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Sentix Marktradar: Rekord-Pessimismus beim Euro

Der Euro ist schwach ins Jahr gestartet, der Pessimismus für die Gemeinschaftswährung ist gewaltig. Kurzfristig kann das dem Kurs etwas nach oben helfen, doch die längeren Perspektiven sind trüb.

Der Druck auf den Euro wächst. Quelle: dpa
Der Druck auf den Euro wächst. Quelle: dpa

FrankfurtDer Euro hat zurzeit wenig Freunde. So schlecht wie aktuell war die Stimmung für die Gemeinschaftswährung seit Februar 2001 nicht mehr. Dies dokumentiert die jüngste sentix-Investorenumfrage unter knapp 1.000 Anlegern. Das Allzeittief spiegelt die hohe Angst im Anlegerkreis vor einem ungehinderten Kursverfall der Gemeinschaftswährung wider. Negative Sentiment-Extreme sind allerdings in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Damit könnte sich der Euro in den nächsten Handelstagen weiter stabilisieren.

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Doch der nächste Dämpfer droht bereits. Denn die Wertwahrnehmung (mittelfristige Erwartungen) zum Euro befindet sich auf dem Sinkflug. Das mittelfristige Sentiment stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger dar. Es hat in der Regel Prognose-Charakter und sollte deshalb nicht antizyklisch bewertet werden.

Doch es gibt noch ein zweites gewichtiges Argument. Dem spielt derzeit auch die deutliche Verbesserung der US-Konjunktur in die Karten. Der sentix Gesamtindex für die US-Konjunktur stieg zuletzt um zwölf Indexpunkte auf +5,6 Punkte und liegt damit auf einem Stand, der zuletzt im April 2011 überschritten wurde. Seit dem Tief vom August 2011 bei -25,5 Punkten hat der sentix Gesamtindex für die USA bereits um 31,1 Punkte zugelegt. Erfreulich entwickeln sich beide Teilkomponenten des Index, welche um mit einem Plus von 12,3 (aktuelle Lage) sowie um 11,8 (Erwartungen) aufwarten können.

Diese zur Euroland-Konjunktur deutlich abweichende Tendenz hat auch einen hohen Erklärungsgehalt für die jüngste Schwäche im Euro-Dollar-Wechselkurs bzw. die Dollar-Stärke. Berechnet man die Differenz der beiden Konjunkturreihen zueinander, sind treffende Aussagen zur weiteren Wechselkurs-Entwicklung möglich. Und auch aus dieser Analyse ergibt sich eine Belastung für den Euro.

In der Summe aller aufgezeigten Sentimentindikatoren kann zwar kurzfristig mit einer technischen Erholung in Richtung 1,30 Dollar je Euro gerechnet werden, die Nachhaltigkeit der Kursbewegung muss aber aufgrund der fallenden mittelfristigen Indikationen aus Wertwahrnehmung und unterschiedlicher Konjunkturentwicklung hinterfragt werden.

  • 12.01.2012, 10:37 Uhrgaragenoeffner

    Der Abwärtstrend beim Euro hält an. Wann wird endlich eingesehen, dass diese "Pseudowährung" abgeschafft werden muss. Dieser Euro wird uns noch lange im Magen liegen, auch noch nach der eventuellen Beseitigung. Eine gemeinsame Währung Europas ist nicht möglich, da die Unterschiede in der Grundbasis, der Mentalität und Wirtschaftsstruktur zu groß sind. Früher als die EWG noch aus 6 bis 7 Staaten bestand hätte es funktionieren können.

  • 12.01.2012, 04:58 UhrAnonymer Benutzer: Persiflage

    @ Machiavelli,
    nicht nur den Großkonzerne ist ein starker Euro dienlich, auch für den Euro-Tourist, der nach Thailand zwecks Kinderprostitution fliegt, ist ein starker Euro vom Vorteil! Im Euroraum gibt es zwar genug Erholungs- und Urlaubsgebiete aber mit Kinderprostitution ist man im Euroraum schlecht bedient.
    Daher braucht Deutschland einen starken Euro.

  • 12.01.2012, 04:28 UhrAnonymer Benutzer: Machiavelli

    Nur europäische, vor allem deutsche, Großkonzerne, weil stark im Nichteuroausland engagiert, haben ein unpatriotisches Interesse daran dass der Euro stark bleibt. Sie können dadurch billig im Nichteuroausland produzieren und den Euroraum damit überfluten. Dies mit riesigen Gewinne, die dann wieder ins Nichteuroausland reinvestiert werden, aber zum Nachteil der schwächeren Eurowirtschaften.
    Für den gesamten Euroraum ist der Euro eigentlich immer noch überbewertet.
    Und wenn Erdöl dadurch etwas teurer wird ist es für die Umwelt nur vom Vorteil.
    Man muss nicht unbedingt mit einem Panzer unterwegs sein.

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