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Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax schließt nach Berg- und Talfahrt im Minus

Der Dax hat am Montag an die verlustreiche vergangene Handelswoche angeknüpft. Das Fehlen von klaren Kaufsignalen sorgte für einen Rückzug vieler Dax-Anleger. Die Aktien von Eon legten dagegen kräftig zu.

FrankfurtZu Wochenbeginn haben sich die Anleger mit größeren Engagements an Europas Börsen zurückgehalten. Anleihen aus Spanien und Italien gerieten etwas unter Druck, weil Investoren fürchteten, dass die Euro-Sorgenkinder von ihrem Sparkurs abweichen könnten. Der Dax ging am Ende mit einem Verlust von 0,24 Prozent auf 7.633 Punkte aus dem Handel. Der Euro legte dagegen kräftig zu und notierte am Abend deutlich über 1,34 Dollar.

Zehnjährige spanische Papiere rentierten zu Wochenbeginn bei 5,421 Prozent - nach 5,383 Prozent im Freitagsgeschäft. Ihre italienischen Pendants lagen bei 4,6 nach zuletzt 4,570 Prozent. Erst wenn der Ausgang der Wahlen in Italien klar sei und sich die politische Situation in Spanien beruhigt habe, dürfte es für die Anleihen dieser Länder wieder bergauf gehen, sagte Piet Lammens, Stratege bei KBC.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

  • Umfrage

    Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

    Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

  • Der Träumer

    Nomura: 8.890 Punkte

  • Die Super-Optimisten

    8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

  • Die Optimisten

    Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
    BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

  • Die Zuversichtlichen

    Santander Bank: 8250 Punkte
    Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

  • Die Durchschnittlichen

    VP Bank: 8100 Punkte
    BNP Paribas: 8084 Punkte

  • Der Durchschnitt

    Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

  • Die 8.000er

    8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

  • Die Vorsichtigen

    7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
    JP Morgan: 7785 Punkte
    Postbank: 7750 Punkte

  • Die Negativen

    Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
    Bank Sarasin: 7500 Punkte

  • Die Pessimisten

    National Bank: 7300 Punkte
    Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

  • Der Super-Pessimist

    Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Umfragen in beiden Ländern deuten darauf hin, dass die reformwilligen Parteien an Unterstützung verlieren - wenn auch aus verschiedenen Gründen. In Italien hat die Partei des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zuletzt Boden gutmachen können - Ende Februar wird dort ein neues Parlament gewählt. In Spanien drückt der Korruptionsskandal um Ministerpräsident Mariano Rajoy die Regierungspartei in ein Umfragetief.

Auf Erholungskurs ging dagegen der Euro, der am Montag bei 1,3425 notierte nach 1,3363 Dollar am Freitagabend in New York. Allerdings war die Gemeinschaftswährung damit weit entfernt von ihrem Anfang Februar erreichten Höchststand von 1,3711 Dollar. Händlern zufolge nutzen Anleger die Kursrückgänge der vergangenen Tage zum Wiedereinstieg in den Euro.

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Für Verunsicherung hatte - neben der Entwicklung in Italien und Spanien - die anhaltende Debatte um eine aktive Steuerung des Euro-Wechselkurses gesorgt. Der französische Finanzminister Pierre Moscovici erneuerte vor dem Treffen der Euro-Gruppe seine Forderung, dass eine engere Abstimmung bei der Wechselkurspolitik notwendig sei. Frankreich sieht in der jüngsten Euro-Stärke Nachteile für die europäische Wirtschaft. Die deutsche Regierung hält die Gemeinschaftswährung allerdings nicht für überbewertet und spricht sich für flexible und am Markt gebildete Wechselkurse aus.


Richtungsloser Handel am Aktienmarkt

An den europäischen Aktienmärkten tat sich am Rosenmontag nicht viel: Der Euro Stoxx50 verlor knapp 0,25 Prozent auf 2.624 Punkte. Im Dax fehlten wegen der Karnevalsfeiern viele Investoren, sagte ein Börsianer. Zudem gab es keine Impulse aus Asien: Die Börsen blieben feiertagsbedingt geschlossen.

Kursabschläge mussten europaweit die Autowerte hinnehmen, nachdem diese in der vergangenen Woche noch zu den stärksten Gewinnern gehört hatten. Der Branchen-Index verlor 0,4 Prozent. Hierzulande fielen Daimler nach einem Vorwochenplus von 4,9 Prozent um 1,3 Prozent. BMW gaben 1,9 Prozent nach.


