38 Bewertungen ****
05.08.2008 
Charttechnik: Schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis

Versorger bleiben in technisch kritischer Lage

von Frederik Altmann

Versorgerwerte bleiben europaweit in einer charttechnisch angespannten Börsenlage. Die in den wichtigsten europäischen Aktienindizes schwer gewichteten Aktien drohen mit dem Blick auf den Branchenindex Dow Jones EuroStoxx-Versorger eine Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation auszubilden.

Zur Vollansicht der Grafik bitte Bildlupe anklicken.Lupe

Zur Vollansicht der Grafik bitte Bildlupe anklicken.

FRANKFURT. Nachdem die Papiere der Versorger in ihrem langjährigen Aufwärtstrend im Juni 2007 ein Zwischenhoch bei rund 575 Punkten markiert haben, kletterten die Aktien nach einem kurzen Rückschlag bis zum Januar 2008 auf ein Rekordhoch bei 658 Zählern.

In der folgenden scharfen Korrektur konnte der Index aber sein vorheriges Zwischentief nicht halten und schaffte auch in der nachfolgenden Erholung kein absolutes neues Hoch. Die Kurse blieben auf Höhe des Zwischenhochs vom Juni 2007 hängen. Hieraus ergeben sich im Chartbild zwei relative Hochs, die das absolute Rekordhoch umschließen - eine Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation droht.

Entscheidende Bedeutung kommt nun der Nackenlinie bei 495 Punkten zu, die das Chartmuster nach unten abgrenzt. Kann der Index diese Schlüsselunterstützung halten, ist zumindest mit einer Kursreaktion an die Widerstände durch die alten Zwischenhochs bei 517 und 534 Punkten zu rechnen.

Im Zuge der Stabilisierung am Gesamtmarkt ist dies den Aktien zuletzt auch zum Teil gelungen - doch die Gefahr ist nicht gebannt. Ein erstes nachhaltig positives Signal wäre erst mit dem Sprung über 534 Punkte gegeben. Bricht der Index hingegen seinen aktuellen Erholungsversuch nach unten ab, kommt diese große Umkehrformation wieder ins Spiel und umfangreichere Verluste drohen.

Fällt die Unterstützung in Form der Nackenlinie bei 495 Punkten, würde das Muster einer Kopf-Schulter bestätigt. Hieraus würde sich deutliches Abwärtspotenzial mit einem charttechnischen Kursziel von 332 Punkten ergeben. Entsprechend sollten sich die Investoren bei Versorgerwerten vorsehen. Aus technischer Sicht ist das Chance-Risiko-Verhältnis derzeit schlecht.

Der Autor, Frederik Altmann, ist technischer Analyst.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Der Preis des Zögerns  Artikel in Merkliste

01.12.2008

Was mit der BayernLB geschehen ist, dürfte als die teuerste Wahlkampfhilfe der Republik in die Geschichte eingehen. Kommentar

Breakingviews

Nur wer mitmacht, kann gewinnen  Artikel in Merkliste

30.11.2008 von Fiona Maharg-Bravo und Rachel Sanderson, breakingviews.com

Die Lufthansa ist immer noch im Rennen um einen Anteil von zwanzig Prozent an Alitalia – was auch immer aus dem italienischen Carrier einmal werden wird. Aber jetzt initiiert die deutsche Fluggesellschaft in Norditalien ihre eigene Fluglinie und sagt, dies schließe eine Alitalia-Investition nicht aus. Doch es auf eigene Faust zu versuchen, könnte die bessere Option sein. Kommentar

Handelsblatt Börsenradio 01.12.2008 (Abendausgabe) 

01.12.2008Börsenradio

US-Börsen starten schwach: Dax bricht ein - BayernLB geht auf Sparkurs: 5600 Stellen werden gestrichen - Bankentitel am Dax-Ende - Stahltitel unter Druck - Ölpreis weiter auf Talfahrt Anhören


Anzeige