Marktberichte

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Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax geht mir großen Verlusten aus dem Handel

Die Euphorie der Börsianer über den Wahlsieg von Barack Obama hat den Dax am heutigen Handelstag nicht vor Verlusten bewahren können. Neue Sorgen um die wirtschaftliche Verfassung der Eurozone ließen die Kurse fallen.

FrankfurtDie Erleichterung der Geldanleger über den klaren Wahlsieg Barack Obamas hat nur kurz gewährt. Der Dax drehte am Mittag ins Minus und ging am Ende mit einem Verlust von 1,96 Prozent auf 7232 Punkte aus dem Handel. Für Verunsicherung sorgte, dass Obama auch künftig auf harten Widerstand im Kongress stoßen dürfte, denn die Republikaner konnten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus behaupten. Der Senat bleibt dagegen in der Hand der Demokraten.

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Der weiterhin gespaltene Kongress werde es schwer machen, vor Jahresende die notwendigen Kompromisse im Haushaltsstreit zu finden, sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. "Sollten beide Seiten sich nicht einigen, würden unmittelbar zum Jahresbeginn 2013 automatisch die US-Staatsausgaben gekürzt und die Steuern erhöht in einem Umfang, der 5,1 Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung entspricht. Dies könnte die US Wirtschaft in eine erneute Rezession stürzen."


Was Börsianer von Obamas Wahlsieg halten

  • George Soros, Star-Investor

    "Die amerikanischen Wähler haben extremistische Positionen abgelehnt. Das öffnet die Tür für eine vernünftigere Politik. Die gewählten Republikaner werden in den kommenden Jahren hoffentlich bessere Partner sein - besonders notwendig ist das für die Vermeidung des sogenannten 'fiscal cliff'."

  • Holger Schmieding, Chefvolkswirt Berenberg Bank

    "Das knappe Resultat und der weiterhin gespaltene Kongress werden es schwer machen, vor Jahresende die notwendigen Kompromisse im Haushaltsstreit zu finden. Sollten beide Seiten sich nicht einigen, würden unmittelbar zum Jahresbeginn 2013 automatisch die US-Staatsausgaben gekürzt und die Steuern erhöht in einem Umfang, der 5,1 Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung entspricht. Dies könnte die US Wirtschaft in eine erneute Rezession stürzen."

  • Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler

    "Anleger werden ihre Aufmerksamkeit sofort auf die anstehenden Themen wie die sogenannte 'Fiskalklippe' richten. Die Wahl-Entscheidung selbst sollte keinen allzu großen Einfluss haben. Die Differenzen zwischen den beiden Kandidaten waren gering und beide standen vor denselben Problemen wie der hohen Verschuldung."

  • Christian Schmidt, Analyst der Helaba

    "Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Wahlausgang werden nun aus dem Markt weichen. Allerdings kann von Euphorie keine Rede sein. Denn die Republikaner haben ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus behalten. Es muss damit gerechnet werden, dass der Kongress gespalten bleibt und die Blockaden der Vergangenheit auch in Zukunft zu erwarten sein werden."

  • Iaon Smith, Anlagestratege bei Knight Capital

    "Die Aussichten für Investoren werden von denselben Themen bestimmt wie vor der Wahl: Die eigentliche Sorge ist, wie die Politik mit der Frage der 'Fiskalklippe' umgehen wird."

  • Lutz Karpowitz, Analyst der Commerzbank

    "Größeren Rückenwind für den Euro/Dollar dürfte das Wahlergebnis nicht mit sich bringen, da Obama bereits nach den Umfragen als Favorit galt. Obama wird weiterhin mit Gegenwind aus dem Kongress rechnen müssen, da die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verteidigten und in den nächsten Jahren ein politische Blockade nicht auszuschließen ist. Eine längere Hängepartie, in der ein sehr knappes Ergebnis von der unterlegenen Partei angefochten wird, ist aber zumindest vermieden worden."

Für die schwächelnden Aktienmärkte machten Händler neben den drohenden Haushaltsproblemen in den USA auch enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland verantwortlich. Die Unternehmen stellten hierzulande im September 1,8 Prozent weniger her als im Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet. "Die Euro-Krise schlägt auf die Binnenwirtschaft durch", urteilte Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus. "Die Investitionsneigung der deutschen Unternehmen scheint deutlich zu sinken. Das deutet darauf hin, dass die Wirtschaft im vierten Quartal schrumpfen wird."

Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi drückten ebenso auf die Stimmung: Jüngste Daten signalisierten, dass die Ausläufer der Krise nun auch die deutsche Wirtschaft erreicht hätten, sagte er am Mittwoch auf dem Wirtschaftstag der Volks- und Raiffeisenbanken in Frankfurt.

Für Unsicherheit sorgte zudem die im griechischen Parlament anstehende Abstimmung über das 13,5 Milliarden Euro schwere Sparpaket. Die Entscheidung sollte am Abend fallen.

Der Euro gab deutlich nach und fiel auf ein neues Zwei-Monats-Tief von 1,2734 Dollar. Am Vormittag war er noch bis auf 1,2876 Dollar geklettert. Der Dollar-Index, der die Wechselkurse zu wichtigen anderen Währungen wie dem Euro spiegelt, stieg im Gegenzug um 0,3 Prozent.

Gefragt waren die als sicherer Hafen angesteuerten Bundesanleihen. Die Kurse stiegen, entsprechend gingen die Renditen auf 1,370 Prozent nach 1,435 Prozent im Vortagesgeschäft zurück.


Die Woche an den Märkten

  • Mittwoch

    Die deutschen Erzeugerpreise im produzierenden Gewerbe für den September geben die Richtung an den Börsen vor. Großunternehmen wie BNP Paribas, Brenntag, Elring Klinger, Grammer, Hochtief, Holcim, ING, Intershop, Klöckner, Kuka, Loewe, Morphosys, Münchener Rück, OMV, Symrise, Voestalpine und Telefonica legen Zahlen vor.

  • Donnerstag

    Der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank sowie die anschließende Pressekonferenz zum weiteren Vorgehen in der Euro-Krise geben für Europas Börsen den Takt vor. In den USA wird der Handelsbilanzsaldo veröffentlicht.

    Zahlen kommen von Adidas, Commerzbank, der Post und der Telekom, von EADS, Heidelberg Cement, Jenoptik, Jungheinrich, Leifheit, Pro Sieben Sat1, Rhön-Klinikum, Siemens, Société Générale, SMA Solar, Stada und Swiss Re.

  • Freitag

    Die US-Importpreise und das Konsumklima der Uni Michigan dominieren das Geschehen. Ergebnisse melden Allianz, EnBW, Lafarge und Rheinmetall.

Am deutschen Aktienmarkt konnten sich BMW-Aktien gegen den Trend im Plus halten. Zahlreiche Banken hatten als Reaktion auf die Quartalsergebnisse vom Vortag ihre Kursziele angehoben. Die Papiere des Münchener Autobauers kletterten um bis zu 0,44 auf 64,33 Euro.

Auf der Verliererseite standen die Aktien der Deutschen Bank , die sich um 4,5 Prozent verbilligten. Der europäische Bankenindex verlor 0,5 Prozent. "Der kleine Obama-Bonus ist aufgebraucht, jetzt geht es weiter wie vorher", sagte ein Händler. " Auch das Thema Schuldenkrise ist wieder da."

Nach Einschätzung der EU-Kommission wird Spanien - anders als von der Regierung in Madrid selbst berechnet - auch 2014 mit einem Haushaltsloch von 6,4 Prozent weit vom vereinbarten Defizitziel von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfernt sein. Mit Bangen erwarten die Anleger am späten Abend zudem die Abstimmung im griechischen Parlament über das neue Sparpaket der Regierung.

Mit einem Abschlag von knapp fünf Prozent sind Infineon am Mittwoch ans Dax-Ende gerutscht. Einen konkreten Auslöser für die Kursverluste konnten Händlern nicht nennen, verwiesen aber auf das zuletzt gute Abschneiden der Aktien. Infineon haben seit Mitte Oktober gut 14 Prozent zugelegt.


 

  • 07.11.2012, 09:35 UhrAhnungsloser-Hamburger

    Nehmen Sie Tabletten?

    Es wäre sicherlich KEIN Fehler

  • 07.11.2012, 12:17 UhrGO_Rally

    GO = Game Over

  • 07.11.2012, 13:08 Uhrso_what

    Schläft die HB Redaktion die Wahlparty aus ??

    Deutschland: Erzeugung im Produzierenden Gewerbe September (y/y) -7,7% nach -1,3% im Vormonat.
    vor 25 Min (12:00) - Echtzeitnachricht

    Deutschland: Erzeugung im Produzierenden Gewerbe September (m/m) -1,8% (Prognose: -0,4%) nach aufwärts revidiert -0,4% (-0,5%) im Vormonat.
    vor 25 Min (12:00) - Echtzeitnachricht


    Hammershlechte Daten und nhts davon im HB u lesen ...

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