Arun Sarin: Welche Aufgabe wartet jetzt auf Arun Sarin? Vodafones
scheidender Chef wird begehrt sein. Fünf Jahre stand der in Indien geborene und in den USA ausgebildete Unternehmenslenker am Ruder eines erfolgreichen, in Großbritannien beheimateten globalen Mobilfunkbetreibers. Nun hat er die Qual der Wahl. Nach eigener Aussage haben für Sarin zunächst einmal eine berufliche Auszeit, Reisen und die Familie Vorrang. Aber mit gerade einmal 53 Jahren stehen die Chancen gut, dass es nicht lange dauern wird, bis Sarin sich nach einer neuen Herausforderung umsieht.
Dabei wäre es wohl eher überraschend, wenn Sarin wieder eine Führungsrolle in einem britischen Unternehmen übernehmen würde. Zwar verlässt er Vodafone
auf einem unternehmerischen Höhepunkt - der Mobilfunkbetreiber meldete erst kürzlich Rekordgewinne für das abgelaufene Geschäftsjahr -, aber seine Zeit war turbulent. Sarins hässlicher Streit um seinen Posten im Jahr 2006 hat sicherlich Spuren hinterlassen. Er wird daher kaum daran interessiert sein, seinen Ruf noch einmal aufs Spiel zu setzen, nachdem er hart darum kämpfen musste, ihn wieder herzustellen.
Sarins Begeisterung für börsennotierte Unternehmen könnte sich also in Grenzen halten, auch wenn seine Leidenschaft für die Telekommunikationsbranche tief geht. Der Zusammenschluss von Airtouch und Vodafone
im Jahr 1997 verhalf ihm persönlichen zu einem Vermögen, aber es war das Interesse am Mobilfunk, das ihn während seiner gesamten beruflichen Karriere begleitete und ihm schließlich den Topjob bei Vodafone
einbrachte. Wenn Sarin der Branche treu bleiben und gleichzeitig seine Millionen weiter aufstocken will, käme das Beteiligungsgeschäft in Frage. Schließlich arbeitete er früher schon für KKR.
Nach den schwierigen Erfahrungen in Großbritannien wird es ihn zurück in die USA ziehen, die er vor seiner Führungsrolle bei Vodafone
seine Heimat nannte. Der in Indien geborene Manager beschrieb sich bei einer früheren Gelegenheit als "einen Amerikaner - indischer Abstammung". Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hält mit Sicherheit reichlich Spielraum für ihn bereit, die Basis dieser Einschätzung weiter zu verbreitern.
Aber Sarin könnte vielleicht am meisten bewirken, wenn er sich nach Indien, seiner - wie er sie nennt - "geistigen Heimat", orientieren würde. Als erfolgreicher indischer Auswanderer, genießt Sarin Prominentenstatus auf dem Subkontinent. Vodafones
Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung am viertgrößten indischen Mobilfunkbetreiber Hutchison Essar im vergangenen Jahr verfestigte seinen Ruf nur noch.
Sarin könnte darüber nachdenken, einen Teil seines Einflusses darauf zu verwenden, Indien zu bewegen, die bürokratischen Hindernisse und Restriktionen für ausländische Investoren zu reduzieren. Nachdem es ihm gelungen ist, die Hürden mit Vodafone
zu überwinden, empfiehlt sich Sarin als Frontmann einer solchen Kampagne.
