
DüsseldorfDie Angst vor der Euro-Krise geht wieder um: Viele Anleger zeigten sich am Montag vor diesem Hintergrund sehr vorsichtig. Der Dax schloss mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 6.017 Punkte. Während des ganzen Handelstages blieb der Leitindex unentschlossen. Mehrfach pendelte er um seinen Vortagswert.
Die zweite Reihe machte es nicht besser als der Dax. Der MDax verlor 0,6 Prozent auf 9.163 Punkte und der TecDax beendete den Montag 0,02 Prozent im Minus auf 713 Zähler.
+ 1,8 Prozent
+ 1,5 Prozent
+ 1 Prozent
+ 1,1 Prozent (8.466 Punkte)
+ 0,6 Prozent (1,2738 Dollar)
+ 0,9 Prozent (1.659 Dollar)
+ 0,2 Prozent (110,54 Dollar)
Die zu Jahresanfang fast schon vergessene Euro-Staatsschuldenkrise gerät wieder immer mehr in den Fokus der Anleger. Viele Investoren trauen nicht mehr den Aktienmärkten und warten entweder ab oder ziehen sich zurück.
„Es ist das alte Lied: Die Euro-Krise bleibt im Fokus und man wartet wieder einmal ab, ob und wann die Politiker endlich mal eine tragfähigen Lösung auf die Beine stellen“, sagte ein Händler. „Die Umsätze sind noch immer sehr gering, viele Anleger halten sich zurück“, fügte ein weiterer Händler hinzu.
Auf dem Weg zu einer tragfähigen Lösungen trafen sich heute Angela Merkels und Nicolas Sarkozy in Berlin. Ziel des Treffens war es vor dem EU-Gipfel Ende Januar eine gemeinsame Linie zu finden. Beide Politiker forderten bei dem Treffen ein erhöhtes Tempo bei der Bildung einer Fiskalunion. Außerdem waren sich die Bundeskanzlerin und der französischer Staatspräsident einig über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Merkel sagte, die Forderung Sarkozys, bei der Einführung einer Finanztransaktionssteuer endlich Nägel mit Köpfen zu machen, sei richtig. Die Finanzminister sollten bis März einen endgültigen Vorschlag machen. Des Weiteren wollen Frankreich und Deutschland demnächst neue Vorschläge für mehr Wachstum in Europa vor der EU-Kommission unterbreiten.
Das Treffen sorgte jedoch für keine neuen Impulse an den Märkten. Wolfgang Duwe zufolge, Marktanalyst bei der Bremer Landesbank, waren den Aussagen Merkels und Sarkozys nichts Neues zu entnehmen: „Anleger warten die weitere Entwicklung in der Eurozone ab. Das Börsenumfeld bleibt politisch geprägt.“ Im Wochenverlauf dürften vor allem Spanien und Italien in den Fokus der Anleger rücken.
Die beiden südeuropäischen Länder wollen im Laufe der Woche neue Staatsbonds auf den Kapitalmarkt bringen. Die Renditen, die diese Länder auf die emittierten Anleihen zahlen, gelten als Indikator für ihre finanzielle Stabilität und können die Aktienmärkte sowie den Euro in Bewegung bringen.
Wie groß die Sorge um die Euro-Zone ist, zeigt sich am Euro-Kurs. Der konnte sein Talfahrt zwar beenden – zeitweise lag er unter der Marke von 1,27 US-Dollar – jedoch notierte er nach Frankfurter Börsenschluss immer noch auf einem sehr niedrigen Kurs. Am Abend bekam man für einen Euro 1,2739 US-Dollar.
In den USA verhielten sich die Börsen unspektakulär. Die mit der Bilanz des Aluminiumkonzerns Alcoa beginnende Berichtsaison in Amerika wird mit gedämpften Hoffnungen erwartet und erhöhte die Vorsicht bei den US-Anlegern. Der Dow Jones notierte bei einem Kurs von 12.358 Punkte unverändert, der breiter gefasste S&P-500 lag 0,1 Prozent im Minus auf 1.277 Zähler und der Nasdaq-100 verlor 0,3 Prozent auf 2.350 Zähler.
