
New YorkIn den USA kommt die Berichtssaison so richtig in Fahrt - und die Anleger richten sich darauf ein, dass sie nach dem verhaltenen Auftakt in der abgelaufenen Woche auch in der neuen nicht viel Gutes zu hören bekommen. Eine ganze Reihe von Börsenschwergewichten legt in den kommenden Tagen Zahlen vor, darunter General Electric, Microsoft, Google, Intel und IBM. Im Fokus stehen außerdem Finanzwerte. Erwartet werden die Geschäftsberichte von Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Die Investoren werden aber auch weiterhin mit Argusaugen den Kampf gegen die europäische Schuldenkrise verfolgen, ebenso wie die Entwicklung der Konjunktur in China.
Vorsicht sei eindeutig angesagt, solange es nach einer weiteren Belastung der Geschäftszahlen durch Europa und China aussehe, sagte Michael Loewengart von E-Trade Financial in New York. Vielleicht werde es sogar ein paar positive Überraschungen geben angesichts dessen, dass die Stimmung insgesamt „so pessimistisch“ sei. „Aber wir könnten trotzdem beträchtliche Verluste erleiden, wenn die Nachrichten schlecht sind.“
Alcoa: Konjunktursorgen weiter geschürt
Wenn mal wieder die Saison der Quartalsberichte beginnt, schauen Börsianer zunächst in die USA. Denn dort leitet traditionsgemäß der US-Aluminiumhersteller Alcoa den Berichtsreigen ein. Der lieferte am Dienstag nach Börsenschluss rote Zahlen, was allerdings schon erwartet worden war. Unter dem Strich stand ein Minus von 143 Million Dollar oder 13 Cent je Aktie. Am Mittwoch fielen die Papiere um bis zu 4,6 Prozent. Alcoa schürte die bestehenden Konjunktursorgen.
Chevron: Energiebranche unter Druck
An einem solchen Tag ist es auch sinnvoll, zunächst die weiteren Auswirkungen auf den US-Markt zu betrachten. Denn auch der Energiekonzern Chevron enttäuschte, und zwar mit einer Gewinnwarnung. Ein Minus von 4,2 Prozent machte das Papier zum größten S&P-Verlierer und drückte die gesamte Energiebranche. Analyst Richard Weeks von HighTower Advisors begründete die Entwicklung: "Wir haben bisher recht warnende Bilanzen und Ausblicke erlebt." Sie deuteten auf eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China und der Welt hin. Das werde die Viert-Quartals-Zahlen belasten, kündigte Investmentstratege William Delwiche an.
Wal-Mart: Aktie klettert auf Rekordhoch
Ein Unternehmen ließ sich von all dem nicht anstecken und zeigte die Widersprüchlichkeit der Marktsignale: Am Mittwoch kletterten die Aktien des Einzelhändlers Wal-Mart auf ein Rekordhoch. Die Titel des Weltmarktführers stiegen an der Wall Street um 3,5 Prozent. Der Metro-Konkurrent gab auf seiner Hauptversammlung bekannt, zuletzt vor allem bei Ratenkäufen gute Geschäfte gemacht zu haben. Außerdem zeigte sich der Branchenprimus zuversichtlich, dass sowohl die großen wie auch die kleinen Filialen künftig wachsen werden.
Barclays: Basel III-Spekulationen treiben Bankaktien
Und natürlich standen auch die Finanztitel wieder im Blickfeld der Investoren. Am Donnerstag haben Spekulationen auf Verzögerungen bei der Einführung strengerer Eigenkapital-Vorschriften (Basel III) den europäischen Banken Auftrieb gegeben. Die Verhandlungen zwischen EU-Kommission, Europäischem Parlament und den EU-Mitgliedstaaten über die Liquiditätsvorschriften sind ins Stocken geraten. Der europäische Branchenindex stieg um bis zu 2,1 Prozent. Zu den größten Gewinnern zählten die britischen Institute Barclays und Royal Bank of Scotland (RBS) mit Kursgewinnen von jeweils etwa 4,5 Prozent.