Aktien für Langfrist-Anleger

  • AmBev

    Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
    Börsenwert in Millionen Euro: 81674
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
    Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

  • Apple

    Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
    Börsenwert in Millionen Euro: 428190
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

    Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

  • Baidu

    Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
    Börsenwert in Millionen Euro: 29197
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
    Dividendenrendite: keine

  • British American Tobacco

    Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
    Börsenwert in Millionen Euro: 75886
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
    Dividendenrendite: 4,6 Prozent

  • CF Industries

    Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
    Börsenwert in Millionen Euro: 11021
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
    Dividendenrendite: 0,8 Prozent

  • Deckers Outdoor

    Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
    Börsenwert in Millionen Euro: 1300
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
    Dividendenrendite: keine

  • Elekta

    Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
    Börsenwert in Millionen Euro: 3671
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

    Dividendenrendite: 1,5 Prozent

  • Kia Motors

    Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
    Börsenwert in Millionen Euro: 202557
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
    Dividendenrendite: 0,8 Prozent

  • Novo Nordisk

    Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
    Börsenwert in Millionen Euro: 67311
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
    Dividendenrendite: 1,6 Prozent

  • Millicom Cellular

    Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
    Börsenwert in Millionen Euro: 7195
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

    Dividendenrendite: 2,9 Prozent

  • Salesforce.com

    Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
    Börsenwert in Millionen Euro: 16508
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
    Dividendenrendite: keine

  • Shire

    Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
    Börsenwert in Millionen Euro: 13305
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
    Dividendenrendite: 0,5 Prozent

  • Vodafone

    Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
    Börsenwert in Millionen Euro: 106910
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
    Dividendenrendite: 6,1 Prozent

  • Williams Partners LP

    Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
    Börsenwert in Millionen Euro: 14171
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
    Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Auf der Gewinnerseite standen die Versorger Eon und RWE, die um mehr als 3,5 und 1,8 Prozent zulegten. Beide Titel standen zuletzt regelmäßig auf den Verkaufslisten der Anleger. Merck-Aktien gehörten nach einer Kurszielerhöhung der Deutschen Bank mit einem Plus von 1,8 ebenfalls zu den Gewinnern.

Im MDax gab die Aussicht auf eine überraschend hohe Dividende Bilfinger Auftrieb. Die Aktien kletterten um 2,7 Prozent auf 76 Euro. Noch deutlicher ging es mit Wacker Chemie aufwärts, die sechs Prozent zulegen konnten. Der Spezialchemiekonzern hob die Kurzarbeit am Standort Burghausen auf, weil die Polysilizium-Nachfrage höher sei als gedacht.

Deutlich abgestraft wurden dagegen Kontron-Papiere: Der Kleincomputer-Hersteller hat für 2012 einen operativen Verlust von rund 32 Millionen Euro ausgewiesen und damit Investoren überrascht. Die Aktie rutschte um 5,4 Prozent ab.

Die Woche an den Märkten

Dienstag
Spanien, Italien und die Niederlande begeben Staatsanleihen. Dax-Mitglied Thyssen-Krupp stellt Ergebnisse vor. Im Ausland veröffentlichen Tomtom, Michelin, die britische Barclays und Reynolds American Zahlen.

Mittwoch
Es stehen die deutschen Großhandelspreise und das Ifo-Weltwirtschaftsklima an. Dazu kommt die Industrieproduktion der Euro-Zone. In den USA werden die Daten zu Einfuhrpreisen, Einzelhandelsumsatz und zu den Lagerbeständen veröffentlicht. Deutschland und Italien begeben kurzfristige Anleihen. Die Bank von Japan beginnt mit ihrer geldpolitischen Sitzung. Die Bank von England veröffentlicht ihren Inflationsbericht. Firmendaten liefern Tui, Reckitt Benckiser, ING, Peugeot, Total, Société Générale, Heineken, und aus den USA Applied Materials, Comcast, Cisco Systems.

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Donnerstag
Viele Länder veröffentlichen die Wachstumszahlen für das vierte Quartal. Darunter sind: die Euro-Zone, Deutschland, Frankreich, Österreich, Niederlande, Italien, Griechenland, Portugal sowie Japan. In den USA werden die Wochendaten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe publiziert. Die EZB stellt ihren Monatsbericht vor. Firmendaten bieten Aurubis, Puma, MVV Energie, Gerresheimer, EdF, Clariant, ABB, Iberdrola, Rio Tinto, Nippon Steel, Nestlé, Zurich Versicherungen, Renault, Air Liquide, BNP Paribas, General Motors, Pepsico.

Freitag
Die Handelsbilanz der Euro-Zone wird vorgestellt. Aus den USA kommen unter anderem der Empire State Index, die Industrieproduktion und das Verbrauchervertrauen. Bei den Firmenzahlen stehen die Daten der Commerzbank im Mittelpunkt, daneben die Ergebnisse von Gesco, Sulzer, Aegon, Eni, H&M.