
New YorkNach einem starken Jahresauftakt steht der Wall Street über kurz oder lang die Nagelprobe bevor. Die Investoren dürften testen, ob der Höhenflug von Dauer ist oder die Kurszuwächse in den kommenden Monaten abschmelzen wie in den vergangenen beiden Jahren.
Alan Lancz, Präsident von Alan B. Lancz & Associates, sieht viele Börsianer in Habachtstellung. Seinen Worten nach folgen sie der Maxime der Opportunisten: „Reite auf der Welle, solange du kannst, und versuche nicht der letzte zu sein, der abspringt.“ Die Frage an den US-Börsen für die neue Woche ist also: Geht da noch was – oder ist es an der Zeit, die Gewinne in Sicherheit zu bringen?
Die kräftigen Aufschläge der vergangenen Wochen machen den Markt verwundbar. Rückschläge könnten kommen, wenn die seit längerem in den Hintergrund getretene Euro-Schuldenkrise wieder aufflammt. Außerdem dürfte der US-Haushaltsstreit wieder stärker in den Fokus rücken.
Nach aktuellem Stand der Dinge würden mit Beginn des kommenden Monats automatische Ausgabenkürzungen der Bundesregierung über 85 Milliarden Dollar in Kraft treten. Nach den Worten des Politikstrategen Greg Valliere von der Potomac Research Group hat die günstige Börsenentwicklung zur Folge, dass der Druck auf die Streitparteien nachgelassen hat. „Ich erwarte keinen großen Kompromiss, vor allem weil die Märkte so selbstgefällig sind“, sagt Valliere.
Branche: Gastronomie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 27,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,1
Branche: Logistik
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 26,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 0,6 Prozent
Branche: Sportartikel
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 19,2 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,5 Prozent
Branche: IT
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 18,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent
Branche: Konsumgüter
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 12,9 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,3 Prozent
Branche: Pharma
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 12,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent
Branche: Konsumgüter
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 10,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,8 Prozent
Quelle: DZ Bank
Kommt es zu den Streichungen im Haushalt, droht der weltgrößten Volkswirtschaft ein herber Dämpfer mitten in der Konjunkturerholung. „Pauschale Kürzungen werden sich schädlicher auswirken als gezielte Kürzungen“, gibt Lancz zu bedenken. „Sollten wir sogar in eine Rezession rutschen, werden alle Karten neu gemischt.“ Einen Ausblick auf den Fortgang der Etat-Gespräche könnte am Dienstag Präsident Barack Obama in seiner traditionellen Rede zur Lage der Nation liefern.
Da der Kalender mit wichtigen Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen in der neuen Woche relativ dünn ist, dürften die Anleger wieder größeres Augenmerk auf die Auftritte von Notenbankern richten. Erhofft werden neue Hinweise, wie und wann die US-Zentralbank (Fed) ihr massives Wertpapier-Rückkaufprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft zurückfahren könnte.
Münchener Rück: Gewinn kräftig gestiegen
Ein Jahr ohne allzu viele Katastrophen ist für einen Rückversicherer gut. Das vergangene Jahr war ein solches. Auch deswegen weist die Münchener Rück für 2012 satte Gewinne aus. Dies hatten die Analysten so nicht erwartet, ebenso wenig die deutliche Anhebung der Dividende von 6,25 auf sieben Euro. Dies sei eindeutig ein Signal der Stärke der Kapitalausstattung und des Vertrauens in die künftigen Gewinnaussichten, schrieb DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel in einem Kommentar. Die Aktie legte am Dienstag fast vier Prozent zu.