Stramme Hintern versprach die Adidas-Tochter Reebok mit "Easytone"-Schuhen. Knackig waren jedoch nur die Models, die für "Easytone" warben. Die US-Verbraucherschutzbehörde mahnte Reebok wegen irreführender Werbung ab. Für Adidas war es ein peinlicher PR-Unfall. Zumindest die Zahlen sprachen zuletzt für den Sportartikelhersteller: Bis Ende des dritten Quartals legte der Umsatz weltweit um 14 Prozent, das Betriebsergebnis um 12 Prozent zu. Vorstandschef Herbert Hainer verspricht fürs kommende Jahr 10 bis 15 Prozent mehr Gewinn je Aktie.
Für positive Überraschungen bleibt da kaum noch Raum. Der Hype um die Fußball-EM in der Ukraine und Polen sowie die Olympischen Spiele in London sind schon im Kurs enthalten. Zusätzliche Fantasie könnte allenfalls das wachsende Outdoor-Geschäft bringen. Adidas will bis 2015 den Umsatz in diesem Segment von 200 auf 500 Millionen Euro steigern. Dazu kauften die Franken den US-Outdoor-Ausrüster Five Ten für 19 Millionen Euro. Der bescheidene Zukauf schont zwar die Unternehmenskasse, ist jedoch zu klein, um das angestrebte Umsatzziel zu erreichen.
Größtes Fragezeichen hinter Adidas Erfolgsaussichten war bisher der krisenbedingt lustlose Konsum in Europa und den USA. Das Bild hat sich zuletzt wieder aufgehellt: Das US-Konsum-Barometer von Reuters und der Index der Uni Michigan stiegen im Dezember auf den höchsten Stand seit Mitte des Jahres. In China dagegen, dem wichtigsten Wachstumsmarkt für Adidas, flaut der Boom ab. UBS erwartet nur noch 7,7 Prozent Wachstum im ersten Quartal 2012, zu Beginn dieses Jahres wuchs Chinas Wirtschaft noch um 9,7 Prozent. Angesichts der Konjunkturrisiken ist Adidas mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,0 (2012) nicht günstig, wenn auch preiswerter als Konkurrent Nike mit einem KGV von 18,8.
Gewinn je Aktie 2011/12: 3,18/3,68 Euro
KGV 2012: 13,0
Börsenwert: 10,0 Mrd. Euro
Der Versicherer Allianz dürfte 2011 wie geplant 7,5 bis 8,5 Milliarden Euro verdienen. Das Versicherungsgeschäft funktioniert: Die Lebensversicherung stagniert auf hohem Niveau, die wichtige Schaden-Unfallversicherung ist profitabel, die Schaden-Kosten-Quote lag in den ersten neun Monaten bei 97,9. Für jeden eingenommenen Euro musste die Allianz also knapp 98 Cent ausgeben. Commerzbank-Analyst Roland Pfaender erwartet für 2012 sogar eine leichte Verbesserung auf 96.
Doch solche Fortschritte dürften durch Einbußen bei Kapitalanlagen konterkariert werden. Die Verluste aus Kapitalanlagen summierten sich 2011 bislang auf vier Milliarden Euro. Allein die Verluste aus Investments in Finanzdienstleister, zu denen Beteiligungen an der Commerzbank und UniCredit gehören, lagen im dritten Quartal bei rund 817 Millionen Euro.
Bei Griechen-Bonds sieht es nicht besser aus: Im dritten Quartal schrieb der Konzern mit knapp 200 Millionen Euro erneut kräftig ab. Den Wert der griechischen Staatsanleihen hat die Allianz nun auf 39 Prozent reduziert. Ein Totalverlust ist aber immer noch drin. Zudem gibt es weiteres Abschreibungspotenzial: Ende September lag der Marktwert italienischer Staatsanleihen 2,2 Milliarden Euro unter dem Wert, zu dem die Allianz sie noch in den Büchern stehen hatte. Die Differenz muss der Konzern womöglich später abschreiben. Weiteres Problem: Versicherer legen die Hälfte ihres Geldes bei Banken an. Auch dort drohen Abschreibungen.
