Das mag für eine Bank, die mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat, töricht erscheinen. Um also die Rädchen zu schmieren, hat das US Federal Deposit Insurance Corporation-Einlagensicherungsinstitut (FDIC) der Citigroup
im Grunde eine Versicherungspolice gegen überproportionale Verluste bei den hypothekenbezogenen und anderweitig als zweifelhaft erachteten Vermögenswerten von Wachovia
über 312 Mrd. Dollar ausgestellt. Die FDIC steht für den Rest gerade.
So ungefähr hätte das Tarp eigentlich funktionieren sollen. Und wie es auch für den Paulson-Plan angedacht war, erhält das FDIC eine Mischung aus Vorzugsaktien und Warrants über zwölf Mrd. Dollar, die es dem Einlagensicherungsinstitut erlaubt, von jeder Aufwärtsbewegung des Werts der Citigroup
zu profitieren und die gleichzeitig für eine Erhöhung der Eigenkapitalquoten der Bank sorgt. Citigroup
sammelt zudem bei ihren eigenen Aktionären zehn Mrd. Dollar an frischem Kapital ein, um den Deal zu finanzieren. Im Endergebnis ergibt sich eine Mischform, bei der die US-Steuerzahler und die Aktionäre von Citigroup
gleichermaßen Risiken tragen. Natürlich hätte der Citigroup
-Boss Vikram Pandit wahrscheinlich Mühe gehabt, seinem Board ohne den Rettungsplan der Regierung im Hintergrund das Wachovia
-Geschäft zu verkaufen. Aber es wäre gleichermaßen unverantwortlich von Citigroup
gewesen - oder von Warren Buffetts Berkshire Hathaway
oder von der Mitsubishi UFJ
, die jeweils in Goldman Sachs und Morgan Stanley
investiert haben -, sich auf einen Deal geeinigt zu haben, der nur auf der Billigung des Kongresses gründen würde.
Diese Transaktionen - zusammen mit der ebenfalls vom FDIC vermittelten Akquisition von WaMu durch JPMorgan - zeigen, dass mit Hilfe der bereits verfügbaren Regierungsmechanismen sehr wohl willige Käufer für in Not geratene Institute gefunden werden können. Je stärker die Regierung einspringt, direkt oder über eine Form der Versicherung, desto weniger lächerlich wird der Preis ausfallen, den ein Retter bieten wird.
Ob Paulsons Tarp wieder Leben eingehaucht werden kann oder auch nicht - auf jeden Fall werden sich die Schmerzen noch einmal intensivieren - besonders in der Wall Street, aber auch in der Main Street. Wenn der Kredithahn völlig austrocknet, wird es immer schwerer für die Unternehmen, Ausleihungen vorzunehmen und in ihre Geschäfte zu investieren, auch wenn die US-Notenbank zusätzliche und gesonderte Anstrengungen unternimmt, das System mit Geld zu fluten. Es wird die Verbraucher mehr kosten, eine Hypothek auf ihre Häuser aufzunehmen oder ihre Autos auf Kredit zu kaufen. Aber die zusätzlichen Schmerzen, ohne das Tarp zu leben, könnten sich langfristig als zuträglich erweisen, wenn sie ein größeres Vertrauen in solide Marktprinzipien herstellen.
