Die Hiobsbotschaften in Sachen Finanzkrise reißen nicht ab. Sah es noch zum Wochenende, als das Hilfspaket für das US-Finanzsystem auf den Weg gebracht wurde, recht verheißungsvoll aus, bricht mit Hypo Real Estate
und Fortis
eine neue Welle über uns ein. In den bisherigen Sentimentwerten war aber noch keine eindeutige Kapitulation feststellbar. Möglicherweise steht der Markt nun kurz davor.
HB FRANKFURT. Die Krise ist nun ohne Wenn und Aber in Europa angekommen. Der Dax verliert zu Wochenbeginn in der Spitze bereits über 210 Punkte und einige Anzeichen von Panik sind bei den Investoren erkennbar. Leider finden die jüngsten Ereignisse keinen Niederschlag in den aktuellen Ergebnissen der Handelsblatt Sentimentumfrage in Zusammenarbeit mit der Postbank
, so dass diese auch vor diesem Hintergrund gewertet werden müssen.
Wie vergangene Woche beschrieben, attestierten die Positionsdaten der Partnerumfrage von animusX-Investors Sentiment (www.animusx.de) eine "positionelle Kapitulation". Doch in den klassischen Sentimentwerten, auch in denen des Handelsblatts, war eine solche Reaktion noch nicht feststellbar. Gegebenenfalls führt diese Woche dazu. Ob die aktuelle Bewegung dafür bereits schon ausreichend ist oder ob der Dax erst das Bewegungstiefs bei 5 812 Punkten unterbieten muss, ist noch nicht absehbar.
Hier sehen Sie die aktuellen Umfrageergebnisse
Sollte der Dax aber in der Tat die 5 812 Punkten nach unten hin brechen würde dieses vermutlich noch einmal einige Stopps auslösen. Ein weiterer Rückgang in die Region von 5 400 bis 5 500 Punkte wäre nicht auszuschließen. Dann hätte der Dax auch das, an dieser Stelle des Öfteren genannte, formaltechnische Kursziel erreicht. Spätestens hier sollte man einmal über eine antizyklische Vorgehensweise nachdenken. Unter Einbezug der sentimenttechnischen Verfassung stellen Rücksetzer im Dax, wie bereits letzte Woche angedeutet, kurzfristig eher Kauf- denn Verkaufsgelegenheiten dar.

