Steve Jobs wird laut Medienberichten am Montag das iPhone der zweiten Generation vorstellen. Wird es Apple wieder gelingen, den Zeitgeist für elektronische Geräte zu treffen, die mit allen Schikanen ausgestattet sind? Dazu müsste die Firma mit einem wirklich überwältigenden und neuen Produkt aufwarten - und nicht nur ein paar kleinere Verbesserungen vornehmen.
Steve Jobs mit einem iPhone der ersten Generation: Der Apple-Chef muss bei der neuen Version etwas Unerwartetes präsentieren, will er der Konkurrenz zusätzliche Kunden abjagen. Foto: ap
Angesichts der legendären Verschwiegenheit von Apple wird in den Berichten wild spekuliert, welche neuen Merkmale das Telefon aufweisen könnte. Einig sind sich die meisten Beobachter, dass das neue Gerät sich des 3G-Standards für eine schnellere Datenübertragung bedienen wird, dass es aktualisierte Profi-Anwendungen umfassen wird, um wirkungsvoller mit dem Blackberry
von Research in Motion
konkurrieren zu können, dass es einen größeren Speicher haben und die Batterie länger halten wird. Für die Nutzer wäre dies sicher großartig.
Aber eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Apple seine Geräte und seine Software stufenweise verbessert. Tatsächlich passiert es nicht oft, dass die nächste Generation eines Produkts gegenüber den Vorgängerversionen keine wesentlichen Fortschritte verbuchen kann - und wenn doch, kommt dies schon fast einem Schock gleich. Damit ist größtenteils erklärt, warum so viele Nutzer Vista von Microsoft
so vehement kritisiert haben.
Apple steht jetzt vor der Aufgabe, die derzeitigen iPhone-Besitzer dazu zu ermuntern, sich die neueste Version zu sichern - und die Blackberry
-Anhänger und andere, die dem iPhone-Kult noch nicht verfallen sind, davon zu überzeugen, umzusteigen. Um dies zu erreichen, wird Jobs etwas Unerwartetes präsentieren müssen. Und das ist viel schwieriger.
Sich geistige Anregungen von außen zu holen, könnte hilfreich sein. Externe Entwickler schaffen neuartige Anwendungen für das iPhone, die Apple auf seiner Website verkaufen könnte. Wenn einige davon sich so durchsetzen, dass sie einfach jeder haben muss, dann könnte das Telefon das nötige Prestige erlangen. Jobs mag brillant sein, aber auch er hat die Genialität nicht gepachtet.
