Marktberichte

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Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax scheitert knapp an der 7.800-Punkte-Marke

Nach einer Berg- und Talfahrt schließt der Dax im Minus. Schwache Konjunktursignale aus den USA sorgten am Ende für fallende Kurse. Die Aktie der Deutsche Bank kann trotz roter Zahlen kräftig zulegen.

FrankfurtWegen wachsender Zweifel an einer Fortsetzung der Rally haben die Anleger am Donnerstag Gewinne mitgenommen. Der Dax ging am Ende mit einem Minus von 0,45 Prozent auf 7776 Punkte aus dem Handel.

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Enttäuschende Bilanzen von Großkonzernen wie Shell und schwache Konjunkturdaten trugen ihren Teil zur gedrückten Stimmung bei. Bei der Deutschen Bank tröstete nur die deutliche Stärkung der Kapitaldecke die Investoren über den Milliarden-Verlust im vierten Quartal hinweg. "Viele Anleger waren vielleicht am Jahresanfang doch zu optimistisch", sagte ein Händler.

So fragten sich einige, ob die Euro-Schuldenkrise tatsächlich schon ad acta gelegt werden könne. Die ultralockere US-Geldpolitik sorgte inzwischen ebenfalls für Sorgenfalten. "Da pumpen sie Milliarden von Dollar in die Wirtschaft und das Wachstum schrumpft sogar noch", fügte der Börsianer hinzu.

Konjunkturindikatoren

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklima

    Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

  • Geldmenge M1

    Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

  • Handelsblatt Prognosebörse

    Auf der Handelsblatt Prognosebörse handeln Teilnehmer ihre Erwartungen über die Entwicklung von sechs Konjunkturindikatoren - Bruttoinlandsprodukt, Inflationsrate, Arbeitslosenzahl, Exporte, Bruttoanlageinvestitionen und ifo-Index - über virtuelle Aktien. Der Ansatz stützt sich nicht auf das Wissen einzelner Experten, sondern auf das gesammelte Wissen aller Teilnehmer. Jeder Interessierte kann kostenlos ein Konto eröffnen und von dort Konjunkturindikatoren als Aktien handeln: Je nach seinen persönlichen Erwartungen über die Entwicklung eines Indikators, kauft oder verkauft er Aktien.

In den USA war die Wirtschaftstätigkeit im vierten Quartal 2012 überraschend um 0,1 Prozent gesunken. Der Anstieg der US-Konsumausgaben blieb im Dezember mit einem Plus von 0,2 Prozent hinter den Markterwartungen zurück. Darüber hinaus stieg die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker als gedacht.

Der EuroStoxx50 verlor 0,75 Prozent auf 270 Punkte. Der Leitindex der Mailänder Börse gab 0,5 Prozent nach, mit einem Plus von knapp sechs Prozent seit Jahresbeginn steuert er allerdings auf das drittbeste Januar-Ergebnis seiner Geschichte zu. An der Börse Madrid rutschte der Ibex sogar um 2,3 Prozent ab. Er hatte in den vergangenen Wochen doppelt so stark zugelegt wie der Dax, der seit Jahresbeginn 2,5 Prozent gewonnen hat.

Anlagestars 2012 Diese Fondsmanager schaffen Traumrenditen

Platz 20: Moritz Schildt und Claus Tumbrägel

Beide managen einen Euro-Rentenfonds, den NORDIX RENTEN PLUS (DE000A0YAEJ1).
Performance 2012: 23,60 Prozent
Fünfjahres-Performance: nicht verfügbar

Outperformance unter Euro-Rentenfonds: 15,35 Prozentpunkte

Einschätzung des Managements:
„In 2012 ist unsere Strategie aufgegangen: Wir waren davon überzeugt, dass die Kursabschläge auf Nachranganleihen großer Banken übertrieben sind – die Vorboten einer Überwindung der Euro-Krise, die systemische Relevanz des Bankensektors und schließlich auch der Anlagedruck großer Investoren haben sehr erfreuliche Kursgewinne ermöglicht.

Auch in 2013 werden wir unseren Kurs als „Bondpicker“ beibehalten und unterbewertete Anleihen suchen: Wir sehen unverändert Chancen bei Nachranganleihen aus dem Finanzsektor und finden immer wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten bei Emissionen, die kleinere Volumina haben oder zum Beispiel wegen eines Kündigungsrechtes oder eines strukturierten Kupons von anderen Fonds vernachlässigt werden. Um auf dem aktuellen Zinsniveau noch eine Überrendite erzielen zu können, muss man bereit sein, sich auch mit Spezialitäten unter den Anleihen zu beschäftigen und auch einmal den Prospekt genau lesen.