Gewinn je Aktie 2011/12: 7,89/11,71 Euro
KGV 2012: 6,3
Börsenwert: 33,4 Mrd. Euro
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF verfolgt ehrgeizige Ziele. Das ist gut so. Umsatz und Ertrag sollen bis 2020 im Schnitt um sechs und gut sieben Prozent pro Jahr wachsen. Gut ein Viertel des Geschäfts soll dann aus Neuentwicklungen kommen, die heute noch nicht auf dem Markt sind. Weiter verringern will BASF die Abhängigkeit von sehr zyklischen Vorprodukten und Massengütern durch mehr Fertigprodukte und Verbundstoffe. Ein Drittel der bis 2020 vorgesehenen Investitionsmittel soll in Schwellenländer fließen. Ihr Geschäftsanteil soll weiter steigen, von zuletzt 34 auf 45 Prozent.
Trotzdem überwiegen derzeit die Risiken. Gegen einen Einbruch der Weltkonjunktur ist BASF nicht immun. Sollten sich Investoren schnell Geld beschaffen müssen und aus dem Euro fliehen, gehörten gerade liquide und solide Aktien wie BASF zu den Opfern. Der Langfristchart bildet eine Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation aus. Bei einem Rutsch unter 40 Euro drohte der Abstieg bis in den Bereich von 25 Euro. Dann sollte man nicht zögern, sondern zugreifen.
Gewinn je Aktie 2011/12: 6,52/5,23 Euro
KGV 2012: 9,9
Börsenwert: 47,4 Mrd. Euro
Noch mal gut gegangen. Die Verhütungspillen Yaz und Yasmin dürfen in den USA weiter vermarktet werden, nur auf den Verpackungen muss Bayer klarer auf Thromboserisiken hinweisen. Wenn es aber doch zur Thrombose kommt, hat Bayer nun mit Xarelto gar das passende Gegenmittel auf dem Markt. Sollte sich das neue Thrombosemittel durchsetzen und sollten Rückschläge bei Medikamenten ausbleiben, wird der Teilkonzern Bayer Healthcare (50 Prozent des Umsatzes) zur wichtigsten Stütze - auch mit Blick auf die im Branchenvergleich überdurchschnittlich bestückte Medikamentenpipeline.
Das Agrargeschäft von Bayer gilt als relativ margenschwach, wie sich das ändern soll, ist noch nicht erkennbar, zumal bei Saatgut jetzt hohe Forschungsaufwendungen anstehen. Der zyklische Teilkonzern Bayer Material Science (hochwertige Kunststoffe, 30 Prozent Umsatzanteil) muss mit stärkerem konjunkturellem Gegenwind klarkommen. Große Sprünge wird der Kurs deshalb nicht machen. Im günstigsten Fall sollte die Bayer-Aktie in einer breiten Spanne zwischen 60 und gut 33 Euro seitwärts laufen. Laufen die Bereiche schlechter als gedacht, dann wäre auch ein neuer langfristiger Abwärtstrend denkbar.
Gewinn je Aktie 2011/12: 3,25/3,66 Euro
KGV 2012: 12,4
Börsenwert: 37,4 Mrd. Euro
Der Nivea-Konzern Beiersdorf wird von großen Konkurrenten wie Procter & Gamble und L'Oréal angegriffen, andererseits erhöht der Einzelhandel, dessen Verhandlungsposition durch die starke Branchenkonzentration immer weiter gewachsen ist, den Preisdruck auf Markenartikler und schickt immer mehr Eigenmarken in immer schnellerer Folge ins Rennen. Das drückt auf die Margen.
Zudem ist die China-Strategie von Beiersdorf gescheitert. Das Abenteuer im Reich der Mitte ist aber weitgehend abgeschrieben. Die 2007 gekaufte Haarpflegemarke C-Bons steht nur noch mit gut 80 Millionen Euro in der ansonsten hochsoliden Bilanz. Beiersdorf sitzt auf einer Nettoliquidität von gut zwei Milliarden Euro. Die Beiersdorf-Probleme wirken somit eher wie Klagen auf hohem Niveau.
