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US-Börsen: Wall Street schließt deutlich unter 12.000 Punkten

Die Nachwirkungen des US-Schuldenstreits liegen den Anlegern an der Wall Street schwer im Magen. Trotz Obamas Deal mit den Republikanern ist die Stimmung mehr als gedrückt. Der Dow sackt um mehr als zwei Prozent ab.

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New York

Die Konjunkturschwäche und der Schuldenkompromiss in den USA liegen den Anlegern an der Wall Street weiter schwer im Magen. Auch nach der Einigung über eine Anhebung der Schuldenobergrenze blieb die Stimmung gedrückt. Der US-Aktienmarkt gab am Dienstag den siebten Handelstag in Folge nach. 

US-Konjunktur

Zwar haben die Vereinigten Staaten am Dienstag mit der Zustimmung des Kongresses zu dem Schuldenkompromiss die drohende Staatspleite in letzter Minute abgewendet. Viele Börsianer fürchten aber, dass der Deal nicht weitreichend genug ist und die Ratingagenturen den USA die Bonitäts-Spitzennote nehmen könnten. Dies könnte die Renditen der US-Staatsanleihen hochtreiben und damit das Geldleihen insgesamt teurer machen.. Die Ratingagentur Fitch teilte allerdings unmittelbar nach der Abstimmung im Senat mit, dass der Kompromiss im Einklang mit der AAA-Bewertung der USA stehe. 

Die Kapitalmärkte im Überblick

  • Deutsche Blue-Chips

    Die Abwärtsbewegung im Dax verlief zunächst mit gedrosseltem Tempo weiter. Doch am Nachmittag beschleunigte sich die Talfahrt wieder und der Dax verlor mehr als zwei Prozent. Schlusslicht war nach schwachen Quartalszahlen der Handelsriese Metro. Aber auch Aktien, die in den Vortagen zu den Gewinnern zählten, werden verkauft, darunter MAN und VW. Einziger Gewinner war Fresenius, nachdem der Gesundheitskonzern für das zweite Quartal einen überraschend hohen Gewinn vorlegte. Doch auch hier bröckelte das Plus im späten Handel.

  • Deutsche Nebenwerte

    Am Montag konnten sich MDax und TecDax im Vergleich zum Dax noch vergleichweise gut halten. Dafür geht es heute umso rasanter bergab. Der MDax büßt fast vier Prozent ein und rutscht erstmals seit März wieder unter 10.000 Punkte. Unter die Räder kommt die Aktie von Wacker Chemie, die nach schwachen Zahlen prozentual zweistellig verliert. Der TecDax gibt mehr als drei Prozent nach.

  • US-Aktien

    Die USA sorgen weiterhin weltweit für Verunsicherung - mit negativen Konjunkturnachrichten und mit der Schuldendebatte. Doch während die Börsen weltweit auf Talfahrt gehen und Anleger in sichere Häfen fliehen, halten sich US-Aktien vergleichsweise stabil. Nachdem der Dow Jones bereits am Montag zum Handelsschluss fast alles Verluste ausgeglichen hatte, geht es heute im frühen Handel zunächst erneut kaum abwärts. Erst später baut der Dow die Verluste aus. Bei einem Minus von 0,8 Prozent hält er sich aber vorerst über 12.000 Punkten.

  • Asiatische Aktien

    Nachdem die Fernost-Börsen zu Wochenbeginn noch zugelegt hatten, folgten sie den Märkten in Europa und den USA am Dienstag nach unten. Allerdings fielen die Verluste vergleichsweise moderat aus: Der Nikkei gab 1,2 Prozent ein und büßte damit lediglich die Gewinne des Vortages wieder ein. Der Leitindex der Börse in Shanghai gab knapp ein Prozent nach, rutschte aber auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen.

  • Schweizer Aktien

    Schweizer Anleger hatten das Glück, am Montag wegen des Nationalfeiertags nicht handeln zu müssen. Doch das Glück war von kurzer Dauer: Der SMI-Index holte einen Großteil der Verluste nach, die andere europäische Börsenplätze am Montag erlitten hatten. Um fast vier Prozent ging es für den Schweizer Leitindex nach unten. Neben dem allgemein schlechteren Börsenklima drückte die Stärke des Franken zusätzlich auf die Kurse. Binnen drei Monaten haben Schweizer Aktien damit gut 15 Prozent eingebüßt.

