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Marktschlussbericht: Börse Frankfurt: Sattes Plus: Dax wieder über 4 000 Punkten

Angetrieben von Kursgewinnen in den USA und bei den deutschen Finanzwerten hat der Dax am Dienstag wieder den Sprung über die Marke von 4 000 Zählern geschafft. Zum Schluss verbuchte der Leitindex ein sattes Plus von 2,39 Prozent auf 4 084 Punkte. Im März ist der Dax damit um 6,27 Prozent gestiegen – so stark wie seit April 2008 nicht mehr.

Der Dax schlägt in diesen Tagen heftig aus. Foto: dpa Quelle: dpa
Der Dax schlägt in diesen Tagen heftig aus. Foto: dpa Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Börsianer verwiesen zur Begründung auf das traditionelle "Window Dressing" zum Quartalsende, was den Markt stütze. Darunter verstehen Experten Maßnahmen von Investmentfonds wie etwa aggressive Käufe, um ihre Entwicklung zum Schluss eines bestimmten Zeitraums aufzubessern. Auch für den MDax ging es um 2,45 Prozent auf 4 426,37 Punkte nach oben, der TecDax gewann 2,16 Prozent auf 479,91 Zähler.

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Im Gegensatz zu vielen anderen Experten sieht Marktanalyst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank derzeit keine "Bärenmarktrally", sondern glaubt an eine nachhaltige Stabilisierung. "Ich denke, wir werden eher keine neuen Tiefstände mehr sehen - zwar gibt es immer noch genug negative Nachrichten, aber das sollte großteils schon eingepreist sein", so seine positive Einschätzung. Die Verluste der vergangenen zwei Tage bedeuteten keine neuerliche Trendwende, sondern seien lediglich eine technische Reaktion auf die zuvor deutlichen Gewinne.

Auch der europäische Stoxx-Index machte Boden gut und legte 3,7 Prozent auf 1 815 Zähler zu. In London, Paris und Zürich holten die großen Indizes ebenfalls über drei Prozent auf. „Von einem echten Trend kann man aber nicht sprechen“, sagte ein Händler. „Der europäische Markt folgt nur der Wall Street, und die legt trotz schwacher Konjunkturdaten zu.“ Die Erholung sei vor allem technisch bedingt.

Im Dax ließ das Ende der Zusammenarbeit der beiden Deutsche-Börse-Großaktionäre TCI und Atticus den Aktienkurs des Frankfurter Börsenbetreibers um 9,3 Prozent in die Höhe schnellen. Analysten zufolge könnten die wegen der Finanzkrise stark unter Druck geratenen Hedgefonds, die seit Jahren mit der Börse im Clinche lagen, bereits ausgestiegen sein. Atticus bestätigte am Abend, sein Stimmrechtsanteil sei unter die meldepflichtige Schwelle von drei Prozent gefallen. „Wenn Atticus und TCI jetzt wirklich Ruhe geben, dann ist das für den weiteren Kursverlauf natürlich vielversprechend“, sagte ein Händler. Unterstützt wurde die Aktie zudem von einer Kaufempfehlung der Analysten der Bank of America/Merrill Lynch.

Auch die anderen Finanzwerte konnten wieder aufholen. Im Dax zählten Commerzbank mit 7,8 Prozent und Deutsche Bank mit 4,5 Prozent zu den größten Gewinnern. Die Stahlwerte Thyssen-Krupp und Salzgitter zogen nach dem Einbruch vom Vortag ebenfalls wieder an: Thyssen-Krupp gewannen 7,6 Prozent und Salzgitter 4,3 Prozent.

Auf der Verliererseite standen die Bayer-Aktien mit einem Abschlag von 0,7 Prozent auf 36 Euro. Händler verwiesen auf die Erstzulassung des Novartis-Medikament Afinitor in den USA, von dem sich der Schweizer Konzern einen Milliardenumsatz verspricht. Es ist ein direkter Konkurrent des Bayer-Krebsmittels Nexavar.

Porsche spart sich die Prognose

Mit Kursverlusten von 4,5 Prozent auf 35,38 Euro reagierten die in keinem Index gelisteten Porsche-Aktien auf die Halbjahreszahlen des Autoherstellers. DZ-Bank-Analyst Michael Punzet kritisierte vor allem den starken Anstieg der Netto-Verschuldung. Im Sog von Porsche rutschten die VW-Aktien um 2,2 Prozent auf 231,30 Euro, womit sie im Dax die rote Laterne hielten.

Die übrigen Autowerte machten einen Teil ihrer Vortagesverluste gut. Fiat stiegen in Mailand um zehn Prozent und MAN in Frankfurt um fünf Prozent. Peugeot, Renault, Daimler und BMW kamen da nicht ganz nach, sie legten nur bis zu zwei Prozent zu.

VW-Titel fielen mit minus 2,20 Prozent auf 231,30 Euro ans Dax-Ende. Händler begründeten dies mit den Porsche- Zahlen, die der Übernahmefantasie bei VW etwas Wind aus den Segeln nähmen. Laut DZ-BANK-Analyst Michael Punzet können wegen der hohen Nettoverschuldung des Sportwagenbauers Spekulationen aufkommen, dass Porsche eventuell nicht in der Lage ist, den Anteil an VW entsprechend zu erhöhen, um einen Beherrschungsvertrag abzuschließen.

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