Das sind nicht die schlechtesten Startbedingungen für den zukünftigen Vorstandschef Stefan F. Heidenreich, der von April an die Nachfolge von Thomas B. Quaas antritt. Zumal ihm die undankbare Aufgabe, Stellenstreichungen anzukündigen, schon sein Vorgänger Quaas abgenommen hat. Die Aktie wird vermutlich keine großen Kurssprünge machen, aber wegen des vergleichsweise defensiven Charakters des Geschäfts erscheint das Risiko recht überschaubar. Eine Seitwärtsbewegung in einer Kursspanne zwischen 45 und 33 Euro ist wahrscheinlich.
Gewinn je Aktie 2011/12: 1,58/1,93 Euro
KGV 2012: 22,1
Börsenwert: 10,7 Mrd. Euro
Dem alten Reflex, dass bei lahmender Konjunktur Autowerte aus dem Depot fliegen, konnte sich BMW bisher besser widersetzen als Konkurrent Daimler. BMW setzt voll auf neue Techniken, treibt Kooperationen mit Peugeot, Toyota und General Motors zur Entwicklung von Elektro- und Hybridmotoren voran und entwickelt eine Autokarosse aus leichten Karbonfasern. Wer den Ökoauto-Weg mitgehen will, sollte wissen, dass er holprig werden kann. Doch Jürgen Pieper, Autoexperte der Privatbank Metzler, hält die Münchner personell und finanziell für stark genug, um Fortschritte zu erzielen. "BMW zahlt die Pionierkosten, weniger innovative Hersteller warten ab, was herauskommt", sagt Pieper. Ab 2013 könnte das belohnt werden, dann soll mit dem i3 ein BMW-Elektroauto im Karbonmantel starten. Missglückt das Experiment, leidet auch die Aktie.
Das im Februar startende neue 3er-Modell bringt wenig Neues, ""außer etwas Spritersparnis. Die BMW-Oberklasse ist mit der schlechten CO2-Bilanz nicht zeitgemäß. Käufer in Schwellenmärktenstört das aber nicht. Nur deren Regierungen sind kreativ beim Einführen von Straf- und Luxuszöllen, jede Nachricht dazu drückt den Aktienkurs. Im langjährigen Mittel ist die Marke mit Weltrang derzeit günstig zu haben, inklusive eines Wachstums in Schwellenmärkten, das noch jahrelang mögliche Rückgänge beim Verkauf in Europa ausgleichen kann.
Gewinn je Aktie 2011/12: 7,82/6,98 Euro
KGV 2012: 7,3
Börsenwert: 32,4 Mrd. Euro
Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing braucht die Aktionäre, aber keiner will die Aktie. Sie notierte zuletzt auf historischem Tief, viel fehlt nicht zum Pennystock und Rausschmiss aus dem Dax. Die Bank kann sich nicht aufs Geschäft konzentrieren, weil sie Kapitallücken schließen muss. Deshalb verzichtet sie sogar darauf, margenträchtige Neukredite zu vergeben. Zudem bremst die abflauende Konjunktur das wichtige Geschäft mit Mittelständlern.
Laut EU-Kommission müssen Bankeigentümer das Haftungspolster ihrer Institute bis Mitte 2012 deutlich aufstocken. Das hat Priorität - über Wachstum und Rendite für Aktionäre spricht keiner. Kapital bringen soll die Umwandlung hybrider Anleihen oder die Ausgabe neuer Aktien, was die Anteile der Altaktionäre verwässern würde. Schrottpapiere der Tochter Eurohypo sollen abgestoßen oder in einer staatlichen Bad Bank endgelagert werden. Zockern winken Gewinne, wenn Blessing Teile der Eurohypo dem Staat unterjubeln könnte. Langfristig ist die Aktie nur etwas, wenn die Bank wieder Neugeschäft machen kann. Risiko: Beschafft Blessing das Kapital nicht, wartet der Bund mit dem Bankenrettungsfonds. Aktionäre würden dann billig herausgedrängt, wie bei IKB und Hypo Real Estate.
