1 Bewertung ****
27.08.2008 
Royal Bank of Scotland

War’s das?

von George Hay, breakingviews.com

Die Royal Bank of Scotland hat drei gestandene neue Aufsichtsratsmitglieder gefunden. Aber die Veränderung ist nur zweitrangig. Wenn RBS wirklich einen Neuanfang sucht, müssen schon bedeutendere Köpfe rollen. Vielleicht wollen die Anleger, dass der Vorstandsvorsitzende im Amt bleibt - vorläufig - um ABN Amro zu integrieren, aber ein neuer Aufsichtsratschef würde schon jetzt gut passen.

Die Veränderungen im Aufsichtsrat der Royal Bank of Scotland sind besser als nichts. Die britische Bank nannte inzwischen die Namen von drei neuen Mitgliedern, die das Aufsichtsgremium in Zukunft verstärken sollen. Aber nachdem RBS auf dem Höhepunkt des Marktes ABN Amro übernahm, dürfen die Aktionäre ein bisschen mehr erwarten.

Die neuen Gesichter überzeugen. Stephen Hester, gegenwärtig Vorsitzender von British Land und früher bei Abbey verantwortlich für das operative Geschäft, bringt weitreichende Erfahrungen auf dem britischen Markt mit ein. Das gleiche gilt für den asiatischen Markt und John McFarlane, Ex-CEO der Australia and New Zealand Banking Group und gegenwärtig Standard-Chartered-Direktor.

Die drei Neuen und die beiden Scheidenden sorgen dafür, dass der Aufsichtsrat in Zukunft über größere Finanzexpertise verfügt, ein bisschen unabhängiger wird und weniger schottisch-provinziell wirkt. Aber das alles löst noch nicht das Kernproblem. Der RBS-Vorstandsvorsitzende Sir Fred Goodwin, beharrte auf dem Höhepunkt des Marktes auf der teuren und unklugen Akquisition von ABN Amro, die er im Anschluss durch die größte, jemals in Großbritannien durchgeführte Kapitalerhöhung finanzieren musste. Der Deal kostete RBS rund 12 Milliarden Pfund, ein Preis, der nach Einschätzung von Beobachtern zu hoch für ABN war. Der Aktienkurs von RBS verlor innerhalb eines Jahres 62 Prozent. US-amerikanische Bankenvorstände mussten da schon für weitaus weniger über die Klinge springen

Es sieht ganz danach aus, dass die Investoren Goodwin halten wollen, bis ABN integriert und der Schaden in der RBS-Bilanz behoben ist. Aber der lange Verbleib ist gar nicht nötig. Der Aufsichtsratsvorsitzende Sir Tom McKillop, ist vielleicht verantwortlich für die neuen Gesichter, aber im entscheidenden Moment versagte sein Einfluss auf den optimistischen Vorstandsvorsitzenden. Ein neuer Mann an der Spitze wäre vielleicht besser geeignet, mit der Riege der leistungsfähigen Aufsichtsratsmitglieder zusammenzuarbeiten. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel.

For further commentary see:
breakingviews.com
Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

HANDELSBLATT ANALYSTENCHECK

NAME EINSTUFUNG  DIFFERENZ
BASF SE  neutral -2.05%
AIR FRANCE-KLM  buy +114.73%
KONINKLIJKE AHOLD NV  buy +8.82%
ARAGON AG  neutral +11.28%
ERICSSON(L.M.)(TELEFO...  sell -8.79%
DEUTSCHE BANK AG  neutral +132.32%
BUZZI UNICEM SPA  neutral +22.63%
CELESIO AG  buy +18.36%
MVV ENERGIE AG  sell -6.45%
EASYJET  neutral +23.22%