
FrankfurtSeit Februar sind die mittelfristigen Anlegererwartungen gefallen, die Kontinuität ist und war beeindruckend. Die darin begründete latente Bereitschaft, die erzielten Gewinne zu versilbern, lastet(e) somit schwer auf den Märkten, zumal die Dividenden-Saison den Zenit überschritten hat.
Die Anleger haben nun die aufgezeigte Gewinnmitnahme-Bereitschaft umgesetzt. Die Aktieninvestitionsgrade fallen in den Mai-Daten deutlicher, insbesondere bei den Privatanlegern. Die monatlich erhobenen Investitionsgrade zeigen bei den Privaten mit 43,4 Prozent einen Stand auf, der zuletzt im September 2010 unterschritten wurde. Die Börsenweisheit „Sell in May and go away“ haben doch einige Privatanleger ernst genommen. Die institutionellen Investoren agieren bislang nicht so beherzt. Ihre Quote fällt moderater auf 76,5 Prozent zurück. Dies entspricht annähernd dem März-Wert des laufenden Jahres.
Dies dürfte auch der Grund für das Preisverhalten vieler Aktienindizes darstellen. Denn die Aktienindizes zeigen sich bislang erstaunlicherweise robust, insbesondere in den USA. Trotz einiger Attacken haben sie immer dort gehalten, wo sie dies auch hätten tun müssen, um nicht strategische Verkaufssignale zu produzieren. Besonders deutlich wird die Situation im MSCI Welt, wo der langfristige Aufwärtstrend zum Wochenschluss gerade noch gehalten werden konnte.
Doch im Hintergrund nagen weiter Konjunktursorgen, allen voran in den USA, wo Einkaufsmanagerindizes und Arbeitsmarktdaten zur Schwäche neigen. Auch die abnehmende Liquidität beginnt die Märkte allmählich zu belasten. Die Antwort auf die Frage, ob in den USA das „Quantitative Easing 3“, also eine weitere Runde staatlicher Hilfen für die Märkte kommt, dürfte daher starke Implikationen auf die weitere Aktienmarktentwicklung haben.
Das Marktradar von sentix rät unter diesen Umständen auf alle Fälle zu asymmetrischen Risikoprofilen, da das Spannungsverhältnis zwischen Gewinnmitnahmebereitschaft und Reaktion am Aktienmarkt noch nicht gänzlich aufgelöst ist. Insbesondere die institutionellen Anleger hätten in einem negativen Szenario noch Anpassungsbedarf.