Commerzbank: Politik wirbelt Kurse durcheinander
Auch die deutschen Banktitel profitierten von den Marktgerüchten am Donnerstag. Commerzbank-Aktien zum Beispiel legten um 2,3 Prozent zu. Politische Einflüsse haben hingegen am Montag zu Abschlägen bei Bankaktien geführt. Die anhaltenden Sorgen um die Finanzstabilität einiger Euro-Staaten belasteten die Kurse. Besonders die Fragen, ob Spanien tatsächlich vollständig unter den Rettungsschirm schlüpfen werde und Griechenland weitere Hilfszahlungen bekomme, hingen wie ein Damoklesschwert über dem Markt, sagte ein Börsianer. Im Dax notierten Deutsche Bank und Commerzbank knapp zwei Prozent beziehungsweise 1,7 Prozent tiefer.
National Bank of Greece: Fusion beflügelt Bankensektor
Im europäischen Finanzsektor machte diese Woche auch die geplante Fusion der National Bank of Greece (NBG) mit der Eurobank von sich reden. Am Montag stiegen die Aktien der NBG zur Eröffnung um 17,7 Prozent. Eurobank-Titel legten ähnlich stark zu. Der griechische Bankenindex notierte 8,5 Prozent höher. Börsianer sehen in dem Deal den Auftakt zu einer Konsolidierung des griechischen Finanzsektors.
EADS: Gescheiterte Fusion beflügelt Kurs
Anleger reagierten diese Woche erleichtert auf die Nachricht, die Fusionsgespräche Flugzeugkonzerns EADS mit dem britischen Unternehmen BAE seien gescheitert. Analyst Zafer Rüzgar von Independent Research hatte die Chancen für einen erfolgreichen Zusammenschluss beider Luftfahrt- und Rüstungskonzerne als gering eingeschätzt. Für EADS dürfte in den nächsten Wochen das operative Geschäft wieder in den Vordergrund rücken, schrieb der Aktienstratege in einer Studie.
Deutsche Telekom: Milliarden-Spekulationen treiben Kurs
In Deutschland machten diese Woche natürlich auch wieder viele Unternehmen auf sich aufmerksam, am Donnerstag zum Beispiel die Deutsche Telekom. Börsianer machen einen rund um den Globus wabernden Nachrichtenstrom dafür verantwortlich, dass die Telekom-Aktie um bis zu drei Prozent zulegte. Nach einem Gerücht will der japanische Mobilfunk-Konzern Softbank ein knapp 13 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für den US-Konkurrenten Sprint abgeben. Dann könnten die Japaner aber nicht für MetroPCS bieten, spekulieren Börsianer, womit der Weg für die Telekom frei sei, ihr US-Mobilfunkgeschäft mit MetroPCS zu fusionieren.
Metro: Gewinnwarnung frustriert Investoren
Der Handelskonzern Metro kommt einfach nicht auf die Beine; Anleger wenden sich weiter ab. Nach einer Gewinnwarnung waren die Aktien bereits am Freitag um neun Prozent abgesackt. Am Montag folgte eine Reihe negativer Analystenkommentare. Daraufhin wurden nochmals viele Metro-Papiere verkauft. Die Titel verloren im Nebenwerteindex MDax 3,3 Prozent. Die Analysten von Exane BNP haben ihre Bewertung des Einzelhandelskonzerns auf "underperform" von bislang "outperform" gesenkt. Die UBS reduzierte das Kursziel auf 20,50 Euro von 23 Euro, ihr Rating lautet auf "neutral". Die UBS-Analysten bewerten Metro mit einem 25-prozentigen Abschlag zum europäischen Sektor. Auch Nomura, Cheuvreux und Natixis haben ihre Kursziele für Metro gesenkt.
Volkswagen: Weiter auf der Erfolgsspur
Eine ganze Reihe von Aktien wurde diese Woche von Analystenkommentaren aufgewirbelt. Zum Beispiel Volkswagen. Am Dienstag überzeugte Europas größter Autobauer zunächst selbst mit seinen Absatzzahlen, die deutlich zulegten. Am Mittwoch führte eine Kaufempfehlung der Citigroup die Aktie weiter nach oben. Die Marktbeobachter sehen VW derzeit ungebremst in der Erfolgsspur. Der Konzern verfüge über eine starke Position in nahezu allen großen Automärkten, verzeichne starkes Wachstum in den Schwellenländern und könne ein überdurchschnittliches Markenportfolio vorweisen.
