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30.11.2008 
Lufthansa

Nur wer mitmacht, kann gewinnen

von Fiona Maharg-Bravo und Rachel Sanderson, breakingviews.com

Deutschland mag sich vielleicht vor einer Rezession wegducken, das Aushängeschild unter den Fluggesellschaften des Landes aber ist davon weit entfernt. Die Deutsche Lufthansa hat bereits eingewilligt, die British Midland in Großbritannien zu kaufen und sie verhandelt über die Akquisition von Austrian Airlines. Jetzt hat der Carrier eine neue italienische Fluglinie initiiert, die in Mailand ansässig sein soll.

Dieser jüngste Schritt ist äußerst sinnvoll. Mit sechs Flugzeugen geht Lufthansa keine gewaltige Wette ein, aber der neue Carrier könnte vermutlich schnell ausgebaut werden, wenn sich alles gut entwickelt.

Dies könnte ein günstiger Zeitpunkt sein, auf den Markt in Norditalien, der drittreichsten Region in Europa, vorzurücken. Auf dem Mailänder Flughafen Malpensa stehen eine Menge Slots zur Verfügung. Alitalia hat in ihrem Kampf ums Überleben ihr Engagement stark zurückgefahren. Ein Konsortium italienischer Investoren, CAI, bereitet sich darauf vor, die Fluggesellschaft neu zu erfinden und hat für die Übernahme von Teilen der Vermögenswerte von Alitalia eine Mrd. Euro gezahlt. Aber ihr Abflug verzögert sich immer wieder.

Die Lufthansa hatte in Konkurrenz mit Air France-KLM über einen Anteil von zwanzig Prozent an der neu aufgebauten Alitalia verhandelt. Die Deutschen sagen, ein Abschluss sei immer noch im Bereich des Möglichen. Aber mal ehrlich, in eine Fluggesellschaft zu investieren, bei der die lokalen Interessen wahrscheinlich über die der reinen ökonomischen Vernunft gestellt werden, klingt weniger attraktiv, als das Ganze gleich selbst in die Hand zu nehmen.

Vor ein paar Monaten sah es so aus, als ob Air France-KLM in dem Wettstreit die Oberhand haben würde. Der französisch-niederländische Carrier wollte sowohl die Aktiva als auch die Passiva von Alitalia über bis zu vier Mrd. Euro übernehmen, bevor Silvio Berlusconi, jetzt Ministerpräsident, einen möglichen Deal mit seiner Wahlkampfpropaganda torpedierte. Jetzt kann es sein, dass Air France-KLM noch nicht einmal einen zwanzigprozentigen Anteil ergattert, während die Lufthansa einen Beleg für das Sprichwort liefern könnte, dass das Glück mit dem ist, der warten kann.

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breakingviews.com
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