Commerzbank: Hoher Verlust, magerer Gewinn
Nachdem bereits die Deutsche Bank ein miserables Ergebnis fürs letzte Quartal 2012 vorgelegt hatte, folgte diese Woche die Commerzbank mit ebenso schlechten Zahlen. Das Institut schloss das Quartal mit einem Verlust von 720 Millionen Euro ab. Unterm Strich bleibt nun fürs ganze Jahr noch ein Gewinn von sechs Millionen Euro übrig – zu mager, als dass dies Anlegern gefallen könnte. Die Aktie verlor am Montag 5,9 Prozent. Zwar hoffen wohl einige Anleger, dass die Commerzbank ähnlich wie die Deutsche Bank ihre Bilanz nun um die meisten Problemfelder bereinigt habe. Da am Montag aber die Gesamtstimmung am Markt schlecht war, half dies auch der Commerzbank nicht.
Daimler: Zahlen stoßen auf geteiltes Echo
Der Autobauer Daimler hat am Donnerstag hingegen mit seinen Jahres- und Quartalszahlen die Börsianer überzeugt. Jedenfalls legte die Aktie 3,8 Prozent und gehörte damit zu den stärkeren Dax-Werten. Analysten urteilten indes vorsichtig. Insgesamt habe der Autobauer nur ein wenig schlechter abgeschnitten als vom Markt erwartet, meint Analyst Max Warburton von Bernstein. Die Margen bei Mercedes seien allerdings schwach und gerade mal halb so hoch wie bei der Konkurrenz. Fakt ist, dass Daimler sein Konzernergebnis um 32 Prozent steigern konnte, im vierten Quartal sank aber das Ergebnis vor Zins und Steuern um 31 Prozent.
Lanxess: Übernahmegerüchte treiben Kurs
Ganz andere Nachrichten sorgten bei der Chemie-Firma Lanxess für deutliche Kursreaktionen. Gerüchte machen an der Börse die Runde. „Angeblich will Dow Chemical 70 bis 80 Euro je Lanxess-Aktie bieten“, sagte ein Händler am Donnerstag. „Das Gerücht kommt aus London.“ Dort bestätigten Händler, dass die Gerüchte in Umlauf seien. Die Aktien stiegen in Frankfurt zunächst um fünf Prozent und setzten sich damit an die Spitze des Dax.
Metro: Haniel-Anteilsverkauf sorgt für Kursplus
Auch beim Handelskonzern Metro bewegten Neuigkeiten aus dem Hause die Aktie. Sie legte am Mittwoch mehr als vier Prozent zu, nachdem Großaktionär Haniel einen Anteilsverkauf bekanntgegeben hatte. Haniel halte nun noch 30,01 statt zuvor 34,24 Prozent. Für das Paket seien 300 Millionen Euro bezahlt worden. Das erklärt die Kurssteigerung, denn danach war ein Paket in vergleichbarem Umfang etwa 312 Millionen Euro wert. Analysten bleiben zurückhaltend. Auch der nun gestiegene Streubesitz bringe die Aktie des Handelskonzerns einer Wiederaufnahme in den Dax nicht näher, meint zum Beispiel Analyst Jürgen Elfers von der Commerzbank.
Wacker Chemie: Nur kurze Freude über Gewinn
Zahlen ließen wiederum die Aktien des Spezialchemiekonzerns Wacker Chemie am Donnerstag ausschlagen – erst nach oben, dann ging es wieder bergab. Letztlich fiel das Papier im Vergleich zum Vortag um zwei Prozent. Die Freude der Anleger über den höheren Betriebsgewinn währte also nur kurz. „Trotz der guten Geschäfte in der Chemie-Sparte bleiben wir vorsichtig gestimmt“, erklärt Equinet-Analyst Stefan Freudenreich die Stimmung. Auch Freudenreich hat nur wenig Hoffnung, dass es auf dem Polysilizium-Markt in naher Zukunft wieder bergauf geht. Preisdruck und hohe Lagerbestände haben hier zuletzt für Rückschläge gesorgt.