Gewinn je Aktie 2011/12:0,17/0,33 Euro
KGV 2012: 4,0
Börsenwert: 6,6 Mrd. Euro
Viel ist von BMW die Rede, noch mehr von Audi, wenn es um die Verkaufserfolge der Oberklasse-Automobile geht. Etwas stiefmütterlich wird dagegen Daimler beachtet. Das schlug sich auch an der Börse nieder: Die Kursperformance der Stuttgarter war in den vergangenen zwölf Monaten deutlich schlechter als diejenige der anderen deutschen Autobauer.
Bei Licht betrachtet zu Unrecht. Denn auch Mercedes lieferte fleißig Wagen, Busse und Vans in alle Welt und tariert dabei seine geografischen Risiken fein aus. Jeweils rund ein Fünftel seiner Erlöse erzielte der Konzern zuletzt in Asien, den USA, in Deutschland, in Westeuropa (ohne Deutschland) und im Rest der Welt. In der Produktpalette ist noch Luft für kleinere Modelle, die sich die anderen Premiumhersteller mit Mini, 1er, A1 & Co. ja schon teuer bezahlen lassen. Zudem lassen die Spritverbräuche im Vergleich noch zu wünschen übrig.
Trotz allem glänzt der Stern nicht so matt, wie die derzeitige Börsenbewertung von 35 Milliarden Euro signalisiert. Demnächst entledigt sich Daimler der Hälfte seines Anteils (15 Prozent) am Luftfahrtkonzern EADS. Das befreit und setzt Mittel frei. Die Dividendenrendite ist nicht zu verachten, Anleger kaufen an schwachen Tagen einige Stücke.
Gewinn je Aktie 2011/12: 5,18/4,98 Euro
KGV 2012: 6,5
Börsenwert: 34,4 Mrd. Euro
Josef Ackermann, der Ende Mai aufhört, wollte 2011 zehn Milliarden Euro Rekordgewinn vorlegen. Es werden aber eher nur sechs Milliarden bei der Deutschen Bank. Für 2012 gibt es keine Prognose. Wie auch? Alle Unsicherheiten der Schuldenkrise schlagen voll auf den weltweit vernetzten Branchenprimus durch. Immerhin kann sich die Bank als deutsches Institut günstig finanzieren. Im September gab sie eine unbesicherte Anleihe aus, europäische Konkurrenten schaffen das kaum noch.
Trotz Postbank-Übernahme bleibt das Investmentbanking mit rund 60 Prozent der Erträge dominierend. Die besten Jahre sind hier vorbei. Marktunsicherheit und verschärfte Regulierung dürften in den kommenden Jahren nur noch Eigenkapitalrenditen zwischen 9 und 13 Prozent ermöglichen. Teile der Vermögensverwaltung stehen zum Verkauf, die Erlöse dürften aber kaum reichen, um die größte Last für den Aktienkurs zu beseitigen, den Kapitalbedarf von fünf bis zehn Milliarden Euro. Das ist deutlich mehr als die jüngst von der Bankenaufsicht EBA festgestellte Lücke von 3,2 Milliarden Euro, die die Bank durch einbehaltene Gewinne leicht füllen dürfte.
Als besonders systemrelevantes Institut muss sie bis 2018 aber 9,5 und damit 2,5 Prozentpunkte mehr Kernkapital vorweisen als Konkurrenten. Dazu wird sie ihre Bilanz verkleinern und damit auch einst lohnendes Geschäft aufgeben müssen.
