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15.09.2008 
Chartanalyse

MDax steckt im Kurstief fest

von Christian Henke

Es ist noch nicht lange her, da kletterte der MDax von einem Hoch zum Nächsten. Doch seit seinem Höchststand vom 13. Juli 2007 befindet sich der Nebenwerte-Index in einem steten Abwärtstrend. Nun kämpft der MDax mit der wichtigen Marke von 8 000 Punkten - Experten rechnen mit einer Fortsetzung der Baisse.

Fällt der Index unter 8000 Punkte, muss mit weiteren Kursverlusten gerechnet werden. Foto: Handelsblatt

Fällt der Index unter 8000 Punkte, muss mit weiteren Kursverlusten gerechnet werden. Foto: Handelsblatt

DÜSSELDORF. Das waren noch Zeiten, als der heimische Nebenwerteindex MDax seit dem Zwischentief von März 2003 von einem neuen Hoch zum anderen kletterte und den Anlegern imposante Kursgewinne bescherte. Aber wie lautet eine charttechnische Börsenweisheit so schön: Ein Trend bleibt so lange bestehen, bis er gebrochen wird. Diese Regel bewahrheitete sich im August des vergangenen Jahres, als der mittelfristige Aufwärtstrendkanal nach unten verlassen wurde.

Ausgehend von dem historischen Höchststand bei 11 356 Punkten vom 13. Juli 2007 hat sich im weiteren Verlauf ein Abwärtstrendkanal gebildet, der bis zum heutigen Tag Bestand hat. Zwar konnten die Nebenwerte im Mai dieses Jahres eine Gegenoffensive einleiten; die obere Trendkanallinie verhinderte jedoch ein Voranschreiten und somit einen Trendwechsel. Zu diesem Zeitpunkt konnte die seit November des zurückliegenden Börsenjahres fallende 200-Tage-Durchschnittslinie überwunden werden. Ein nachhaltiger Sprung über die Glättungslinie blieb jedoch aus. Die Angebotsseite gewann dann wieder die Oberhand.

Auch in jüngster Vergangenheit sah es für den MDax nicht allzu gut aus, es ging stetig abwärts. Aktuell tobt zwischen den Bullen und Bären der Kampf um die psychologisch wichtige und runde Zahl bei 8 000 Punkten. Ende Juli beziehungsweise Anfang August wurde diese Marke im Handelsverlauf unterschritten. Der MDax schloss bislang jedoch immer darüber. Doch der genannten Verteidigungslinie fällt es zunehmend schwerer, dem Abgabedruck standzuhalten. Ein Rutsch unter das Niveau bei 8 000 Punkten wird immer wahrscheinlicher. In diesem Fall müsste mit weiteren Kursverlusten bis zur Unterseite des Abwärtstrendkanals bei aktuell 7 520 Zählern gerechnet werden.

Somit schließen wir derzeit einen baldigen Trendwechsel aus und rechnen mit einer Fortsetzung der Baisse. Erst bei einem signifikanten Bruch der oberen Trendkanallinie würde sich die Situation aus technischer Sicht merklich bessern. Doch die Trendlinie liegt momentan bei 9 320 Punkten und ist von dem derzeitigen Stand sehr weit entfernt.

Der Autor ist technischer Analyst bei der WestLB AG und Mitglied im Berufsverband Technische Analyse.

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