
New YorkEin Termin verliert seinen Schrecken: In der neuen Woche entscheidet sich zwar, ob die USA zum Jahreswechsel die sogenannte Fiskalklippe hinabstürzen - aber für die Wall Street wäre das nicht das Ende der Welt. Denn auch wenn der Haushaltsstreit nicht noch 2012 beigelegt wird, sehen Börsianer genügend Spielraum, um die gefürchtete Rezession zu verhindern. "Die Dinge werden gelöst", sagt Vermögensverwalter Richard Weiss von American Century Investments. „Vielleicht nur nicht in einem guten Zeitrahmen.“
Am Wochenende sollte neue Bewegung in die Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern kommen, nachdem ein Spitzentreffen am Freitag keine Annäherung gebracht hatte. Die beiden Senatsabgeordneten Harry Reid von den Demokraten und Mitch McConnell von den Republikanern wurden beauftragt, bis spätestens Sonntag einen Kompromiss auszuarbeiten. Hauptstreitpunkt ist das Thema Steuern: Präsident Barack Obama will Anhebungen für Spitzenverdiener, was die Republikaner ablehnen. Obama zeigte sich dennoch „verhalten optimistisch“, dass in letzter Minute doch noch eine Vereinbarung erzielt wird.
„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)
„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)
„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)
„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)
„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)
„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)
„Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge.“ (01.03.2012)
„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)
„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)
„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)
„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“
„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“
„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)
Kommt diese nicht bis Montag zustande, dann treten automatisch massive Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft, die auf Dauer zu einer schweren Belastung für die weltgrößte Volkswirtschaft werden könnten. Doch bis diese Änderungen ihre schädlichen Wirkungen entfalten, sei noch ausreichend Zeit für eine Verständigung, argumentieren Marktstrategen. Sie setzen darauf, dass die Politik in Washington so oder so zu Potte kommt und rechtzeitig einige der Automatismen der Fiskalklippe wieder aufhebt. Das Ergebnis werde nicht völlig überzeugend sein, aber es werde reichen, um die Investoren zufriedenzustellen, lautet der Tenor.
Carmine Grigoli von Mizuho Securities USA rechnet nicht mit exzessiven Kursausschlägen. „Die Erwartungen sind sehr niedrig derzeit“, sagt Grigoli. Die größte Angst haben Anleger davor, dass der Streit über die Fiskalpolitik in einigen Wochen zu einem Grabenkampf um die Schuldengrenze eskaliert - wie es 2011 bereits der Fall gewesen war. Sollte es diesmal keine Einigung auf eine neue Grenze geben, droht schlimmstenfalls der Zahlungsausfall. Die Konsequenzen wären eine Herabstufung der Bonität und Turbulenzen an den Finanzmärkten.
Die Haushaltsverhandlungen rücken an den US-Börsen Rüstungsaktien in den Mittelpunkt. Branchengrößen wie General Dynamics könnten von den drohenden Ausgabenstreichungen des Staates betroffen sein. Aktuell steht der Sektor am Aktienmarkt glänzend da. Der Branchenindex PHLX Defense notierte zuletzt weniger als ein Prozent unter seinem am 20. Dezember markierten Rekordhoch. Am Freitag dürfte das Augenmerk der Anleger dem Arbeitsmarktbericht für Dezember gelten. Er wird nach Einschätzung von Volkswirten eine Fortsetzung des Stellenwachstums zeigen.

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Wollt ihr mal die wahren Zahlen?
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USA deindustrialisiert
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