Gewinn je Aktie 2011/12: 5,02/5,21 Euro
KGV 2012: 5,3
Börsenwert: 25,6 Mrd. Euro
Rund 97 Prozent der Aktien haben Anleger in die für die Fusion zwischen Deutscher Börse und Nyse Euronext gegründete Holding getauscht. Für sie gibt es bei erfolgreicher Fusion zwei Euro Sonderdividende. Wer nicht getauscht hat, geht leer aus, trotzdem notiert die alte Börsenaktie etwas höher als die neue Aktie im Dax. Anleger setzen hier auf einen lukrativen Squeeze-Out. Noch hat der Markt kein Scheitern der Fusion eingerechnet, aber so unwahrscheinlich ist das nicht. Die EU-Kommission will, dass die Partner eine Terminbörse verkaufen. Ihnen gingen dann Synergien verloren, die Fusion macht aus ihrer Sicht dann keinen Sinn.
Platzt der Deal, könnten die Aktien der Börse, nach einem ersten Schock, durchaus wieder an Wert gewinnen, denn Deutsche-Börse-Aktionäre haben ihre Aktien zu günstig in die neue Holding eingebracht. Mitihrem gesunden Mix aus Aktien-, Terminmarkt und Verwahrungsgeschäft (Clearstream) könnten die Frankfurter sich durchaus weiter allein behaupten. Die Börse verdient immer gut, wenn die Märkte heftig schwanken - und das werden sie, so viel ist sicher.
Gewinn je Aktie 2011/12: 4,41/4,91 Euro
KGV 2012: 8,3
Börsenwert: 8,0 Mrd. Euro
Stramme Hintern versprach die Adidas-Tochter Reebok mit "Easytone"-Schuhen. Knackig waren jedoch nur die Models, die für "Easytone" warben. Die US-Verbraucherschutzbehörde mahnte Reebok wegen irreführender Werbung ab. Für Adidas war es ein peinlicher PR-Unfall. Zumindest die Zahlen sprachen zuletzt für den Sportartikelhersteller: Bis Ende des dritten Quartals legte der Umsatz weltweit um 14 Prozent, das Betriebsergebnis um 12 Prozent zu. Vorstandschef Herbert Hainer verspricht fürs kommende Jahr 10 bis 15 Prozent mehr Gewinn je Aktie.
Für positive Überraschungen bleibt da kaum noch Raum. Der Hype um die Fußball-EM in der Ukraine und Polen sowie die Olympischen Spiele in London sind schon im Kurs enthalten. Zusätzliche Fantasie könnte allenfalls das wachsende Outdoor-Geschäft bringen. Adidas will bis 2015 den Umsatz in diesem Segment von 200 auf 500 Millionen Euro steigern. Dazu kauften die Franken den US-Outdoor-Ausrüster Five Ten für 19 Millionen Euro. Der bescheidene Zukauf schont zwar die Unternehmenskasse, ist jedoch zu klein, um das angestrebte Umsatzziel zu erreichen.
Größtes Fragezeichen hinter Adidas Erfolgsaussichten war bisher der krisenbedingt lustlose Konsum in Europa und den USA. Das Bild hat sich zuletzt wieder aufgehellt: Das US-Konsum-Barometer von Reuters und der Index der Uni Michigan stiegen im Dezember auf den höchsten Stand seit Mitte des Jahres. In China dagegen, dem wichtigsten Wachstumsmarkt für Adidas, flaut der Boom ab. UBS erwartet nur noch 7,7 Prozent Wachstum im ersten Quartal 2012, zu Beginn dieses Jahres wuchs Chinas Wirtschaft noch um 9,7 Prozent. Angesichts der Konjunkturrisiken ist Adidas mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,0 (2012) nicht günstig, wenn auch preiswerter als Konkurrent Nike mit einem KGV von 18,8.
Gewinn je Aktie 2011/12: 3,18/3,68 Euro
KGV 2012: 13,0
Börsenwert: 10,0 Mrd. Euro
Läuft super nach Plan, in einem ansonsten langweiligen Markt heute.
Hat auf XETRA gerade mit 20,11 in der CA für heute geschlossen. Ziel ist 21 / 22 !!!
@R2D2: Long/Short auf Daimler/Peugeot läuft klasse, auch wenn das nicht das Paar der Profis sein mag. Was ist mit Deiner Idee Long/Short BMW/Daimler?





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