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18.03.2008 
Technische Analyse

Charttechnik signalisiert Bärenmarkt

Die neuen Jahrestiefs von Dax und Euro Stoxx haben die charttechnische Situation beider Indizes grundlegend verändert. Zwar existiere nach Ansicht von technischen Analysten die Chance auf eine Reihe von Erholungstagen, insgesamt hätten sich die Abwärtstrends aber verfestigt. Pessimisten schließen nun sogar einen Einbruch des Dax auf bis zu 5 350 Punkte nicht mehr aus.

"Der Dax befindet sich in einer intakten Abwärtsbewegung". Foto: dpa.Lupe

"Der Dax befindet sich in einer intakten Abwärtsbewegung". Foto: dpa.

HB FRANKFURT. Die von dem Kollaps der US-Investmentbank Bear Stearns ausgelösten abermaligen Turbulenzen an den weltweiten Aktienmärkten und die daraus resultierenden neuen Jahrestiefs von Dax und Euro-Stoxx haben die charttechnische Situation beider Indizes grundlegend verändert.

So ist das Kursbarometer für die deutschen Standardwerte aus seiner Seitwärts-Range zwischen 6 400 und 7 000 Punkten herausgefallen, der Index für die 50 größten Aktien aus dem Euroraum hat seine Trading Range zwischen 3 600 und 3 900 Punkten verlassen.

"Wir sind auf die eine Etage tiefer liegenden Support-Zonen zurückgefallen", sagt Petra von Kerssenbrock, technische Analystin bei der Commerzbank. Damit sei der Dax nunmehr in einer Zone zwischen 6 100 und 6 230 Punkten unterstützt, der Euro-Stoxx bei 3 380 bis 3 460 Zählern. Zwar eröffne die heftige Bewegung vom Montag die Chance auf eine Reihe von Erholungstagen, insgesamt hätten sich die Abwärtstrends aber verfestigt.


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"Wir befinden uns aus technischer Sicht weiterhin in einem Bärenmarkt. Ob die Tiefs von Anfang der Woche dabei längerfristig halten werden, lässt sich kaum prognostizieren. Denn der große Verfall wird zusätzliche Volatilität in den Markt tragen", erläutert sie.

Skeptisch ist die technische Analystin auch mit Blick auf die Aktien von Siemens, die sich nach der Gewinnwarnung vom Montag um mehr als 17 Prozent verbilligt und damit den heftigsten Verlust ihrer Dax-Historie hingelegt hatten.

Nach einer fast fünf Jahre andauernden Hausse hätten die Papiere mit einer mittel- und langfristigen technischen Eintrübung zu kämpfen. Seit dem Mai vergangenen Jahres seien Siemens oderhalb der Unterstützungszone bei 85,60 Euro in eine Seitwärtspendelbewegung hineingelaufen, die den Charakter eines mittelfristigen Doppel-Tops aufgewiesen habe.

Bereits vor dem Einbruch am Montag seien die Aktien mit einem Verkaufssignal aus dieser Formation und damit dem Hausse-Trend herausgefallen. Die neuen Finanzdaten hätten lediglich für eine Beschleunigung dieser Bewegung gesorgt. Kurserholungen sollten daher für weitere Positionsreduzierungen genutzt werden, rät sie.

Auch nach Ansicht von Holger Frey, technischer Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), befinden sich sowohl der Dax als auch der Euro-Stoxx, nachdem sie ihre Seitwärts-Ranges verlassen haben, in einer intakten Abwärtsbewegung.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Binnen fünf bis zehn Tagen Einbruch auf bis zu 5 350 Zähler"

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