Marktberichte

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Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax legt Verschnaufpause ein

Der Dax schließt kaum verändert. Der fortdauernde Streit um den US-Etat sorgte heute für einen richtungslosen Handel. Einen deutlichen Kursschub erlebte die Aktie des Börsenbetreibers NYSE.

FrankfurtTrotz des ungelösten Haushaltsstreit in den USA und einer als Enttäuschung bewerteten Geldpolitik in Japan haben sich Europas Aktienmärkte am Donnerstag robust gezeigt. Händler vermuten hinter der Gelassenheit einen technischen Grund, da am Freitag zum sogenannten "Hexensabbat" an den Terminmärkten Optionen und Futures auf Aktien und Indizes fällig werden. "Das lockt einige Anleger an den Markt und verhindert größere Kursverluste", erklärte ein Händler.

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Der Dax ging am Ende mit einem kleinen Plus von 0,05 Prozent auf 7672 Punkte aus dem Handel. Der Euro stabilisierte sich im Handelsverlauf bei 1,3244 Dollar.

Händler bezweifelten aber, dass Europas Aktienmärkte letztlich tatsächlich so glimpflich davon kommen werden. "Spätestens am Freitag um 13.00 Uhr wissen wir mehr", kommentierte ein Händler. Dann wird unter anderem der Terminkontrakt auf den Dax fällig. "Wenn bis dahin keine positiven Nachrichten aus Washington vorliegen, kann das ganz schnell wieder nach unten rauschen", erklärte der Händler.


Nach Reuters-Daten ist der Dax so stark überkauft wie seit Mitte Februar nicht mehr, der EuroStoxx50 sogar so deutlich wie seit 2006 nicht mehr. Nach Einschätzung von UBS-Chartanalyst Michael Riesner präsentieren sich die europäischen Aktienmärkte zwar weiterhin besser als die US-Börsen. Die seit Mitte November anhaltende Rally sei aber zu stark, um nachhaltig sein zu können.

In Tokio hatte die Lockerung der Geldpolitik durch die Bank of Japan am Morgen Gewinnmitnahmen ausgelöst und den Nikkei-Index um 1,2 Prozent ins Minus gedrückt, da das Ausmaß der Schritte erwartet worden waren. In Washington ging das Hickhack zwischen Republikanern und Demokraten um die richtige Lösung im Haushaltsstreit derweil weiter. Sollten sich die Kontrahenten bis Jahresende nicht auf einen gemeinsamen Nenner in der Steuer- und Ausgabenpolitik einigen, droht den USA 2013 eine Rezession. "Dieses Hin und Her ist zermürbend", sagte ein Händler.

Die US-Börsen notierten bis zum Handelsschluss in Europa im Minus. US-Konjunkturdaten fielen gemischt aus: Mit 361.000 Amerikanern beantragten in der Vorwoche mehr Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe als angenommen. Dagegen fiel das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal nach endgültigen Zahlen mit 3,1 Prozent höher aus als von Analysten prognostiziert, die mit einem Plus von 2,8 Prozent gerechnet hatten.


So beeinflussen die US-Etatverhandlungen die Börsen

  • Szenario I: Einigung

    Demokraten und Republikaner verständigen sich auf einen Haushalt, der einen Mix aus Steuererhöhungen für Wohlhabende und Ausgabenkürzungen beinhaltet.

    "Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung liegt bei 50 Prozent, denn wir befinden uns nicht mehr im Wahlkampf", sagt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Dollar und die Aktienmärkte werden von einer Einigung profitieren." Wegen der starken Exportorientierung der deutschen Wirtschaft könne beim Dax mit einem überdurchschnittlichen Plus gerechnet werden.

    Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin der Helaba, betont dagegen, eine große Erleichterungsrally sei nicht zu erwarten. Schließlich werde allseits mit einer Einigung gerechnet. Auch Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz äußert sich skeptisch. Angesichts der kräftigen Kursgewinne in den vergangenen Wochen sei das Enttäuschungspotenzial gewachsen.

  • Szenario II: Hängepartie

    US-Präsident und Parlament einigen sich auf einen Minimal-Kompromiss, der vor allem die Anhebung der Schuldenobergrenze vorsieht. Damit verschaffen sie sich Luft für weitergehende Verhandlungen.

