Merck-Aktien fielen um rund zwei Prozent auf 59,95 Euro.

Ebenfalls im lagen die Aktien von ThyssenKrupp und der Deutschen Bank. "Da haben die Rivalen schlechte Zahlen vorgelegt, und beide bekommen die Quittung gleich mit präsentiert - nach dem Motto "mitgefangen, mitgehangen'", fasste ein Händler zusammen. ThyssenKrupp litten unter der schlechten Aufnahme der Zahlen des weltgrößten Stahlkonzerns Arcelor Mittal. Wegen höherer Rohstoff- aber zugleich sinkenden Stahlpreisen rechnet der Konzern für das vierte Quartal mit einem Gewinnrückgang. Die in Amsterdam und Paris notierten Aktien brachen um rund fünf Prozent ein. Die Titel von ThyssenKrupp waren mit einem Minus von 2,6 Prozent größter Dax-Verlierer. Auch die im MDax gelisteten Aktien von Salzgitter verloren 4,4 Prozent, die des Stahlhändlers Klöckner & Co 3,6 Prozent.

Einen Tag vor den Quartalszahlen der Deutschen Bank trennten sich Anleger von den Aktien des deutschen Branchenprimus. Die Enttäuschung über die Ergebnisse der Schweizer Großbank UBS lastete insgesamt auf den Finanzwerten, sagten Händler. Die Papiere von Deutsche Bank fielen um 1,6 Prozent auf 41,190 Euro. Der europäische Branchenindex verlor 0,5 Prozent. Die UBS hat im Quartal zwar mehr Kunden angelockt, aber im Investmentbanking einen Verlust ausgewiesen, den die Kepler Bank als schockierend bezeichnete. In Zürich brachen die UBS-Aktien um fünf Prozent auf 16,76 Franken ein.

Mit Abstand größter Dax-Gewinner waren mit einem Plus von 2,8 Prozent die Aktien von K+S. Wegen der Preisrally bei den Agrarrohstoffen sehen immer mehr Investoren die Hersteller von Düngemitteln als zu niedrig bewertet an, erläuterten Händler. "Für Agrargüter werden deutlich höhere Preise erwartet, und entsprechend kommt Bewertungsfantasie auch bei den Herstellern von Düngemitteln auf", sagte ein Börsianer.

Mit dem Quartalsbericht der E-Plus-Mutter KPN zeigten sich die Anleger zufrieden. Die Aktien stiegen in Amsterdam um rund zwei Prozent auf 11,745 Euro. KPN hatte vor allem vom Service-Geschäft in Deutschland profitiert. Dies verhalf auch den Aktien der Deutschen Telekom zu einem Plus von 0,9 Prozent auf 10,13 Euro. Der europäische Telekomsektor gewann 1,3 Prozent.

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