Die Citigroup wird heute neue Abschreibungen in Milliardenhöhe bekannt geben - und die Zufuhr frischen Kapitals seitens staatlicher Anleger aus Asien und dem Mittleren Osten. Damit tritt die US-Bank zum zweiten Mal kleinlaut vor die Investoren. Sie wird ihrem Geldgeber, der Abu Dhabi Investment Authority, weitere Zugeständnisse machen müssen. Eine Analyse.
Glaubt man den Gerüchten, so wird Citigroup
neue Abschreibungen in elfstelliger Höhe bekannt geben. Merrill Lynch
sitzt im selben, wenn auch kleineren Boot. Beide US-Banken arrangieren erneut Liquiditätsspritzen. Das ist nun für beide Institute das zweite Mal, dass sie sich Kapital beschaffen müssen. Und die Investoren aus der ersten Runde könnten jetzt bessere Konditionen verlangen.
Citigroup,
Wenn Citigroup
Dividenden- oder Wandelinstrumente über mehr als fünf Mrd. Dollar begibt, die auf einem Aktienkurs basieren, der unter den dem Adia-Deal zugrunde liegenden 31,83 Dollar je Aktie bleibt, oder wenn sie einen höheren Kupon abwerfen, dann muss sie nachbessern. Dies besagen die Konditionen des Abschlusses.
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Da der Aktienkurs von Citigroup
derzeit unter dieser Schwelle gehandelt wird, wird eine dieser Bedingungen bei einer neuen Investition möglicherweise in Kraft gesetzt werden. Citigroup
müsste Adia zwar keine Barmittel zurückerstatten, aber die Bank müsste den Investor in größerem Umfang an einer Aufwärtsbewegung teilhaben lassen, wenn die Investition in Aktien gewandelt wird.
Im Gegensatz dazu müsste Merrill Lynch
die Differenz mit liquiden Mitteln oder dem Äquivalent an zusätzlichen Aktien ausgleichen, wenn die Investmentbank Aktien zu einem niedrigeren Kurs begeben würde, als dem Niveau von 48 Dollar, das bei dem Abschluss mit Temasek, dem Staatsfonds von Singapur, über 4,4 Mrd. Dollar am 24. Dezember festgesetzt worden waren. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass dies eintritt, da die Aktien von Merrill in der Zwischenzeit wieder weitgehend auf den damaligen Stand vorgerückt sind. Damit kann das Institut neuen Investoren einen ähnlichen Abschlag einräumen wie Temasek, ohne das Niveau von 48 Dollar zu brechen.
Und doch könnte es teuer werden, wenn die Banken immer wieder aufs Neue bei den Investoren vorstellig werden. Wenn eine Firma immer wieder um einen Kapital-Nachschlag ersucht und dabei sich ständig verschlechternde Konditionen erhält, könnte sich dies auch negativ auf die Investitionen aus den vorangegangenen Runden niederschlagen. Und ihre Kapitalkosten würden sich schnell vermehren. Darüber hinaus würde eine Spirale der Verwässerung für die regulären Aktionäre in Gang gesetzt werden. Diese sollten darauf hoffen, dass sich Citigroup
und Merrill Lynch
dieses Mal genug Kapital beschaffen, so dass sie sich nicht gleich wieder anstellen müssen.
