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25.08.2008 
Intakter Bullenmarkt

Charttechnik spricht für steigende Rohstoffpreise

von Michael Riesner

Die Schwankungen der Rohstoffpreise haben in den letzten Wochen atemberaubende Züge angenommen. Die Kursverluste der vergangenen Wochen waren jedoch lediglich ein Zwischenspiel in einer langfristigen Hausse. Für 2010 wird ein erster großer Höhepunkt bei den meisten Rohstoffpreisen erwartet.

ZÜRICH. Nachdem der CRB-Reuters-Jeffries-Index als einer der Leitindizes im Rohstoffsegment von Januar bis zum Julihoch rund 32 Prozent zugelegt hatte, hat er mit der scharfen Korrektur der letzten sechs Wochen rund 20 Prozent verloren.Viele Experten gehen mittlerweile davon aus, dass die Rohstoffpreise für längere Zeit den Rückwärtsgang eingelegt haben, was vor allem mit der globalen Konjunkturabschwächung begründet wird.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus technischer Sicht? Ende Juli hat der CRB-Index mit rund 420 Punkten seinen langfristigen Aufwärtstrend aus dem Jahr 2007 gebrochen, was vor allem für die mittelfristige Tendenz Konsequenzen haben dürfte. Langfristig gehen wir nach wie vor davon aus, dass der strukturelle Bullenmarkt der je nach Rohstoffart 1999 beziehungsweise 2001 begonnen hat, ungebrochen ist.

Chartanalyse

Unseren langfristigen zyklischen Modellen zufolge erwarten wir nach wie vor erst für das Jahr 2010 einen ersten großen Höhepunkt in den meisten Rohstoffpreisen. Dazu passt, dass wir trotz der starken Korrektur in langfristigen Chartbildern, etwa für den Ölpreis, noch keinerlei große Topformation feststellen können. Allein aus dieser Sicht ist davon auszugehen, dass Öl bereits 2009 neue Höchstkurse sehen wird und damit die Rohstoffpreise allgemein ihren langfristigen Bullentrend wieder aufnehmen sollten.

Das Problem, das sich aus dem Trendbruch ergibt, ist vor allem mittelfristiger Natur. In den letzten Tagen haben sich der Ölpreis und generell die meisten Rohstoffpreise kräftig erholen können. Der CRB-Index hat einen kleinen Doppelboden vollendet, was für die nächsten ein bis zwei Wochen eine weitere Erholung der Rohstoffe und damit auch der Rohstoffaktien erwarten lässt. Das Problem ist, dass der gebrochene langfristige Aufwärtstrend bei aktuell rund 430 Punkten diese Erholung mit hoher Wahrscheinlichkeit begrenzen dürfte, womit bis in das vierte Quartal hinein mit einer Seitwärtsbewegung gerechnet werden muss.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wir im Zuge unserer unverändert optimistischen Langfriststrategie für Rohstoffe davon ausgehen, dass es sich bei der Korrektur der letzten Wochen lediglich um eine kräftige Gegenbewegung in einem intakten langfristigen Bullenmarkt handelt.

Der Autor leitet die technische Analyse der UBS Investment Bank.
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