Der Maulheld, Icahn: Ein erfahrener Aktivist, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Sein Erfolg, der sich in Milliarden von Dollar bemisst, macht es schwer, ihn zu ignorieren.
Der Boss, Frank Biondi: Ehemaliger Chef von Viacom und eines Filmstudios. Seine Erfahrung im operativen Geschäft könnte Yahoo bei der Zusammenarbeit mit Partnern helfen, wenn es um Inhalte geht.
Der Wunderheiler, alias Mark Cuban: Ein Unternehmer, der bekannt dafür ist, Firmen zu gründen, die er dann weit über Wert verkauft. Cuban hatte auf dem Höhepunkt der spekulativen Internetblase broadcast.com für 5,7 Mrd. Dollar an Yahoo verkauft – eine nützliche Erfahrung für den Verkauf von Yahoo an Microsoft.
Das Feigenblatt, Lucian Bebchuk: Der Professor der Harvard Law School ist einer der profiliertesten Experten für Corporate Governance und tritt vehement dafür ein, das Gehalt der Manager ihrer Leistung anzupassen. Ihm einen Sitz im Vorstand zu verwehren, käme einem Protest gegen Mutterschaft und Apfelkuchen gleich.
Der Vollstrecker, John Chapple: Der ehemalige Inhaber einer Lizenz der National Hockey League hat bei dem Verkauf einer Nextel-Tochter nicht nachgegeben, was schließlich dazu geführt hatte, dass Sprint, die Nextel übernommen hatte, ein happiges Sümmchen drauflegen musste. Sprint hat jetzt schwer zu kämpfen. Sein Verhandlungsgeschick wird sich bei einem möglichen Verkauf an Microsoft als nützlich erweisen.
Der Kapitalist, Adam Dell: Der ehemalige Jurist hat bei nicht weniger als vier Wagniskapitalgesellschaften gedient und hat, wie der Wunderheiler, in einer früheren Rolle ein Unternehmen an Yahoo verkauft, nämlich HotJobs im Jahr 2002 für 436 Mill. Dollar - und damit wahrscheinlich über Wert. Er ergänzt Cuban und Chapple bei den Verhandlungen mit Microsoft.
Der Gefolgsmann, Keith Meister: Icahns jugendlicher Handlanger, der dem unheimlichen Mönch aus dem „Da Vinci Code“ nicht unähnlich ist, prüft die Zahlen für seinen Meister.
Der Werbe-Crack, Edward Heyer: Der ehemalige Chef von Grey Global bringt eine Fülle von Erfahrungen aus der Welt der Werbung mit zu Yahoo, die bei Display-Werbung immer noch führend ist. Kein anderer im derzeitigen Board kennt sich so gut auf der Madison Avenue aus wie er.
Der Achterbahnfahrer, Brian Posner. Jede aktivistische Kampagne braucht ihren Hedge Fonds-Manager. Posner war Portfolio-Manager bei Fidelity, Warburg Pincus, Hygrove und ClearBridge Advisers. Er ist der Aktionär der Aktionäre.
Der Entertainer, Robert K. Shaye: Der Gründer von New Line Cinema, einem Filmstudio, das ebenfalls für viel zu viel Geld an eine bedeutende Mediengruppe verkauft wurde, ist dafür verantwortlich die „Herr der Ringe“-Trilogie und die Austin Powers-Triade auf die Leinwand gebracht zu haben. Sein untrüglicher Instinkt für Publikumsmagneten könnte dazu beitragen, die Content-Angebote von Yahoo aufzupeppen.
Die Sekretärin, Susan Gordon: Zwar wird das elfte Mitglied der Gruppe nicht als Vorstandsmitglied nominiert. Aber ohne Icahns Stabschefin werden keine Anrufe beantwortet.
Stehen jetzt also die Schatzkammern, die die Reichtümer von Yahoo beherbergen, offen? Nicht so schnell. Selbst wenn die berühmte Elf es in den Board von Yahoo schafft, könnte sie immer noch mit einem Aufstand der maßgeblichen Mitarbeiter der Internetfirma, ihrer Techniker und versammelten Computerfreaks konfrontiert werden, ohne die Microsoft das Ruder wahrscheinlich nur ungern übernehmen will. Dies war einer der Gründe, weshalb sich der Software-Riese gegen eine feindliche Übernahme entschieden hat.
Für den Chef von Yahoo, Jerry Yang, wäre es das Beste, wenn er es vermeiden könnte, aus dem Vorstand, den er gegründet hat, zu fliegen und es schaffen würde, vor dem Unabhängigkeitstag einen von allen Seiten gebilligten Verkauf an Microsoft auf die Beine zu stellen. Dies würde „Icahn’s 11” bei ihrem Gaunerstück zwar ein wenig um den Spaß bringen, aber allen Yahoo-Aktionären größere Reichtümer sichern.
