Marktberichte

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Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax scheitert knapp an der 7800-Punkte-Marke

Der Dax schließt nach einer regelrechten Achterbahnfahrt im Plus. Für Auftrieb sorgte zunächst die Erleichterung über das abgewendete Chaos in Zypern. Enttäuscht reagierten die Anleger dagegen auf die neusten US-Jobdaten.

FrankfurtDer Dax ist nach einem turbulenten Handelstag mit einem leichten Plus aus dem Handel gegangen. Am Ende verabschiedete sich der deutsche Leitindex mit einem kleinen Kursgewinn von 0,08 Prozent auf 7795 Punkte in die Osterferien.

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Am Mittag legten die deutschen Aktienmärkte zunächst noch deutlich zu, nachdem die Wiedereröffnung der Banken auf Zypern ohne größere Zwischenfälle ablief. Das sei für die etwas höheren Notierungen aber weniger ausschlaggebend gewesen als andere Faktoren, sagte ein Händler. Vielmehr stellten Anleger ihre Positionen glatt, mit denen sie auf weiter fallende Kurse gesetzt hätten oder griffen zum Quartalsende bei denjenigen Werten zu, die bisher nicht so gut gelaufen seien.

Für Missmut sorgten am späten Mittag schließlich die neusten Daten vom US-Arbeitsmarkt. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen deutlich höher aus als prognostiziert. "Die US-Konjunkturdaten waren enttäuschend, aber das muss nicht unbedingt für sinkende Kurse sorgen", sagte ein Börsianer in Frankfurt. Schließlich dürfte das die US-Notenbank dazu bewegen, ihre Geldpolitik weiter locker zu lassen.

Der Euro notierte am Abend wieder über der Marke von 1,28 Dollar, nachdem er zuletzt wegen der Hängepartie um das Rettungspaket für Zypern und die möglichen Folgen für andere Bankkunden in der Euro-Zone mehr als zwei US-Cent verloren hatte.

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Trotz langer Schlangen vor den Banken blieb der befürchtete Massenansturm der Zyprer auf ihre Konten aus. Insgesamt sieben Tage lang sollen Kontrollen der Kapitalströme verhindern, dass Kunden aus Panik massenhaft Geld außer Landes schaffen. Im Land sind Barabhebungen nur bis höchstens 300 Euro pro Tag und Kopf erlaubt, damit den klammen Banken der Inselrepublik nicht auf einen Schlag das Geld ausgeht.

"Das große Chaos in Zypern ist erst einmal ausgeblieben und das sorgte am Markt für eine vorsichtige Entspannung", sagte ein Börsianer. "Dennoch bleibt die Frage, ob nicht in anderen südeuropäischen Ländern ein Run auf Banken ausgelöst wird, sollte sich der Eindruck im Markt verfestigen, dass künftig immer stärker auch Kontoinhaber zur Rettung von Banken herhalten müssen. Und dann hätten wir in der Tat ein großes Problem."

Die Prognosen der Finanzprofis

  • George Soros, Investor

    „Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

  • Marc Faber, Investor

    „Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

  • Bill Gross, Fondsmanager

    „Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

  • Felix Zulauf, Vermögensverwalter

    „Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

  • Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

    „Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

  • Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

    „Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

  • Warren Buffett, Investor

    Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

  • Nouriel Roubini, Ökonom

    „Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

  • Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

    „Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

  • Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

    „Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

  • Barry Knapp, Barclays

    „Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

  • Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

    „Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

  • Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

    „Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Unter den Einzelwerten im Dax ragten besonders Henkel heraus, die sich nach einem kritischen Analystenkommentar um 1,6 Prozent verteuerten. BMW notierten dagegen 2,59 Prozent schwächer.

Im MDax legten die Aktien von Kabel Deutschland um 2,61 Prozent zu, nachdem Übernahmefantasien die Titel des niederländischen Mitbewerbers Ziggo um 11,8 Prozent nach oben getrieben hatten. Der US-Rivale Liberty Global hat für 632,5 Millionen Euro einen Anteil von 12,65 Prozent an Ziggo erworben und damit laut Händlern Spekulationen auf eine vollständige Übernahme ausgelöst.

Die gebrochenen Versprechen der Euro-Retter

  • Keine Finanzhilfe für Griechenland

    „Hilfe steht nicht auf der Tagesordnung, denn Griechenland sagt selbst, dass es im Augenblick keine Hilfe braucht."
    Bundeskanzlerin Angela Merkel am 21. März 2010

    Ende April beantragt Griechenland offiziell Finanzhilfe, im Mai beschließen die EU, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) das erste Griechenlandpaket.

