Marktberichte

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US-Börsen: Die Luft wird dünner für den S&P

Nach dem Allzeithoch des wichtigen Marktbarometers S&P stellt sich bei US-Börsianern die Angst vor einem Rücksetzer ein. Experten rechnen mit Verlusten - und das nicht nur, weil Zypern weiter für Ärger sorgen könnte.

Den bislang höchsten Schlussstand in seiner Geschichte erreichte der S&P am Gründonnerstag. Quelle: Reuters
Den bislang höchsten Schlussstand in seiner Geschichte erreichte der S&P am Gründonnerstag. Quelle: Reuters

New York Auf dem Gipfel wird die Luft dünn - das gilt im übertragenen Sinn auch für die Wall Street. Dort kletterte das wichtige Marktbarometer S&P-500 nach einer zehnprozentigen Kursrally im ersten Quartal auf den höchsten Schlussstand seiner Geschichte. Nun könnte aber, so fürchten Aktienexperten, der Aufschwung zunächst einmal zu Ende sein. "Als die Märkte hinzugewonnen haben, wurden die Aufschläge kleiner", sagt Mark Arbeter, technischer Stratege von Standard & Poor's in New York. Das deute darauf hin, dass der Auftrieb nachlasse und nun ein Rücksetzer komme. Die Kurse könnten um drei bis vier Prozent nachgeben, prognostiziert Arbeter.

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Der S&P-500 ging am Donnerstag mit 1569,19 Punkten aus dem Handel - ein Allzeithoch. Der vorherige Schlussrekord datierte von Oktober 2007. Der Spitzenstand im Handelsverlauf liegt bei 1576,09 Punkten. Der Dow-Jones-Index hatte bereits Anfang März mit 14.578,54 Stellen sein bislang höchstes Schlussniveau erreicht. Die US-Börsen blieben am Karfreitag geschlossen und starten - anders als der deutsche Aktienmarkt - bereits am Ostermontag wieder mit dem Handel.

Die Prognosen der Finanzprofis

  • George Soros, Investor

    „Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

  • Marc Faber, Investor

    „Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

  • Bill Gross, Fondsmanager

    „Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

  • Felix Zulauf, Vermögensverwalter

    „Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

  • Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

    „Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

  • Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

    „Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

  • Warren Buffett, Investor

    Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

  • Nouriel Roubini, Ökonom

    „Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

  • Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

    „Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

  • Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

    „Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

  • Barry Knapp, Barclays

    „Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

  • Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

    „Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

  • Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

    „Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Im Fokus der Investoren dürfte der Arbeitsmarktbericht für März stehen, der am Freitag veröffentlicht wird. Auch wenn dieser sehr positiv ausfiele, könnte dies für Druck auf die Aktien sorgen. Denn eine starke Erholung der Beschäftigungslage könnte die US-Notenbank (Fed) dazu veranlassen, künftig wieder die Zügel anzuziehen. "Manche werden fürchten, dass wenn die Dinge sich zu dramatisch, zu schnell verbessern, die Fed ihren Fuß vom Gaspedal der geldpolitischen Lockerungen nehmen wird", erläutert Kristina Hooper von Allianz Global Investors. Damit würde dem Aktienmarkt dann eine wichtige Stütze wegbrechen.

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Börsenhochs jagen Anlegern oft Angst vor fallenden Kursen ein. Das muss nicht sein, denn solange die Notenbanken mitspielen, läuft die Rally weiter. Mit diesen zehn deutschen Aktien können Sie davon profitieren.

Auch die Entwicklung in Zypern dürften die Anleger an der Wall Street weiter genau verfolgen. Erleichterung verspricht zwar der Umstand, dass der befürchtete Ansturm der Sparer nach Wiedereröffnung der Banken ausgeblieben ist. Aber die Regierung in Nikosia will ihre Kapitalverkehrsbeschränkungen länger aufrechterhalten als erwartet. Das Zypern-Problem könnte noch für einigen Ärger sorgen, sagt Investmentmanager Rex Macey von Wilmington Trust.

  • 01.04.2013, 09:28 UhrEieiei

    Die These, dass 99 % der Börsenteilnehmer verlieren, finde ich interessant. Ich denke, dass es nicht ganz so krass ist, aber wohl mehr als 75 %.

    Woran liegts? Ein falsches Konzept, zu wenig (spezifische) Bildung/Ahnung, zu viel Gier. Mir soll es recht sein. Ich denke, man profitiert an der Börse in der Hauptsache von den Irrtümern anderer.

    Auf der anderen Seite, bei welcher Geldanlage verlieren die Anleger nicht? Der Prozentsatz der Verlierer dürfte jeweils mindestens gleich, wenn nicht sogar größer sein.

    Ich lasse mir gerne sinnvolle Alternativen zur Börse vorschlagen.

  • 01.04.2013, 08:53 UhrAktienbulle

    @sirutzi889

    Ich denke, dass ein konstruktiver Dialog die einzige Chance ist, eine Einstellung oder Standpunkt zu diskutieren.

    Provokation oder wie hier leider manchmal in Kommentaren auch vorkommende Beleidigungen bringen niemanden weiter.

    Ich habe mich bereits aus dem aktiven Arbeitsleben verabschiedet und betreibe nun mein "Aktiengeschäft" quasi als Hobby. Ich bin aber weder ein ehemaliger Banker noch sonstwie mit der Finanzbranche verbandelt und möchte dies auch nicht sein. Mein Depot ist volatil, wird regelmäßig umgeschichtet, international ausgerichtet und teilweise strikt mit Kauf- und Verkauflimits (beispielsweise 5% Gewinn = Verkauf, kurzer Rückgang = Widereinstieg und das Spiel beginnt von Neuem). Das investierte Geld ist "über". Die Höhe des investierten Kapitals ist eigentlich nebensächlich, da die prozentuale Veränderung des Depots über Gewinn und Verlust entscheidet. Nur soviel, Volumina von 1000er Aktienpaketen machen eine Kapitalvermehrung wesentlich effektiver. Wenn man mit der Volatilität ruhig schlafen kann, dann ist das ganz ok. Jemandem der seinen Kapitalstock mit Aktien erst aufbaut, würde ich diese Strategie NICHT unbedingt zur Nachahmung empfehlen. Da verbrennt man sich zu leicht die Finger und wendet sich dann zu Unrecht von Aktieninvestments ab. Banken wird´s dann freuen, da sie mit den Spareinlagen ihrer Kunden zocken können.

    Ich bin der Auffassung, dass Aktien für die spätere Altersabsicherung ein wichtiges zusätzliches Standbein bilden werden.

  • 01.04.2013, 03:26 Uhrsirutzi889

    GENAUSO ist es. Danke für die prägnante Unterstützung! Schöne Ostern...Es gab in diesen Tagen einen Lottogewinner in Deutschland. Der seine 21Mio. EUR erst einmal zwei Wochen verdaute, darüber schlief. Dann erst zum Lottoladen innerhalb der hier gesetzten 13 Wochen ging. SOLCHE Leute können mit Geld umgehen. Sie prahlen nicht über kleine Gewinne und tun sie das, sind die Gewinne nach langer Zeit erstmals wieder dreistellig, dann aber wie Sie sagen: rasch realisieren.

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