
HB FRANKFURT. Diese Nachricht schockiert die Märkte. Nach Griechenland und Portugal stuft S&P auch das Rating für Spanien herab. Der Euro gab binnen Sekunden nach Bekanntwerden der Nachricht deutlich nach, die Aktienmärkte gingen auf Talfahrt. Das Rating für Spanien werde auf "AA" gesenkt, teilte S&P am Mittwoch mit. Zudem sei der Ausblick für das Land negativ. Der Ausblick spiegele wider, dass sich die Haushaltslage in dem Land schlechter als erwartet entwickele.
Die Furcht vor einem Übergreifen der griechischen Finanzkrise auf weitere europäische Staaten hat die Anleger erneut zum Verkauf von Aktien veranlasst. Der Dax schloss 1,2 Prozent tiefer bei 6 084 Punkten. "Wenn EU und Internationaler Währungsfonds nicht schnell etwas entscheiden, wird der Markt weiter schnell fallen", sagte Koen de Leus, Volkswirt bei KBC Securities. Der Eurostoxx50 für die Euro-Zone gab 1,8 Prozent auf 2788 Stellen nach. Der Euro fiel auf 1,3121 Dollar.
Neue Nahrung erhielt die Angst vor einem Dominoeffekt kurz vor Handelsschluss, als die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ihre Bonitätseinstufung für Spanien herabstufte. Tags zuvor hatte sie mit entsprechenden Schritten bei Portugal und Griechenland bereits die Märkte auf Talfahrt geschickt. S&P begründete ihren Schritt damit, dass sich die Haushaltslage in Spanien schlechter als erwartet entwickele. Der Madrider Leitindex rutschte drei Prozent ab.
Die wachsende Nervosität der Anleger spiegelte sich im Volatilitätsindex VDax wider, der um bis zu 17,4 Prozent in die Höhe schoss auf ein Elf-Wochen-Hoch von 26,95 Zählern.
Kurz bevor S&P sich zu Spanien äußerte, hatte sich noch Hoffnung am Aktienmarkt breitgemacht, der Dax holte zeitweilig einen Großteil seiner Verluste auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte beschleunigte Verhandlungen über ein Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland. "Konkretisierte Aussagen zu einem Hilfspaket haben den einen oder anderen wohl etwas beruhigt", sagte ein Börsianer. Dagegen überzeugten am Mittag offenbar ausgehandelte Details zu einem Hilfspaket die Investoren nicht. Analysten verwiesen darauf, dass alle Beteiligten zustimmen und ihren Beitrag leisten müssen, darunter auch selbst hoch verschuldete Länder wie Portugal.