Morphosys: Kaufempfehlung überzeugt Anleger
Neben Zahlen und Nachrichten bewegen Analysten häufig mit ihren Einschätzungen die Kurse. So diese Woche geschehen beim Biotechnologie-Unternehmen Morphosys. Marktbeobachter Elmar Kraus von der DZ Bank sieht gestiegene Chancen, dass der Pharmakonzern Novartis das Unternehmen kauft. Dies macht er am angekündigten Wechsel an der Spitze bei Novartis fest. Neben Joseph Jimenez wird künftig der von Bayer kommende Manager Jörg Reinhardt den Konzern führen. Der sei vor rund zehn Jahren auch Mitglied des Aufsichtsrats bei Morphosys gewesen, merkt Kraus an. Morphosys hat bereits eine Forschungsallianz mit Novartis. Am Mittwoch gewann die im TecDax notierte Aktie bis zu 5,4 Prozent.
KTG Agrar: Kapitalerhöhung belastet Aktienkurs
Eine solche Nachricht gefällt Anlegern nicht, verwässert sie doch die Ertragschancen pro Aktie: Der Landwirtschaftskonzern plant eine Kapitalerhöhung. Die Nachricht hat die Titel am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. Sie fielen um bis zu 5,8 Prozent und waren damit so billig wie zuletzt Mitte Dezember. Dabei wechselten innerhalb der ersten Handelsstunde bereits fast dreimal so viele KTG-Titel den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Angesichts der hohen Verschuldung sei die Kapitalerhöhung notwendig, aber "suboptimal", schrieb Equinet-Analyst Michael Schaefer in einem Kommentar. Schließlich summiere sich für langfristige Anleger die Verwässerung der Anteile seit 2008 auf 45 Prozent. Er kritisierte außerdem mangelnde Transparenz beim Thema Finanzierung und der Verwendung der Einnahmen aus solchen Kapitalerhöhungen.
LEG: Beobachter sehen Aufstiegschancen
Den Börsenstart vergangene Woche haben die Eigentümer der Immobiliengesellschaft LEG, die beiden US-Fondsgesellschaften Whitehall und Perry Capital, für sich zwar als Erfolg verbuchen können. Doch anschließend ging es mit dem Kurs zunächst bergab. Diese Woche erholte sich die Aktie wieder, erreichte aber noch nicht den Ausgabekurs. Beobachter sehen indes weiteres Kurspotenzial: Bei einem Börsenwert von insgesamt rund 2,3 Milliarden Euro sei die Aktie für Fondsgesellschaften interessant, zudem sei ein Aufstieg in einen größeren Index wahrscheinlich.
KPN: Kapitalerhöhung schockt Börsianer
Beim Blick über die Grenzen fällt diese Woche insbesondere die E-Plus-Mutter KPN auf. Die Aktie der niederländischen Telefongesellschaft stürzte am Montag um 18 Prozent ab. Einmal mehr war es die Ankündigung einer Kapitalerhöhung, die die Anleger schockte. Offenbar sieht der Konzern keine andere Chance, an Geld zu kommen, um den hohen Schuldenberg abzubauen.
Münchener Rück: Gewinn kräftig gestiegen
Ein Jahr ohne allzu viele Katastrophen ist für einen Rückversicherer gut. Das vergangene Jahr war ein solches. Auch deswegen weist die Münchener Rück für 2012 satte Gewinne aus. Dies hatten die Analysten so nicht erwartet, ebenso wenig die deutliche Anhebung der Dividende von 6,25 auf sieben Euro. Dies sei eindeutig ein Signal der Stärke der Kapitalausstattung und des Vertrauens in die künftigen Gewinnaussichten, schrieb DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel in einem Kommentar. Die Aktie legte am Dienstag fast vier Prozent zu.
Die US-Börsenbarometer liegen derzeit so hoch wie lange nicht mehr. Der Dow-Jones-Index notiert knapp unter der Marke von 14.000 Punkten, die er jüngst erst das zweite Mal überhaupt übersprungen hatte. Der Technologieindex Nasdaq ging am Freitag auf dem höchsten Schlusskurs seit November 2000 aus dem Handel.
