
Frankfurt/New YorkNach dem herben Einbruch an den weltweiten Börsen werden Aktienanleger wohl noch einige Tage für die Rekonvaleszenz brauchen. „Der Schock sitzt tief und muss erst einmal verarbeitet werden“, sagt Marktstratege Tobias Basse von der NordLB. „Ich erwarte keinen neuerlichen Absturz der Märkte, aber neue Höchststände werden wohl nicht mehr so zackig aufeinanderfolgen.“
Die Geldflut der Notenbanken werde die Börsen jedoch weiter stützen. Zugleich wächst unter den Anlegern allerdings die Sorge, dass die US-Notenbank Fed den Liquiditätsfluss doch in absehbarer Zeit drosseln könnte.
Am Donnerstag war der japanische Aktienmarkt um mehr als 1000 Punkte und damit so stark wie zuletzt nach der Atomkatastrophe von Fukushima abgerutscht. Auslöser waren pessimistisch stimmende Industriedaten aus China. Die Börsen rund um den Globus wurden von der Talfahrt in Tokio mitgerissen.
Dem EuroStoxx50 und dem US-Leitindex Dow Jones hat der Rutsch am Donnerstag die Wochenbilanz verhagelt. Beide Indizes waren bis dahin ebenfalls vier Wochen in Folge auf Rekordjagd. Der Dow-Jones hatte noch am Mittwoch ein Allzeithoch von 15.542,4 Punkten markiert. Am Freitag konnte der Dow anfängliche Verluste wieder gutmachen und schloss mit einem hauchdünnen Plus von 0,1 Prozent bei 15.303 Zählern.
Markierte die Entwicklung der vergangenen Woche einen Wendepunkt oder wird sie nur als eine Delle im langanhaltenden Aufwärtstrend zurückbleiben? Diese Frage stellen sich auch viele US-Investoren angesichts der bereits ungewöhnlich langen Rally. Doch viele Marktstrategen bleiben für die kommenden Wochen optimistisch.
„Investoren sind nach dem Zwischenfall jetzt sehr nervös, aber letzten Endes war der Einbruch ein Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit“, sagt Basse. „Er hat gezeigt, dass der Aktienmarkt keine Einbahnstraße ist.“ So lang die globalen Notenbanken die Märkte weiter mit Geld fluten, sei allerdings kein allzu starkes Verlustrisiko auszumachen. Alternativen zu Aktien seien schwer zu finden.
Schwierig wird es nach Einschätzung von Marktstratege Carsten Klude von MM Warburg für die Börsen erst, wenn die Notenbanken den Fuß vom Gaspedal nehmen. „Ich fürchte, dass die negativen Konsequenzen für die Konjunktur sehr dramatisch zu spüren sein werden“, sagt der Experte und verweist auf die heftige Marktreaktion, nachdem Fed-Chef Ben Bernanke eine straffere US-Geldpolitik für die kommenden Monate angedeutet hatte. „Wir sind auf Gedeih und Verderb auf das niedrige Zinsniveau angewiesen.“
Angesichts der sich dem Ende zuneigenden Bilanzsaison rücken nun Konjunkturdaten verstärkt in den Fokus. Kapitalmarktanalyst Stefan Scheurer von Allianz Global Investors geht davon aus, dass der Index der Federal Reserve von Richmond zum verarbeitenden Gewerbe am Dienstag das Bild einer sich erholenden US-Wirtschaft belegen wird.
Auch die Lage am Wohnungsmarkt werde sich mit den am Dienstag und Donnerstag erwarteten Daten wohl weiter verbessern. Der unter anderem durch gestiegene Immobilienpreise erreichte Vermögenszuwachs dürfte sich in einem verbesserten Verbrauchervertrauen am Dienstag widerspiegeln. Am Donnerstag bekommen die Anleger zudem Einblick in vorläufige Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal.
Für die Euro-Zone stehen unter anderem am Donnerstag Statistiken zum Wirtschaftsvertrauen und am Freitag zum Arbeitsmarkt an. Die Job-Daten werden wohl die unterschiedlichen Entwicklungstrends in Deutschland und anderen großen europäischen Volkswirtschaften bestätigen, schätzt die UniCredit.
Am Montag bleiben der britische und der US-Markt wegen Feiertagen geschlossen.

Schluss mit der Miesepeterei!
Only the sky is the Limit. So ist das nämlich.
Wer sagt mir bitte, wo der Himmel ist (möglichst in DAX-Punkten, denn andere Werte kaufe ich nicht)?

Wieso sollte das Geld keinen Wert mehr haben?

Gibt es im Moment Anlagealternativen? Solange das nicht der Fall ist, werden die Aktien haussieren. Das kann 'etwas' dauern.






6 Kommentare
Alle Kommentare lesen