Marktberichte

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Spekulationen: Wie sicher ist Deutschland in der Schuldenkrise?

Kann Deutschland die steigenden Lasten in Europa schultern? Selbst am bisherigen Musterschüler wachsen die Zweifel. Denn die Märkte wetten nicht nur auf eine Pleite Irlands, sondern spekulieren auch auf die Insolvenz von Spanien, Italien oder Belgien.

Die Schuldenkrise geht an den Märkten schon weit über den Fall Irland hinaus. Quelle: dpa
Die Schuldenkrise geht an den Märkten schon weit über den Fall Irland hinaus. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Monatelang entwickelten sich Deutschlands Finanzmärkte scheinbar unbeeindruckt von der Schuldenkrise in Europa. Aktien und Anleihen profitierten sogar zeitweise von der Schwäche in den Nachbarländern. Deutschland als Anlageziel drängte sich angesichts rasanter Wachstumsraten, stark steigender Firmengewinne, einer hohen Beschäftigungsquote und einer nicht ganz so hohen Staatsverschuldung geradezu auf.

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Doch mit dieser besten aller Welten scheint es vorbei zu sein. Das signalisieren am deutlichsten die deutschen Anleihemärkte. Die Renditen langlaufender staatlicher Schuldtitel stiegen seit Ende August von zwei auf 2,7 Prozent. Wenn sich die öffentliche Hand heute Geld leihen muss, um neue Schulden zu finanzieren oder alte abzulösen, dann kostet das den deutschen Steuerzahler 35 Prozent mehr an Zinsen als im Spätsommer.

Die Bonität Frankreichs im Fokus

"Die Märkte fragen sich, wer für die Krisen in Euro-Land haftet", sagt Kai Franke, der für die Frankfurter BHF-Bank die weltweite Anlagestrategie leitet. Aufgrund seiner Wirtschaftskraft nehme Deutschland aus Sicht der Investoren die Rolle des "lender of last resort" ein, also quasi des Kreditgebers der letzten Instanz. Damit bezeichnen die Finanzmärkte eine Institution, auf die sich Schuldner verlassen, wenn niemand mehr zahlen kann oder will. "Deutschland haftet für Europa", lautete bislang die Devise.

Inzwischen hegen die Finanzmärkte aber Zweifel daran, dass Deutschland diese Rolle noch ausfüllen kann. Denn die Märkte spekulieren nicht mehr nur auf eine Pleite der kleinen Euro-Staaten Griechenland und Irland, sondern sie halten auch eine Insolvenz Spaniens, Italiens oder Belgiens für möglich.

Gestern machten in London Gerüchte die Runde, dass Frankreich sein "Triple-A-Rating" verliert - von den Ratingagenturen also künftig nicht mehr mit der besten Bonität benotet wird. Die Folgen wären katastrophal, weil die ohnehin üppigen Anleihezinsen weiter in die Höhe schnellen würden. Die Risikoprämien für Kreditausfallversicherungen (CDS) auf französische und italienische Staatsanleihen stiegen gestern auf den höchsten Stand seit Einführung des Euros. Anleger signalisieren damit, dass sie Staatspleiten in Paris und Rom für so wahrscheinlich halten wie noch nie in diesem Jahrtausend.

  • 04.12.2010, 09:11 UhrIrre-levant

    @[10] "Unsere Politiker, die EU und deren Kommissare haben alles getan, um die deutsche bevölkerung ausbluten zu lassen"

    versteh ich nict, vor 80 Jahren gab es doch "die EU und deren Kommissare" doch gar nicht! Da hat "die deutsche bevölkerung" und nicht nur die deutsche, wirklich geblutet.

  • 02.12.2010, 01:13 Uhrherbert a.

    Unverantwortliche unfähige bande

  • 02.12.2010, 01:05 UhrFrankreich

    konnte sich bereits im Mai nicht mehr an den Märkten refinanzieren!!! Ohne den "Rettungsschirm" wären dort die Lichter bereits ausgeblasen.

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