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01.06.2008 
Bud/Inbev

Aktivisten gesucht

von John Foley, breakingviews.com

Anheuser-Busch muss auf Zack gebracht werden. Aber wer wird den Einpeitscher spielen? Die belgische Inbev, die sich mit dem Gedanken an eine Offerte über 46 Mrd. Dollar für den "König der Biere" trägt, könnte sich um diese Rolle reißen. Angesichts der miserablen Entwicklung des Aktienkurses von Bud sind die Investoren vielleicht versucht, sich auf das Angebot von Inbev zu stürzen. Bevor sie das tun, sollten sie eine Alternative überdenken: Sie könnten sich einen aktivistischen Investoren suchen.

Die Aktionäre von Bud haben allen Grund dazu, frustriert zu sein. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Aktienkurse der Konkurrenten Inbev, SAB und Carlsberg fast verdreifacht, während der von Bud stagnierte. Allerdings haben die Aktien im vergangenen turbulenten Jahr auch nicht verloren, was wiederum als Beleg für ihre defensiven Qualitäten anzusehen ist.

Um jedoch eine Übernahme rechtfertigen zu können, müsste Inbev die Gewinnspannen von Bud in die Höhe treiben, die für ein Unternehmen mit einem Anteil von 50 Prozent am US-Markt auffällig niedrig sind. MillerCoors, die Neugründung der Hauptkonkurrenten von Bud, strebt nach Kostenkürzungen Betriebsgewinnspannen von 17 Prozent an - dieselben wie bei Bud. Allerdings liefert Bud 50 Prozent mehr Bier aus. Die Größenvorteile sollten zu seinen Gunsten arbeiten.

Es ist nicht schwer zu erkennen, wo Inbev die Axt ansetzen könnte. Das erklärte Ziel der Firma, die Kosten bei ihren Brauereien um 400 Mill. Dollar zu senken, ist ein Anfang - aber auch nicht viel mehr als das. Die Margen von Bud beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen werden denen der großen Rivalen noch bis in das nächste Jahrzehnt hinterherhinken, schätzen Analysten. Und das Unternehmen verschwendet ein Vermögen auf unwirtschaftliche Marketing-Maßnahmen, die gekürzt werden könnten.

Warum hilft sich Bud nicht selbst? Die Antwort scheint in seiner schläfrigen Vorstandsstruktur zu liegen. Die Sessel des Chairman und des Chief Executive werden von Mitgliedern der Familie Busch belegt. Andere Mitglieder des Gremiums beim Eckpfeiler aus St. Louis, die im Schnitt seit 13 Jahren ihr Amt versehen, sind eng miteinander verbunden.

Glücklicherweise gibt es aber auch noch jene, die ihre Karrieren dieser Art von Situation weihen. Nehmen wir einmal Nelson Peltz, den Aktivisten, der sich mit dem Ketchup-Imperium Heinz angelegt hat. Die Familie Busch hat sich bisher noch nicht mit einem aktivistischen Feldzug auseinander setzen müssen. Aber wenn die Aktionäre von Bud Ergebnisse sehen wollen, ohne ihre Aktien kampflos an Inbev abzugeben, könnten sie schlechter fahren, als jemanden wie Peltz anzufeuern.

For further commentary see:
breakingviews.com
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