0 Bewertungen
03.09.2007 
Amerikanische Währung

Charttechnik macht Dollar-Anlegern Hoffnung

von Felix Pieplow

Mit Kursen über 1,36 Dollar je Euro liegt die US-Währung nicht weit unter ihrem historischen Tief. Und auch gegenüber anderen Währungen hat sich der Dollar in der jüngeren Vergangenheit eher schlecht geschlagen, wie der Chart des US-Dollar-Index zeigt. Doch aus Sicht der technischen Analyse winken dem Greenback bessere Zeiten.

Chartanalyse.Lupe

Chartanalyse.

RIGA. Der Dollar-Index misst den Wert der US-Währung gegenüber einem Korb aus sechs Hartwährungen, u.a. dem Euro, dem Pfund und dem Yen. Aktuell macht der Index charttechnisch durch eine deutliche Schwäche auf sich aufmerksam. Ähnlich schwach wie heute war er in den vergangenen 17 Jahren vier Mal bewertet. Jedes Mal drehte er jedoch bei einem Indexstand von 80 Punkten nach oben - ein für technische Unterstützungszonen typisches Verhalten.

Für den Dollar spricht zudem eine abwärts gerichtete Keilformation, die sich seit Ende 2005 gebildet hat. Bei einer solchen Formation laufen die Kurse innerhalb zweier Begrenzungslinien konisch zusammen, um anschließend oft scharf in Gegenrichtung auszubrechen. Zumindest aus technischer Sicht sind damit die Voraussetzungen für eine Aufwärtsbewegung des Dollars gegeben.

Fundamentale Unterstützung könnte der Dollar indirekt durch einen Rückgang der US-Immobilienpreise erhalten. Der amerikanische Notenbankpräsident zitierte in seiner Rede am Freitag ein wissenschaftliches Papier vom Center for Financial Studies in Frankfurt. Dieses weist für die USA eine hohe Korrelation zwischen Konsum und Immobilienpreisen von über 50 Prozent nach. Angesichts des Einbruchs am US-Immobilienmarkt wäre damit eine baldige Rezession in den USA zu erwarten. Folge wären Portfoliorückflüsse aus Anlagen in Emerging Markets und Rohstoffen. Ein Vorspiel ereignete sich jüngst am russischen Markt, als mutmaßlich Hedge-Fonds Wertpapiere im großen Stil liquidierten. Die Moskauer Zentralbank musste den Rubel kurzzeitig stützen - seit Jahren zum ersten Mal.

Schließlich spricht auch die Sentiment-Analyse für den Dollar. Kaum ein Finanzanalyst glaubt zurzeit noch an die US-Devise, eine Abwertung scheint ausgemachte Sache zu sein. Die Finanzmärkte zeigen jedoch immer wieder, dass gerade Totgeglaubte länger leben.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Blogkommentare zu diesem Artikel

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Gefährliches Spiel der amerikanischen Bankenretter  Artikel in Merkliste

09.07.2009 von Rolf Benders

Kein Vorbild für Europa: Die USA sparen ihre Bad Bank voreilig zusammen und gehen so ein hohes Risiko ein. Kommentar

Breakingviews

Ford braucht mehr Eigenkapital  Artikel in Merkliste

06.07.2009 von Antony Currie (breakingviews.com)

Der Autobauer Ford ist um einen staatsfinanzierten Konkurs herumgekommen und gewinnt wieder Marktanteile. Aber seine Schuldenlast ist nach wie vor erdrückend, anders als bei General Motors, wo nach schnellen Konkursverkäufen inzwischen deutlich weniger Schulden zu Buche stehen. Eine Kapitalerhöhung würde zwar das Ergebnis pro Aktie verwässern, könnte Ford aber helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Kommentar

Handelsblatt Börsenradio 09.07.2009 (Abendausgabe) 

09.07.2009Börsenradio

Top-Ökonomen dämpfen Konjunkturoptimismus - Alcoa sorgt für Stimmungshoch - Dax steigt - Öl-Preis unter 60 Dollar Anhören


Anzeige