Alcoa: Konjunktursorgen weiter geschürt
Wenn mal wieder die Saison der Quartalsberichte beginnt, schauen Börsianer zunächst in die USA. Denn dort leitet traditionsgemäß der US-Aluminiumhersteller Alcoa den Berichtsreigen ein. Der lieferte am Dienstag nach Börsenschluss rote Zahlen, was allerdings schon erwartet worden war. Unter dem Strich stand ein Minus von 143 Million Dollar oder 13 Cent je Aktie. Am Mittwoch fielen die Papiere um bis zu 4,6 Prozent. Alcoa schürte die bestehenden Konjunktursorgen.
Genau prüfen werden die Börsianer die Zahlen der Technologieriesen. Aus den Ergebnissen ließen sich womöglich gut Rückschlüsse auf Unternehmensausgaben insgesamt schließen, sagte John Carey von Pioneer Investment Management in Boston. „Und das wird uns einen Eindruck über die Erwartungen der Unternehmen geben.“
Dutzende weitere Firmen legen ihre Zahlen bis Freitag vor, darunter McDonald's oder Johnson & Johnson. Eine ganze Reihe der Konzerne müssten die Erwartungen übertreffen, damit der Markt überhaupt irgendwie gestützt werden könne, sagte Wayne Kaufman von John Thomas Financial in New York. Insbesondere sei es wichtig, dass die großen Banken gut abschneiden würden. „JPMorgan und Wells Fargo haben uns nicht den Schub gegeben, auf den wir gehofft hatten.“ Besonders werde jetzt auf die Citigroup geachtet. Sollte deren Gewinn schlechter als erwartet ausfallen, würde ihn das auch negativer stimmen, was die Konjunktur im Allgemeinen angehe, sagte Kaufman.
Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $
Quelle: Handelsblatt-Kapitalmarkt-Umfrage vom 29.12.2011
Dax: 6.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,46 $
Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $
Dax: 7.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,38 $
Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,45 $
Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,2%; Euro/Dollar: 1,40 $
Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,35 $
Dax: 6.350; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $
Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,40 $
Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,5%; Euro/Dollar: 1,26 $
Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $
Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,40 $
Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $
Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,40 $
Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,85%; Euro/Dollar: 1,23 $
Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,65%; Euro/Dollar: 1,22 $
Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,30 $
Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,35 $
Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,45 $
Dax: 5.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,44 $
Dax: 6.850; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,38 $
Dax: 7.500 (vorher: 6.500); Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $
Dax: 6.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $
Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $
Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,2%; Euro/Dollar: 1,35 $
Dax: 7.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: k.A.; Euro/Dollar: 1,25 $
Dax: 6.100; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,25 $
Dax: 7.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $
Dax: 7.380; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,6%; Euro/Dollar: 1,37 $
Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,35 $
Dax: 5.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,1%; Euro/Dollar: 1,30 $
Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $
Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $
Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,35%; Euro/Dollar: 1,30 $
Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,40 $
Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,3%; Euro/Dollar: 1,30 $
Zum Schluss der abgelaufenen Woche hatten Sorgen vor sinkenden Gewinnmargen der Banken die Wall Street belastet. JP Morgan hatte - gestützt auf das Geschäft mit Immobilienkrediten - seinen Gewinn im dritten Quartal zwar um ein Drittel gesteigert. Auch Wells Fargo verzeichnete einen höheren Profit. Für Börsianer war dies zunächst ein Lichtblick nach den enttäuschenden Zahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa und des Chipherstellers AMD. Im Handelsverlauf zeigten sich die Anleger allerdings von der Einnahmenentwicklung bei Wells Fargo enttäuscht - und stießen auch Aktien anderer Geldhäuser ab.
Die US-Börsen verbuchten die schwächste Woche der vergangenen vier Monate. Überraschend positive Konjunkturdaten konnten die Verluste am Freitag nur noch eingrenzen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel kaum verändert bei 13.328 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1428 Punkten, ein Abschlag von 0,3 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 3044 Punkte. Auf Wochensicht verlor der Dow 2,1 Prozent, der S&P 2,2 Prozent und die Nasdaq 2,9 Prozent.





