Nachdem sich vergangene Woche die Nachrichten überschlugen, kam am Freitag für die Aktienbörsen der Befreiungsschlag: Die Gründung einer „Bad Bank“, die den Banken ihre faulen Kredite aufkaufen und sie damit aus der Finanzkrise führen soll. Die Aktienmärkte wurden gen Norden katapultiert. Doch so richtig trauen die befragten Leser dem Braten noch nicht. Das zeigt die jüngste Handelsblatt-Sentimentumfrage in Zusammenarbeit mit der Postbank
.
Die letzte Woche wird in die Geschichtsbücher, wenigstens in die der Finanzmärkte, eingehen. Der Aktienmarkt bereinigt sich, wo er dazu alleine gelassen wird, von selbst. An anderer Stelle greift der amerikanische Staat, in einer bislang unvorstellbaren Größenordnung, als vermeintlicher Retter ein.
Nachdem sich die Nachrichten überschlugen kam am vergangenen Freitag für die Aktienmärkte dann der Befreiungsschlag: Die Gründung einer "Bad Bank". Die Aktienmärkte wurden, dies- als auch jenseits des Atlantiks, gen Norden katapultiert.
Die jüngsten Ereignisse waren wahrlich nichts für schwache Nerven. Sahen die Aktienindizes zum Ende der vorletzten Woche noch sehr konstruktiv aus, schlugen sie bereits mit Wochenbeginn vergangener Woche Kapriolen. Der Dax durchschlug die 6 000er Marke wie Butter und verlor in der Spitze bis auf 5 812 Punkte. Das Freitagsreversal jedoch machte einen Großteil der Wochenverluste wieder wett, so dass zum Wochenschluss nur noch ein mageres Minus geschrieben stand.
Doch so richtig trauen die befragten Leser dem Braten noch nicht über dem Weg. Die Ergebnisse der Handelsblatt Sentimentumfrage in Zusammenarbeit mit der Postbank
fallen recht verhalten aus. Der Stimmungsindex für die kurzfristige Sichtweise kann sich gerade einmal von-1 auf 5 Prozent hocharbeiten. Das Bullenlager legt dabei von 40 auf 44 Prozent zu, während das Lager der Bären von 41 auf 39 Prozent verliert. Das Lager der Unentschlossenen reduziert sich von 19 auf 16 Prozent. Euphorie aber sieht wahrlich anders aus.
Und auch die mittelfristige Sichtweise, also auf Sicht der kommenden drei Monate, kommt nicht gerade mit sonderlichem Optimismus daher. Der Index gewinnt von 25 auf 31 Prozent. Hier hat sich das Lager der Bullen mehrheitlich aus dem Lager der Unentschlossenen genährt. Ehemalige Bären aber sind auch heute noch Bären und diese bringen es immerhin noch auf 28 Prozent. Interessant ist der Blick auf die aktuellen Positionsdaten der Partnerumfrage von animusX-Investors Sentiment (www.animusx.de).
Hier sehen Sie die aktuellen Umfrageergebnisse
Die durchschnittlichen Investitionsquoten haben sich bei den institutionellen Investoren deutlich reduziert und fallen auf den tiefsten Stand seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 2004. Verantwortlich dafür sind deutlich höhere Shortengagements sowie der Aufbau von Cashquoten. Auch die durchschnittlichen Cashquoten steigen auf den höchsten Wert seit Aufzeichnungsbeginn. Vom Grundsatz her sind das die Anzeichen die man in einer Kapitulationsphase sehen möchte: Raus, raus und noch einmal raus aus Aktien. Hier allerdings können wir nur eine "positionelle Kapitulation" attestieren; die Stimmung als solche ist hingegen nicht mehr eingebrochen.
Nun, der Dax hat zum Wochenschluss eine sehr wichtige Marke zurückerobert: Den Kreuzwiderstand bei 6 090 Punkten. Zudem stellt sich die Markttechnik im kurzen Zeitfenster auch sehr konstruktiv dart. Diverse Zeitprojektionen deuten letztendlich für vergangenen Freitag ein temporäres Tief an. Dass das Tief bereits einen Tag vorher auftrat stellt kein Problem dar; es liegt im normalen Streubereich.
Nach oben hin ist der Dax wenigstens einmal bis zur 38-Tagelinie bei aktuell 6 333 Punkten frei - danach geht es um den jüngst gebrochenen Aufwärtstrend bei 6 450 Punkten zum Wochenschluss. Dieser kreuzt sich aktuell mit einem sekundären Abwärtstrend. Hier wird es dann erheblich schwieriger. Nach unten hin, so meine ich, muss man kurzfristig nicht unbedingt schauen. Schlimmstenfalls würde man hier nur "unglücklich" ausgestoppt.