Und der breit gefasste S&P 500 liegt über der psychologisch wichtigen Schwelle von 1.500 Zählern – erst das dritte Mal in seiner Geschichte. Analysten zufolge könnte das Barometer nun Anlauf auf sein Rekordhoch von 1576,09 Punkten nehmen.
Branche: Pharma
Analystenurteile: 21
davon positiv: 5
positiv in Prozent: 24%
Branche: Internet
Analystenurteile: 34
davon positiv: 8
positiv in Prozent: 24%
Branche: Konsum
Analystenurteile: 17
davon positiv: 4
positiv in Prozent: 24%
Branche: Chemie
Analystenurteile: 22
davon positiv: 5
positiv in Prozent: 23%
Branche: Öl
Analystenurteile: 14
davon positiv: 3
positiv in Prozent: 21%
Branche: Lebensmittel
Analystenurteile: 23
davon positiv: 5
positiv in Prozent: 20%
Branche: Agrar
Analystenurteile: 15
davon positiv: 3
positiv in Prozent: 20%
Branche: Halbleiter
Analystenurteile: 35
davon positiv: 7
positiv in Prozent: 20%
Branche: Rüstung
Analystenurteile: 23
davon positiv: 4
positiv in Prozent: 17%
Branche: Computer
Analystenurteile: 32
davon positiv: 5
positiv in Prozent: 16%
Branche: Rüstung
Analystenurteile: 21
davon positiv: 3
positiv in Prozent: 14%
Branche: Handel
Analystenurteile: 24
davon positiv: 2
positiv in Prozent: 8%
Quelle: Factset, DZ Bank
Dagegen rechnet Marktstratege Jeff Kleintop von LPL Financial zunächst mit einer Konsolidierung, die die Kurse um bis zu fünf Prozent nach unten drücken dürfte. Dann gibt es seiner Ansicht nach aber wieder günstige Kaufgelegenheiten, vor allem im Bau- und Transportsektor.
Auch Art Hogan von Lazard Capital Markets wäre einer längeren Verschnaufpause nicht abgeneigt: „Für eine gewisse Zeit in einer Handelsspanne festzuhängen nach dem Turbostart in dieses Jahr, ist wahrscheinlich ein positives Zeichen.“
General Electric
Marktkapitalisierung: 233.63 Milliarden Dollar
Branche: Mischkonzern
Johnson & Johnson
Marktkapitalisierung: 231,38 Milliarden Dollar
Branche: Pharma
PetroChina
Marktkapitalisierung: 231,76 Milliarden Dollar
Branche: Energie
Chevron
Marktkapitalisierung: 232,52 Milliarden Dollar
Branche: Energie
Walmart
Marktkapitalisierung: 261,44 Milliarden Dollar
Branche: Einzelhandel
Microsoft
Marktkapitalisierung: 263,64 Milliarden Dollar
Branche: Technologie
Berkshire Hathaway
Marktkapitalisierung: 264,99 Milliarden Dollar
Branche: Beteiligungsgesellschaft
Marktkapitalisierung: 265,89 Milliarden Dollar
Branche: Technologie
Apple
Marktkapitalisierung: 388,44 Milliarden Dollar
Branche: Technologie
Exxon Mobil
Marktkapitalisierung: 393,61 Milliarden Dollar
Branche: Energie
Der Börsenwert eines Unternehmens (Marktkapitalisierung) wird ermittelt indem man die Gesamtzahl der börsennotierten Aktien mit dem aktuellen Kurs der Aktie multipliziert. Aktien, die sich nicht im Streubesitz befinden werden dabei nicht berücksichtigt.
Am Beispiel von Apple heißt dies: 939.058.000 Aktien sind im Umlauf, der Kurs der Aktie betrug zum Stichtag der Analyse 413 Dollar. Ergebnis: Ein Börsenwert von rund 388 Milliarden Dollar.