    Dieses Ergebnis und eine umfassende Einigung machten für Anleger keinen großen Unterschied, sagt Otmar Lang, Chef-Anlagestratege der Targobank. "Dass es bei den Verhandlungen Reibungsverluste gibt, ist klar. Man wird zu einer Lösung kommen, die den USA nicht schadet. Und was den USA nicht schadet, schadet auch den Märkten nicht."

  • Szenario III: Keine Einigung

    Die US-Politik kann sich nicht auf einen neuen Haushalt einigen. Steuererleichterungen laufen aus und die automatischen Ausgabenkürzungen greifen. Das Land stürzt über die "Fiskalklippe" in eine Rezession.

    Dies würde die chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen und damit auch eine Gefahr für das weltweite Wachstum, warnt Analyst Ruland. "Der Dollar wird voraussichtlich nicht allzu tief fallen, denn schließlich hat die Euro-Zone ebenfalls Probleme. Denkbar wäre eine Aufwertung des chinesischen Yuan."

    Lang & Schwarz-Experte Amato malt ein weniger schwarzes Bild. "Wir haben einige Fallschirme im Gepäck." Die Notenbanken - allen voran die Federal Reserve Bank der USA - würden mit frischen Geldspritzen sicher alles daran setzen, einen Absturz der Weltwirtschaft zu verhindern.

Für Gesprächstoff sorgte am Markt die geplante Übernahme der New Yorker Börse Nyse Euronext durch die Derivatebörse ICE. Die ICE bietet 33,12 Dollar in bar je Nyse-Papier. Die Fusion hat ein Volumen von rund 8,2 Milliarden Dollar. Berichte über die geplante Fusion hatten Händlern zufolge auch bei der Deutschen Börse Übernahmephantasien ausgelöst und die Titel um bis zu 1,9 Prozent nach oben geschoben. Die Anteilsscheine der Nyse legten in New York 31,8 Prozent zu, die der ICE verloren 4,1 Prozent.


Drei Strategien, drei Depots Geschenke statt Aktien

Wie viele Anleger kaufen auch die Handelsblatt-Redakteure in der vorweihnachtlichen Zeit lieber Geschenke als Aktien. In ihren Depots geht es in den letzten Handelstagen des Jahres 2012 dementsprechend ruhig zu.

Drei Strategien, drei Depots: Geschenke statt Aktien

Zu den schwächten Dax-Werten zählten die am Vortag favorisierten Aktien von Thyssen-Krupp nach. Die Deutsche Bahn hat beim Landgericht Frankfurt Klage gegen die Mitgliedsfirmen des Schienenkartells eingereicht, zu dem auch ThyssenKrupp gehört. Einige Investoren hätten das zum Anlasse für Gewinnmitnahmen genommen, nachdem die Aktien zuletzt stark gestiegen seien, erklärte ein Händler. Die Titel verloren 1,8 Prozent.

Im MDax drückte eine Verkaufsempfehlung der Citigroup die Aktien des Rüstungskonzerns Rheinmetall um 2,7 Prozent. Das kommende Jahr könnte für Rheinmetall wegen Problemen im Verteidigungsbereich und der Absatzkrise am europäischen Automarkt schwierig werden, begründeten die Analysten ihre Herunterstufung.

  • 20.12.2012, 19:24 UhrAntilemming

    Respekt, da ist noch jemand mit Mut. Aber so wie die Lemminge seit 5 Wochen ununterbrochen drauf sind, ist für mich auch noch ein Durchmarsch bis zur 8000 möglich, bis dem Markt dann auch einmal 800 Punkte abgenommen werden. Hinterfragen der Marktentwicklung ist offenbar nicht gewünscht. Mit dem Totschlagargument Liquidität müsste man den Markt ja auch bei 20000 Punkten noch kaufen. Und financial cliff hat uns überhaupt nict gebremst, gibt uns bei Lösung aber weiteren Schub. Absurde Situation. Ich halte mich raus.

  • 20.12.2012, 19:02 UhrVollTreffer

    LACH DA SIND JA DIE 7700 schon die ich heute angekündigt habe...dann sehen wir mal morgen weiter...also heute um 20 uhr put kaufen ohne xetra handel knock out 7800

  • 20.12.2012, 17:24 Uhrzugspitze

    CNBC hatte gestern spekuliert, dass der Drop in Gold damit zusammenhängt, dass MS div. HFs von Paulson rausgeschmissen hatte, und dieser daraufhin Gold-Positionen auflösen muss um die Abflüsse zu kompensieren.

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