HB WIEN. Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei moderatem Volumen mit höheren Notierungen beendet. Der ATX stieg 11,19 Punkte oder 0,44 Prozent auf 2 573,19 Einheiten. Das Tagesthema an den europäischen Finanzmärkten war schnell auszumachen: Die US-Notenbank Fed hat ihren Diskontsatz am Donnerstagabend von 0,5 auf 0,75 Prozent nach oben geschraubt. Es war dies die erste Anhebung des Zinssatzes für Geld von der Zentralbank seit Ausbruch der Finanzkrise.
Der Satz nimmt bei den Anlegern neben dem US-Leitzinssatz zwar einen zweitrangigen Stellenwert ein, Anleger werteten die überraschende Erhöhung jedoch als Zeichen für eine restriktivere Geldpolitik. Fed-Vertreter versuchten die Märkte zu entspannen, man wolle den Geldinstituten lediglich die Kreditaufnahme im privaten Sektor statt von der Notenbank schmackhaft machen, hieß es.
Die Nachrichten setzten die europäischen Börsen von Handelsbeginn an unter Druck. Auch beim Wiener Leitindex ATX schien es, als ob die viertägige Gewinnserie ein Ende finden würde. Mit einer freundlichen Börsenstimmung an der Wall Street fanden auch die hiesigen Indizes wieder den Weg in die Gewinnzone. Schlussendlich bleibt beim ATX nach einer starken Woche ein Plus von 5,05 Prozent stehen.
Unter den Einzelwerten rückten einmal mehr die Bankenwerte in den Fokus. Nach anfänglich deutlichen Kursverlusten drehten die schwergewichtigen Titel ins Plus. Erste Group gingen mit einem Aufschlag von 1,82 Prozent bei 29,12 Euro aus dem Handel, Raiffeisen stiegen um 0,86 Prozent auf 39,74 Euro.
Enttäuschende Quartalszahlen beim Zementhersteller Lafarge brachten die Titel des Ziegelproduzenten Wienerberger unter Verkaufsdruck. Die französische Branchengröße ist im Schlussquartal 2009 überraschend in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Verlust von 38 Mill. Euro eingefahren. Wienerberger-Aktien sanken um 1,30 Prozent auf 12,90 Euro.
Weiters gerieten Titel des Mischkonzerns A-TEC Industries in den Blickpunkt der Anleger. Das steirische Unternehmen des Industriellen Mirko Kovats plant den Anfang des Jahres insolvent gewordenen Maschinenbauer Holz-Her zu übernehmen. Die Anteilsscheine von A-Tec schlossen unverändert zum Vortageskurs bei 9,43 Euro.
Eine Analystenstimme wurde zum heimischen Öl- und Gaskonzern OMV publik. Die Analysten der Erste Group haben die Kaufempfehlung "Buy" bei einem Kursziel von 39 Euro bestätigt. Im Vorfeld der Quartalszahlen haben sie allerdings die Gewinnschätzung für 2009 von 2,99 auf 1,88 Euro je Aktie nach unten revidiert. OMV-Papiere gingen mit einem Aufschlag von 0,93 Prozent bei 29,32 Euro ins Wochenende.