  • Keine dauerhaften Rettungsschirme

    „Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart."
    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 24. Juli 2010

    Die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (ESFS) ist zwar zeitlich befristet, aber die Euro-Finanzminister einigen sich Anfang 2012 auf den dauerhaften Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).

  • Kein griechischer Schuldenschnitt

    „Ich werde langsam müde, diese Gerüchte immer wieder zu dementieren."
    Griechenlands früherer Finanzminister Giorgos Papakonstantinou am 18. April 2011

    Im Oktober beschließen die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone einen Schuldenschnitt für Griechenland: Private Gläubiger und Banken verzichten auf 50 Prozent ihrer Forderungen.

  • Das Volumen der Rettungsschirme

    „Wir haben jetzt ein Land unter dem Schirm, das ist Irland. Und damit ist das Volumen noch weit davon entfernt, ausgeschöpft zu sein."
    Bundeskanzlerin Angela Merkel am 12. Januar 2011

    Im April 2011 stellt Portugal Antrag auf Hilfe. Es wird klar, dass die bisher hinterlegten Bürgschaften nicht ausreichen, um die Kredite zu den gewünschten Zinskonditionen zu beschaffen. Im Juni beschließt die Euro-Zone, den EFSF auf 780 Milliarden Euro aufzustocken, durch den sogenannten Hebel wird das Volumen im Oktober auf mehr als 1000 Milliarden Euro erhöht.

  • Keine Haftungsunion

    „Eine gesamtschuldnerische Haftung wird es nicht geben, solange ich lebe."
    Bundeskanzlerin Angela Merkel am 26. Juni 2012

    Im Oktober 2012 schlägt die Troika aus EU, EZB und IWF den Finanzministern der Euro-Zone einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland vor: Auch die öffentlichen Gläubiger sollen Athen nun einen Teil ihrer Forderungen erlassen. Damit würde die Rettung Griechenlands erstmals die deutschen Steuerzahler wirklich Geld kosten. Schäuble lehnt ab und schlägt vor, Griechenland mehr Zeit zu geben.

  • Die Spareinlagen sind sicher

    Die Europäische Union garantiert, dass Ersparnisse bis zu 100.000 Euro innerhalb der Währungsunion sicher sind.

    Im Fall Zyperns war die Politik kurz davor, gegen ihre eigenen Zusagen zu verstoßen. Zunächst war geplant, Kleinsparer an der Bankenrettung zu beteiligen. Nach empörten Protesten wurde die Zwangsabgabe überarbeitet. Nun müssen nur noch zyprische Sparer mit einem Vermögen über 100.000 Euro haften.

  • Nur ein Einzelfall?

    „Zypern war nun ein ganz besonderer Fall, das wusste jeder.“
    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 28. März 2013

    Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem hatte zuvor in Interviews die Einbeziehung von wohlhabenden Kunden zyprischer Banken in die Maßnahmen zur Zypern-Rettung als richtungsweisend hingestellt. Er bezeichnete sie als „Blaupause“ für andere Länder, relativierte die Aussagen dann später wieder.

Die Anteilsscheine von Süss Microtec schossen im TecDax um 7,19 Prozent nach oben. Trotz des verhaltenen Ausblicks des Chipausrüsters für 2013 sei Süss weiterhin gut positioniert, urteilte DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp und bekräftigte seine Kaufempfehlung. Ein Händler begründete den Kursanstieg der Aktie zudem damit, dass der Konzern einen wichtigen Folgeauftrag erhalten habe.

Im SDax setzten IVG Immobilien ihre Talfahrt fort. Die Aktien fielen um 14,51 Prozent auf ein Rekordtief von 0,65 Euro, nachdem sie am Vortag bereits mehr als 40 Prozent an Wert eingebüßt hatten. Das Unternehmen leidet unter tiefroten Zahlen und einer hohen Verschuldung.

  • 28.03.2013, 09:15 UhrArmAb

    Rennen die Zyprioten schon? Wo laufen sie denn, wo laufen sie denn hin?

  • 28.03.2013, 10:22 UhrMary

    Informationsbedarf

    Kann bitte mal jemand klären, wo am Montag gehandelt wird?

    Die Pump- Europabanken haben alle gesplittet. Warum nicht die Deutsche Bank?

  • 28.03.2013, 14:50 UhrZocki

    Nichtchristliche Länder?

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