
HB NEW YORK. Ein milliardenschwerer Übernahmeversuch in der Düngemittelindustrie und überraschend hohe Gewinne bei Einzelhandelsriesen haben am Dienstag Leben in die Wall Street gebracht. Alle drei Indizes verzeichneten Gewinne von mindestens einem Prozent. Die Anleger sahen vielerlei Grund zum Jubeln: So will der weltgrößte Bergbaukonzern BHP den Dünger-Weltmarktführer Potash für fast 39 Mrd. Dollar schlucken und demonstriert so neuen Konjunkturoptimismus in den Chefetagen. Wal-Mart und Home Depot konnten ihre Gewinne zudem deutlicher steigern als erwartet. Schließlich hat die US-Industrie ihre Produktion im Juli doppelt so stark hochgefahren wie erwartet - ein weiteres positives Signal.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Handelsverlauf zwischen einem Hoch von 10 480 und einem Tief von 10 297 Punkten. Er ging 1,0 Prozent höher bei 10 405 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index erhöhte sich um 1,2 Prozent auf 1 092 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 1,3 Prozent und schloss bei 2209 Stellen.
In New York verteuerten sich die Aktien des Düngemittelriesen Potash um mehr als ein Viertel und zogen andere Branchenwerte mit nach oben. Der K+S-Rivale lehnte die BHP-Offerte als unangemessen ab und rüstet sich für die Abwehr einer feindlichen Übernahme. Die Aussicht auf einen Fusionspoker wurde an der Börse positiv aufgenommen: Die wachsende Zahl von Übernahmen zeige, dass die Chefs und Finanzvorstände wieder Vertrauen in die Wirtschaft gewännen und einen Teil ihrer zuletzt angehäuften Barmittel ausgeben wollten, sagte Michael Sheldon von RDM Financial.
Durch einen Sparkurs konnten der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart und der Baumarktriese Home Depot ihre Gewinne überraschend stark steigern, obwohl sie den Markt mit ihren Umsätzen enttäuschten. Wal-Mart-Aktien gewannen 1,2 Prozent, Home-Depot-Papiere verteuerten sich um 3,4 Prozent.
Lebenszeichen aus der Einzelhandelsbranche seien gute Nachrichten für die Anleger, sagte Peter Cardillo von Avalon Partners. Sie nähmen etwas die Befürchtung, dass der private Konsum als Motor der US-Wirtschaft schwächele. Zuletzt hatten Sorgen zugenommen, dass sich die Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft weiter verlangsamt. Das hatte der Wall Street in der vergangenen Woche herbe Verluste eingebracht.