Die 2012er Performance von mehr als 20 Prozent werden wir im aktuellen Marktumfeld schwerlich wiederholen können – Das Renditeziel bleibt aber bei 7% und wir werden dieses Ziel auch in 2013 mit Direktinvestments in interessante Euro-Anleihen verfolgen - ohne Einsatz von Leverage, ohne Fremdwährungswetten, ohne Hedging und ohne Beimischung von Schwellenländerrisiken.“           

Datenquelle für die Performance: Feri EuroRating Services AG, eigene Berechnungen

Die zunehmende Verunsicherung der Investoren ließ sich auch am Terminmarkt ablesen. Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, notierten mit 15,64 und 16,99 Punkten jeweils auf dem höchsten Stand seit mehreren Wochen. Vor diesem Hintergrund steuerten einige Investoren den "sicheren Hafen" Bundesanleihen an.

Der Bund-Future gewann 63 Ticks auf 142,06 Zähler. Philippe Gijsels, Chef-Analyst von BNP Paribas Fortis Global Markets, äußerte sich dennoch optimistisch über die Aussichten für die Aktienkurse. "Eine Menge Leute sind immer noch unterinvestiert. Das bedeutet, dass noch eine Menge Geld bereitsteht, um in diese Märkte einzusteigen." Auch für Hedgefonds-Manager Lex van Dam von Hampstead Capital ist die Rally noch nicht zu Ende. "Wenn der Januar gut läuft, gilt dies normalerweise auch für das Gesamtjahr."

Die Woche an den Märkten

  • Donnerstag

    Die deutschen Arbeitslosenzahlen im Januar werden zeigen, ob der Anstieg der vergangenen Monate weitergeht oder gestoppt werden kann. Aus den USA kommen die Verbraucherpreise im Januar, die Konsumausgaben im Dezember sowie der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago im Januar. Ihre Bücher öffnen Altria, Applied Industrial, Colgate-Palmolive, Dow Chemical, Dunkin Brands, Eastman Chemical, Elisabeth Arden, Invesco, Mastercard, Micrel, Nasdaq OMX, Tellabs, Thermo Fisher, Time Warner, UPS und Whirlpool.

  • Freitag

    Die Woche endet mit der Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindexes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Euro-Zone. Von dort kommen zudem die Verbraucherpreise für den Januar. In den USA stehen neu geschaffene Stellen ohne den Agrarbereich sowie der ISM-Einkaufsmanagerindex an. Zahlen kommen von Chevron, Exxon Mobil, Legg Mason und Mattel.

Am Devisenmarkt kostete der Euro am Abend 1,3579 Dollarbeziehungsweise 123,31 Yen und behauptete damit seine jüngsten Gewinne. Börsianern zufolge profitierte die Gemeinschaftswährung weiterhin von der ultra-lockeren Geldpolitik der Notenbanken in den USA und Japan.

  • 31.01.2013, 07:38 UhrF_Hartmann

    Der überbewertete Euro wird die Aktienmärkte kurz und mittelfristig zusätzlich belasten, die EZB wird an einer weiteren Aufwertung nicht interessiert sein und sehr bald gegensteuern.

  • 31.01.2013, 08:06 UhrSchnappt_Shorty

    Endlich setzt die langersehnte Korrektur ein. Stück für Stück. Ein guter Tag:-)

  • 31.01.2013, 08:26 UhrBeelzebub007

    Mann, Mann Sinep Regen!

    Natürlich ist das eine persönliche Einschätzung eines Users! Rein markttechnisch hat der Euro exakt den Wert, der soeben in den Charts publiziert wird - und zwar exakt.

    Aber Anleger informieren sich und haben in eigener Sache Einschätzungen. Und auf der Basis wird dann entschieden.

    Man kann aber auch ganz anderes rangehen: Es ist unmöglich, dass die DAX-Unternehmen in 2012 eine Wertsteigerung von 12 % hatten. Das waren Fehleinschätzungen von Anlegern.

    Oder man geht noch Anders ran, so wie Sie: Keiner hat eine Ahnung. Das wars!

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