  • Italienische Aktien

    Italienische Aktien bauen ihre Verluste aus. Nachdem es am Montag 3,8 Prozent abwärts ging, sind es diesmal erneut mehr als 2,5 Prozent. Doch das summiert sich zu einem Minus von mehr als 13 Prozent binnen sieben Tagen. Größte Verlierer sind erneut Finanzwerte, die seit Wochen unter Druck stehen.

  • Italienische Anleihen

    Wie am Aktienmarkt hält auch am Anleihemarkt die Abkehr von italienischen Werten an. Zehnjährige Staatsanleihen aus Italien rutschen weiter ab, im Gegenzug klettert die Rendite auf fast 6,3 Prozent. Zeitweise rentieren die Papiere sogar höher als gleichlaufende Anleihen aus Spanien. Das hat es lange nicht gegeben. Der Renditeabstand von italienischen Bonds zu Bundesanleihen steigt mit 385 Basispunkten auf den höchsten Stand seit der Euro-Einführung.

  • Bundesanleihen

    Erstmals seit 50 Jahren können Anleger mit zehnjährigen Bundesanleihen inflationsbereinigt kein Geld verdienen. Weil Anleger nach wie vor in sichere Bundesanleihen flüchten, rutschte die Rendite der zehnjährigen Bundes-Bonds unter 2,4 Prozent und damit unter die aktuelle Inflationsrate in Deutschland. Der Realzins ist somit negativ.

  • Euro

    Der Druck auf den Euro hält an. Zum Schweizer Franken rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein neues Rekordtief und kostete erstmals weniger als 1,10 Franken. Auch zum Yen verbilligte sich der Euro weiter. Im Vergleich zum Dollar rutschte er zunächst aber, stabilisierte sich dann, sackte am späten Nachmittag aber wieder auf 1,42 Dollar ab.

  • Gold

    Neuer Tag, neues Allzeithoch: Die Krisenwährung Gold erhält weiter fleißig Zulauf. Der Dollar-Preis stieg auf 1.641,50 Dollar je Feinunze, für europäische Anleger kostete die Unze Gold in der Spitze 1.157,50 Dollar.

  • Ölpreis

    Am Ölmarkt spürt man die Konjunktursorgen auch, wirklich beeindrucken lassen sich die Händler aber nicht. Nach dem deutlichen Kursrutsch vom Vortag geht es schon wieder ein gutes Stück bergauf. Das Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent kostet zwischenzeitlich 117,50 Dollar. Die neu aufkeimende Unsicherheit am Nachmittag lässt die Gewinne aber schmelzen.

„Es gibt keine klare Richtung, wie diese Probleme letztlich gelöst werden“, sagte Kenneth Buckfire, Chef von Miller Buckfire in New York. „Das ist für den Markt ein weiterer Grund zur Sorge.“ Außerdem seien die Wachstumsaussichten für die USA begrenzt. Dies zeigten neue Konjunkturdaten, die die US-Börsen belasteten. So gaben die Verbraucherausgaben im Juni überraschend nach. Es war der erste Rückgang seit fast zwei Jahren. Die Anleger richteten ihre Aufmerksamkeit nun wieder auf die ökonomischen Realitäten, sagte Marktstratege Fred Dickson von The Davidson Cos. Analysten gehen davon aus, dass der Sparkurs der Regierung die ohnehin schleppende US-Wirtschaft zusätzlich bremsen könnte. 

Auch die europäische Schuldenkrise bereitet den Investoren anhaltend Bauchschmerzen. Wieder in den Vordergrund gerückt wurde das Thema durch die französische Großbank BNP Paribas, die im zweiten Quartal 534 Millionen Euro auf einen Teil ihrer griechischen Staatsanleihen abschrieb. 

  • 02.08.2011, 20:17 UhrAnonymer Benutzer: logo

    Trotz Schuldenhickhacks in den USA?

    Trotz?

    Wieso trotz?: Die Tea-Party Republikaner haben ihrem Land dabei geholfen, das Vertrauen in ihr Land zu befragen.

    Und das ist die Antwort.

  • 02.08.2011, 16:05 UhrAnonymer Benutzer: Sigfried

    City of London und Wallstreet sind ja mit die Ersten welche reagieren können, wenn eine GEPLANTE herabstufung einer der KORRUPTEN Ratingagenturen erfolgen sollte....
    Die Ratingagenturen machen nur was sie gesagt bekommen von UK/USA
    Wenn etwas passiert - dann mit Vorsatz ....genauso wie in der Politik, da gibt es auch keine "Zufälle"
    Nur der tumbe Pöbel, welcher alles ausbaden darf - weil er sich nicht kümmert und eben tumb ist !!!!!!!

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