
FrankfurtDefensive Titel sind „out“, zyklische Branche gefragt. Das zeigt der aktuelle Sentix Marktradar. Die von Sentix befragten institutionellen und privaten Anleger haben ihre Haltung in den letzten vier Wochen am stärksten gegenüber Banken verändert. Der extreme Pessimismus ist gewichen und Bullen und Bären halten sich nun die Waage.
Interessant ist dabei, dass die beiden anderen Finanzsektoren, Finanzdienstleister und Versicherungen, hiervon nur unterdurchschnittlich profitieren können. Das verwundert ein wenig, da die Werttreiber hinter der Bankenbewegung durchaus auch für die beiden anderen Sektoren gelten. Will man also von einer Erholung im Finanzbereich profitieren, gibt es Alternativen, bei denen die Stimmung günstiger ist.
Eine weitere interessante Auffälligkeit der Umfrage: Die Vorzeichen für die Freizeit- und Tourismusbranche verbessern sich. Der Untergang des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ und die jüngsten Streiks am Frankfurter Flughafen haben das Sentiment der Branche negativ beeinflusst. Doch trotz dieser schlechten Nachrichten gelang dem Sektor mit dem Bruch einer langfristigen Abwärtstrendlinie ein preistechnisches Kaufsignal, welches offensichtlich von vielen Anlegern weitgehend unbeachtet blieb. Unter dem Blickwinkel der Sentimentanalyse sind dies günstige Vorzeichen.
Für Pharma- und Telekomwerte verläuft 2012 bislang enttäuschend. Dies quittieren die Anleger zwar mit deutlichen Abschlägen in der Monatsveränderung des Sentiments. Doch der Rückgang startet von absolut betrachtet optimistischen Niveaus, so dass noch keineswegs eine konträre Chance auf eine relativ bessere Entwicklung als der Index gegeben ist.
Ein gewisses Enttäuschungspotenzial könnte auch bei Technologiewerten gegeben sein. Apple, SAP & Co. Stehen bei Anlegern hoch im Kurs, was auch in den sentix Indizes deutlich wird.




