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Wall-Street-Ausblick: Zwischen Hoffen und Bangen

An der Wall Street überschlagen sich zu Monatsende die Ereignisse, und die Hoffnung auf saftige Gewinne steigt. Doch die Vielzahl der Bilanzen und Konjunkturdaten sowie die Ereignisse in Griechenland mahnen zur Vorsicht.

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An der Wall-Street schaut man nun wieder nach Griechenland. Quelle: AFP
An der Wall-Street schaut man nun wieder nach Griechenland. Quelle: AFP

„Für den Januar-Endspurt bitte Sicherheitsgurte anlegen“ - so lautet die Devise der New Yorker Anleger, die für die letzten zwei Handelstage des Monats zwischen Hoffen und Bangen schwanken. Saftige Gewinne seien zum Auftakt der neuen Börsenwoche drin, frohlocken sie einerseits. Aber Vorsicht, mahnen sie andererseits. Schließlich könne auch jede Menge schiefgehen, bei einer solchen Vielzahl von Bilanzen und Konjunkturdaten wie sie in den kommenden Tagen erwartet werden. Und nicht zuletzt hält der griechische Pleite-Schlingerkurs die US-Investoren weiter kräftig in Atem.

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Ohne einen Durchbruch bei den Athener Schuldengesprächen am Wochenende drohe den Börsen eine Korrektur nach unten, sagte Ken Polcari von ICAP Equities in New York. „Ein Rückgang von ein bis zwei Prozent wäre durchaus denkbar.“ Am Freitag hatten der S&P 500 und die Technologiebörse Nasdaq zum vierten Mal in Folge auf Wochensicht zugelegt, während der Dow Jones seine dreiwöchige Gewinnserie beendete.

Zuversicht schöpfen die Anleger bisher aus einer Reihe von Entwicklungen, die sie in ihrer Summe als positiv einschätzen. Die US-Wirtschaft verbessert sich, wenn auch nicht dramatisch. Die Vierteljahresbilanzen übertreffen die Prognosen, allerdings weniger deutlich als in den vorangegangenen Quartalen. Keine allzu schlechten Nachrichten kommen aus dem schuldengeplagten Europa, aber bisher auch keine wirklich guten. „Keiner dieser Punkte ist richtig positiv, aber zusammen haben sie den Markt zum Kaufen animiert“, sagt John Schlitz von Instinet.

Doch dass diese Gewinne wirklich von Dauer sind, halten einige für fraglich. Dagegen sprächen das bereits hohe Niveau der Kurse und der vergleichsweise schwache Aktienhandel. Andere verweisen frohlockend auf eine bestimmte Tendenz verschiedener Durchschnittswerte des S&P 500, die unter Strategen als Garant für Aktiengewinne in den kommenden sechs Monaten gilt - weil sie dies in acht von zehn Fällen in den vergangenen 50 Jahren signalisiert hat. Die zuletzt Mitte 2008 erreichte Marke von 1400 Punkten trauen besonders überzeugte Optimisten dem S&P 500 dann zu. Am Freitag schloss das Kursbarometer bei 1316 Zählern.

Mit Spannung warten die US-Investoren in der kommenden Woche auf neue Konzernzahlen und Konjunkturdaten. Geradezu Schlag auf Schlag geht es, denn fast ein Fünftel aller Unternehmen im S&P 500 gewährt Einblick in die Quartalsbilanzen - darunter Schwergewichte aus den verschiedensten Branchen wie der Ölkonzern Exxon, der Internet-Warenhändler Amazon, der Paketdienst UPS, der Pharmariese Pfizer, der Cornflakes-Produzent Kellogg und das Finanzhaus MasterCard.

Täglich erreichen die Börse zudem Meldungen aus der US-Wirtschaft, wie gleich am Montag Daten zum Privateinkommen und dem persönlichen Verbrauch der Amerikaner. Darauf folgt am Dienstag der Case-Shiller-Index für Immobilienpreise. Am Mittwoch berichtet das Institute for Supply Management aus der US-Industrie, und mit dem ADP-Report gibt es erste Neuigkeiten vom Job-Markt. Am Donnerstag legt die Regierung dann den Umfang der jüngsten Anträge auf Erwerbslosenhilfe offen, bevor sie am Freitag mit dem Arbeitsmarktbericht aufwartet.

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