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Schlussbericht Börse Frankfurt: War's das mit den 8.000 Punkten ?

Viele Experten sahen den Dax bereits auf einem guten Weg in Richtung 8.000 Punkte. Doch neue Sorgen um die Euro-Krisenländer brachten den Index zum Fall. Der Dax rutsche heute um knapp 200 Punkte ab.

Düsseldorf/FrankfurtSorgen um die Stabilität Spaniens und Italiens sowie mit Enttäuschung aufgenommene Zahlen der Commerzbank haben den europäischen Finanzmärkten am Montag zugesetzt. Der Euro entfernte sich von seinen zuletzt erreichten Höchstständen, die Renditen der Peripherie-Länder zogen an. Die Titel der Commerzbank waren mit einem Minus von knapp sechs Prozent die größten Verlierer im Dax.

Der deutsche Leitindex ging am Ende mit einem satten Verlust von 2,49 Prozent auf 7.638 Punkte aus dem Handel. Der Euro fiel unter die Marke von 1,36 Dollar.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

  • Umfrage

    Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

    Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

  • Der Träumer

    Nomura: 8.890 Punkte

  • Die Super-Optimisten

    8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

  • Die Optimisten

    Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
    BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

  • Die Zuversichtlichen

    Santander Bank: 8250 Punkte
    Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

  • Die Durchschnittlichen

    VP Bank: 8100 Punkte
    BNP Paribas: 8084 Punkte

  • Der Durchschnitt

    Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

  • Die 8.000er

    8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

  • Die Vorsichtigen

    7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
    JP Morgan: 7785 Punkte
    Postbank: 7750 Punkte

  • Die Negativen

    Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
    Bank Sarasin: 7500 Punkte

  • Die Pessimisten

    National Bank: 7300 Punkte
    Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

  • Der Super-Pessimist

    Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wird vorgeworfen, jahrelang Zahlungen aus Schmiergeldkassen erhalten zu haben. Der Chef der oppositionellen Sozialisten, Alfredo Perez Rubalcaba, forderte Rajoy zum Rücktritt auf. Der Leitindex in Madrid markierte mit einem Abschlag von 2,1 Prozent ein Fünf-Wochen-Tief.

In Italien wird die Affäre um die Traditionsbank Monte Paschi zunehmend zu einem Spielball der Innenpolitik. Anleger fürchten, dass die Affäre dem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geführten Mitte-Rechts-Bündnis Auftrieb gibt. Ende des Monats soll gewählt werden.

Angeführt von deutlichen Kursverlusten bei den Finanzwerten fiel der italienische Leitindex um 2,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit knapp vier Wochen. UniCredit, Banco Popolare und Monte Paschi verloren zwischen 4,7 und 3,8 Prozent. Der EuroStoxx50 gab um knapp drei Prozent nach.

„Power Picks“ von S&P Die besten Aktien für 2013

Neben Großkonzernen finden sich darunter einige No-Names.

Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf 1,3547 Dollar zurück, nachdem sie am Freitag noch bei 1,3711 Dollar notiert hatte. Die Renditen der zehnjährigen spanischen und italienischen Renditen zogen auf 5,434 und 4,513 Prozent an. Zu Wochenschluss hatten sie jeweils bei 5,215 und 4,330 Prozent gelegen.

Zusätzlich belastet wurde die Stimmung von den weiter steigenden Arbeitslosenzahlen in Spanien: 4,98 Millionen waren dort im Januar ohne Job - im Vergleich zum Dezember sind das gut 132.000 Menschen mehr. Die Probleme vieler Peripherie-Ländern seien zuletzt ignoriert worden, sagte ein Händler. "Aber es war absehbar, dass das nicht lange gut gehen würde."


Einzelwerte im Blickpunkt

Am deutschen Aktienmarkt gaben die Aktien der Commerzbank um 5,9 Prozent auf 1,51 Euro nach. Sonderabschreibungen belasteten das Geldhaus mit fast einer Milliarde Euro, weshalb 2012 unter dem Strich nur ein Gewinn von sechs Millionen Euro übrig blieb. Ein Jahr zuvor waren es noch 638 Millionen gewesen. Im vierten Quartal allein verbuchte die Bank 720 Millionen Euro Verlust. Händlern zufolge hofften einige Anleger, dass die Commerzbank ähnlich wie die Deutsche Bank ihre Bilanz nun um die meisten Problemfelder bereinigt habe. Angesichts der schlechten Gesamtstimmung am Markt helfe das der Commerzbank-Aktie aber nicht. Die Titel der Deutschen Bank verloren 3,36 Prozent.

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Auf der Verliererseite standen auch die Titel der Deutschen Post, die nach einer Herunterstufung durch die HSBC 2,8 Prozent nachgaben. Im MDax waren Aurubis mit einem Abschlag von 3,8 Prozent die größten Verlierer. Die Kupferhütte konnte ihren Gewinn im ersten Geschäftsquartal wegen Sondereffekten zwar steigern, nach Rechungsauslegung IFRS sank der Ertrag vor Steuern aber auf 13 Millionen von 213 Millionen Euro.

International mussten Vodafone Kursabschläge hinnehmen. Gewinnmitnahmen machten den Aktien des britischen Mobilfunkriesens nach einer Herabstufung der Citigroup zu schaffen. Die Analysten hatten die Titel auf "Neutral" von "Buy" gesetzt, sie gaben bis zu 1,8 Prozent nach.